1998, 1999, 2011, 2024 und nun 2025! Der alte und neue Meister der österreichischen Bundesliga heißt SK Sturm Graz! Zum fünften Mal wandert der Titel an den Traditionsverein aus der steirischen Landeshauptstadt. Das Meisterstück gelang mit einem dramatischen 1:1 gegen den Wolfsberger AC, das bis zum Schlusspfiff nicht an Dramatik zu überbieten war.

In einer grandiosen Choreographie beschwörte die Nordkurve vor Spielbeginn „Die alten Erinnerungen an der Wand“ und den Wunsch, bisherigen Meilensteinen der Vereinsgeschichte ein neues denkwürdiges Kapitel hinzuzufügen. Sturm hatte im Herzschlagfinale der Bundesliga, bei dem drei Vereine um den Meistertitel ritterten, die Zügel in der Hand, konnte mit einem Punktgewinn aus eigener Kraft feiern, während Kontrahent WAC im direkten Aufeinandertreffen sowie im Fernduell Austria Wien zu Hause gegen Blau-Weiß Linz Siege brauchten.

59 Sekunden dauerte die einminütige Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als ein Schuss von William Böving das Netz vor der Nordkurve zappeln ließ. Es folgte kollektiver Jubel auf dem Platz, auf Sturms Ersatzbank, auf den Tribünen sowieso. Ein magischer Moment, den Tomi Horvat mit seinem Pass auf den Dänen (elftes Saisontor) vorbereitet hatte.

GRAZ,AUSTRIA,24.MAY.25 - SOCCER - ADMIRAL Bundesliga, championship group, SK Sturm Graz vs Wolfsberger AC. Image shows fans (Sturm) with a choreography.
Photo: GEPA pictures/ Chris Bauer
Die Fans erinnerten an denkwürdige Momente und beschwörten einen neuen © GEPA

Verdiente Führung

Es war fraglos eine verdiente Führung für die Grazer, die mehr für das Spiel taten, obwohl eigentlich die Gäste aus Kärnten unter Siegzwang standen. Böving war es auch, der in Minute 25 nach schöner Vorarbeit von Leon Grgic die zuvor beste Chance im Spiel vergab. Sein Abschluss wurde von Tormann Nikolas Polster entschärft.

Ansonsten war es eine kontrollierte Offensive, die Sturm mit Tochi Chukwuani und Emir Karic anstelle von Malick Yalcouye und Emanuel Aiwu in der Startelf auf den Platz brachte. Gegen einen tief stehenden Gegner mit der Konterstärke des WAC durfte man bloß nicht ins offene Messer laufen – gerade wenn bereits ein Remis zum Titel reichte.

Mit einem lautstarken „Hier regiert der SK Sturm“ sowie der überzeugten Botschaft „Wir werden Meister“ verabschiedete das Publikum die Spieler in die Pause. Noch 45 Minuten. Noch eine Spielhälfte. Noch ein letztes Mal Vollgas, um den Traum von der Titelverteidigung wahr werden zu lassen.

WAC kam stark aus der Kabine

Ganz so geschmiert sollte es nicht laufen. Die ersten 20 Minuten nach dem Wiederanpfiff verliefen offensiv wie defensiv unspektakulär, Sturm ließ wenig zu, verlor jedoch beginnend mit einem von Gregory Wüthrich verursachten Freistoß ein wenig den Faden. In der Situation danach machte Thierno Ballo (67.) mit einem platzierten Schuss ins Eck das Match wieder spannend. Ein weiteres Gegentor und der Titel wäre verloren – in Wien führte die Austria mit 1:0.

Es folgte ein Zitterspiel, das durch den Linzer Ausgleich in Wien zusätzlich angeheizt wurde. Fünf Minuten vor Schluss brauchte der WAC ein Tor, um sich sensationell zum Meister zu krönen. Ein Treffer, dem die Lavanttaler schon längst verzweifelt und mit Nachdruck hinterherliefen. Auf den Plätzen hielt es in Liebenau schon längst niemanden mehr. Das Publikum half dem SK Sturm bedingungslos, als er es an diesem Tag am dringendsten notwendig hatte.

In Wien ging wieder die Austria erst abermals in Führung., nur um erneut den Ausgleich zu kassieren Ein Meisterkampf, der an Spannung längst nicht mehr zu überbieten war, in dem Sturm jedoch die Nerven behielt und das Remis unter frenetischem Jubel über die Zeit brachte.