Die Restaurantpreise am Wörthersee sind, auch abseits von teuren Zusatztellern, ein häufig diskutiertes Thema. Was sich aber meistens relativiert, wenn man bedenkt, dass vor allem Lokale direkt am See in einer kurzen und wetterabhängigen Saison oft hohe Kosten stemmen müssen. Und: Es gibt auch am Kärntner Paradesee günstige Möglichkeiten, preiswert(er) zu essen, vor allem in zweiter oder dritter Reihe.

Die Hotel-Pension Rosenheim
Die Hotel-Pension Rosenheim © Grö Media

So eine Möglichkeit ist das Restaurant der Hotel-Pension Rosenheim in Krumpendorf. Im vorderen Gastraum kommen Retrogefühle auf, man denkt: Wörtherseetourismus der 1970er, 1980er. Am schönsten sitzt man hinten auf der Gartenterrasse bzw. im Garten, der hat Stimmung.

Die Karte ist von bodenständigen Klassikern à la Wiener Schnitzel, Jagapfandl, Zwiebelrostbraten und Grillteller geprägt, zusätzlich gibt es Tagesempfehlungen. Kasnudeln bezieht Familie Leitner aus der Nudelwerkstatt in Guttaring, die Kaspressknödel aber sind hausgemacht und ausgezeichnet, außen knusprig, innen flaumig, der Salat dazu g’schmackig mariniert. Die Spaghetti mit Pesto und Garnelen sind gut, die Garnelen vielleicht etwas zu lang gebraten.

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Stimmungsvolle Terrasse
Stimmungsvolle Terrasse © Grö Media

Ausgezeichnet abgeschmeckt das rahmige Eierschwammerlgulasch (Schwammerl am Testtag trockenheitsbedingt nicht aus Österreich) mit schön konsistentem Semmelknödel. Exzellent das geschmorte Rindsbackerl – das Fleisch ist nicht flachsig und zergeht förmlich auf der Zunge, die Soße (mit mitgeschmorten Karottenstücken) ist kräftig und richtig gut. Dazu passt das fruchtig-gemüsige Kartoffel-Sellerie-Püree, das hätte ruhig etwas dichter, konsistenter sein dürfen.

Auch die Nachspeisen passen: Die Kardinalschnitte, natürlich hausgemacht, ist ein cremiger, sehr süßer Traum mit schönen Kaffeearomen – die Frage der (die Gäste duzenden) Kellnerin, ob man noch Schlag dazu wolle, wird mit Nein beantwortet. Das wäre zu viel des Guten. Die Palatschinken sind hier frisch gemacht und nicht aufgewärmt (wie so oft) und ordentlich mit Marillenmarmelade gefüllt, so will man sie haben.

Ein süßer Traum: Die hausgemachte Kardinalschnitte
Ein süßer Traum: Die hausgemachte Kardinalschnitte © Grö Media

Die Weinkarte listet ein überschaubares Angebot an Österreichern, Kärntner Wein (rote Taggenbrunner Cuvée) ist sogar offen zu haben. Unter „Retro“ verbuchen wir das halbtrockene „Herztröpferl“ weiß, die Biere kommen aus Murau und aus Hirt.