Um den schönen Ausblick zu genießen, sollte man schon ein geübter Bergfahrer sein. Die rund drei Kilometer lange Auffahrt von Gmünd aus zum Ausflugsgasthaus „Da Gråf“ auf den Kleinhattenberg ist etwas holprig und vor allem nur einspurig. Hat man diese Hürde aber einmal geschafft, erwartet den Gast neben einem unverwechselbaren Weitblick in das Liesertal, vor allem eine sehr ambitionierte Küche.

Seit drei Jahren kocht hier Christian Tempel eine traditionelle Cross-over-Wirtshausküche, für das Service in der gemütlichen Wirtsstube ist Partnerin Kerstin Illgner verantwortlich. Das Paar hat sich auf 970 Metern Seehöhe in einem 400 Jahre alten Bauernhof sein ganz persönliches Paradies geschaffen, welches es gerne mit seinen Gästen teilt. Gekocht wird von Donnerstag bis Sonntag ab Mittag, die Zutaten holt sich Tempel von regionalen Produzenten aus der Umgebung.

Carpaccio vom Hirsch
Carpaccio vom Hirsch © KLZ / Andrea Steiner

Auf der wöchentlich wechselnden Speisekarte finden sich immer Klassiker wie Frittatensuppe, Kärntner Kasnudel, bunter Salat mit panierten Hendlstreifen oder Wienerschnitzel vom Schwein. Es gibt aber auch Gazpacho , eine kalte Gurken-Tomaten-Suppe, Linsen-Spinat-Curry mit Basmatireis, Hirschlasagne mit Salat oder Zitronenhühnchen mit Polenta und Röstgemüse.

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Wir entschieden uns für einen Salat mit frittiertem Ziegenkäse, Früchten und Nüssen sowie einem Carpaccio vom heimischen Hirsch mit Gebäck. Der Salat war knackig frisch, bunt und erfrischend, der Ziegenkäse genau richtig lauwarm. Obst und Nüsse fanden sich auch auf dem Carpaccio, das von köstlichem, selbst gebackenem Ciabatta-Brot begleitet wurde. Frisch zubereitete, noch heiße Fladenbrot-Ecken mussten unbedingt verkostet werden.

Zarte Hendlbrust mit Estragon-Rahmsauce
Zarte Hendlbrust mit Estragon-Rahmsauce © KLZ / Andrea Steiner

Es folgten eine zarte Hendlbrust auf Estragon-Rahmsauce mit Tagliatelle sowie ein gebratenes Forellenfilet (Fischzucht Jobst aus Greifenburg) mit Erdäpfeln. Dem knusprig gebratenen Fisch hätte etwas weniger Knoblauch allerdings nicht geschadet.

Die gebratene Forelle
Die gebratene Forelle © KLZ / Andrea Steiner

Als Dessert standen bei unserem Besuch ein hausgemachter Apfelstrudel, Marillenkuchen, verschiedene Eissorten aus heimischer Produktion und ein Affogato (Espresso mit Vanilleeis) auf der Karte. Eine Auswahl, die völlig ausreichend war. 

Fazit: Wer ein besonderes Ausflugsziel sucht und sich kulinarisch überraschen lassen möchte, ist beim „Da Gråf“ gut aufgehoben. Vor allem, wenn das Wetter es zulässt, dass man auf der Sonnenterrasse Platz nimmt.