Vergangenen Sommer berichtete die Kleine Zeitung über einen Schritt mit Seltenheitswert: Der langjährige Dermatologe Roland Haberl schloss damals seine Wahlordination in Villach und legte seine Mitgliedschaft bei der Ärztekammer zurück. Diese Entscheidung begründte Haberl so: „Aufgrund der derzeitigen Situation der Gesundheitspolitik mit überbordender Bürokratie und Kostensteigerung kann ich eine Patientenversorgung in der jetzigen Form nicht mehr aufrechterhalten und habe mich schweren Herzens dazu entschlossen, die Ordination zu schließen.“ Nun ist seine Ordination wieder geöffnet.
Ärztekammer bestätigt Rückkehr
„Doktor Haberl hat seine ärztliche Tätigkeit in der Ordination wieder aufgenommen“, bestätigt Monika Hasenbichler für die Ärztekammer Kärnten, bei der er nun wieder eine aufrechte Mitgliedschaft hat – diese ist für praktizierende Ärzte verpflichtend. Auf die Frage, was sich seit der Schließung im Juli für ihn geändert hat, wollte Haberl telefonisch keine nähere Auskunft geben. Er bestätigt jedoch, dass er wieder in seiner Ordination tätig ist. Online finden sich auch schon wieder die ersten Rezensionen – fünf von fünf Sternen wurden hier kürzlich von zwei Patienten vergeben.
Für die Ärztelandschaft in Villach ist die Rückkehr von Haberl jedenfalls eine gute Nachricht, denn die dermatologische Versorgung spitzte sich in den vergangenen Monaten immer mehr zu. Vor allem durch zwei unbesetzte ÖGK-Kassenstellen sehen sich viele Patientinnen und Patienten mit langen Wartezeiten konfrontiert. Seit Anfang des Jahres gibt es in Villach nur noch zwei Dermatologen mit ÖGK-Kassenvertrag, laut Ärztekammer sind eigentlich vier vorgesehen. Bis 2030 soll ein dermatologisches Ambulatorium in Villach entstehen, das hier langfristig Abhilfe schaffen könnte.