Russland hat eine „sofortige“ Waffenruhe im Nahen Osten gefordert. „Wir sprechen uns für eine sofortige Einstellung der Kämpfe aller Parteien aus“, erklärte das russische Außenministerium am Montag in Moskau. Jeder Angriff auf „zivile Ziele, seien sie im Iran oder in arabischen Ländern“, sei „unzulässig und müsse vollkommen ausgeschlossen“ werden. Auch China forderte von den USA und Israel einen sofortigen Stopp der Militäraktionen.

Kreml weiter offen für US-Vermittlung im Ukraine-Krieg

Der Kreml teilte unterdessen mit, dass man trotz Kritik am Iran-Angriff weiter offen sei für die US-Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg. „Wir schätzen weiterhin die Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten sehr, vertrauen aber in erster Linie nur uns selbst“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland werde sich auch weiterhin ausschließlich von seinen eigenen Interessen leiten lassen.

Unklar ist, ob wegen der Lage im Nahen Osten die von der Ukraine für Anfang März angekündigten trilateralen Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Bühne gehen können. Zuletzt hatte es in Genf solche Gespräche gegeben.

Kreml: „Tiefe Enttäuschung“ über US-Angriffe auf Iran

Peskow sprach angesichts der Luftschläge gegen den Iran von „tiefer Enttäuschung“ im Kreml. Die USA hätten sich ungeachtet laufender Verhandlungen mit dem Iran für eine „direkte Aggression“ gegen das Land entschieden.

Das Außenministerium in Moskau hatte bereits am Samstag die Angriffe Israels und der USA auf das Land scharf verurteilt. Kremlchef Wladimir Putin kritisierte die Tötung des iranischen Religionsführers Ali Khamenei als „zynischen Verstoß gegen alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts“.

Russland ist Verbündeter des Iran und hatte mit der Führung in Teheran auch ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft geschlossen. Diese hat in der Vergangenheit auch gegenseitige Waffenlieferungen eingeschlossen, die Moskau etwa in seinem Krieg gegen die Ukraine eingesetzt hat. Anders als mit Nordkorea sieht die Partnerschaft aber keinen gegenseitigen militärischen Beistand vor. Ohnehin ist Russland weiter durch den Ukraine-Krieg gebunden, was kaum militärische Hilfe für den Iran zulässt.

China bekräftigt Freundschaft mit Iran

China hat Iran in der aktuellen Krise Unterstützung zugesichert und zugleich die USA und Israel zu einem sofortigen Stopp der Militäraktionen aufgefordert. Außenminister Wang Yi bekräftigte nach chinesischen Angaben in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi die „traditionelle Freundschaft“ zwischen beiden Ländern.

Wang sagte weiter, China unterstütze das Land bei der Wahrung seiner Souveränität, Sicherheit und territorialen Integrität. Peking habe die USA und Israel aufgefordert, die militärischen Handlungen unverzüglich einzustellen, eine weitere Eskalation zu vermeiden und eine Ausweitung der Kämpfe auf den gesamten Nahen Osten zu verhindern.