Dass ein Landgasthaus wieder neu übernommen wird, passiert in der heutigen Zeit selten genug. Wie froh die Gäste über den Neuzugang in Feistritz ob Bleiburg sind, zeigt die hohe Frequenz. Alle sind glücklich, dass das ehemalige Gasthaus Kraut eine neue Pächterin gefunden hat. Es ist Darja Pototschnig, die 16 Jahre lang das Restaurant am Golfplatz Klopeiner See geführt hat.

Jetzt kocht die gebürtige Slowenin am Fuße der Petzen Hausmannskost vom Krustenbraten bis zum Backhendl. Vor allem aber ist Darja zum Treffpunkt vieler Einheimischer geworden, die mangels ausreichender Gastro in der Umgebung wieder ein Domizil gefunden haben. Mit Sitzplätzen außen und innen.

Die Knoblauchsuppe
Die Knoblauchsuppe © KLZ / Elisabeth Tschernitz-Berger

Die Suppen sind so, wie man sie von einem ordentlichen Landgasthaus gewöhnt ist. Serviert in einem Emailtöpfchen, brennheiß, gehaltvoll und ergänzt mit bunten Gemüsewürfeln. Flaumig sind Grießnockerln und Leberknödeln. Bei der cremigen Knoblauchsuppe würde etwas Zurückhaltung beim Knoblauch der Suppe durchaus guttun. Ebenso beim Salat, der frisch, pikant mariniert und mit vielen Zutaten verbrämt ist.

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Zwiebelrostbraten mit Reis
Zwiebelrostbraten mit Reis © KLZ / Elisabeth Tschernitz-Berger

„Ich bin um fünf Uhr aufgestanden und hab den Braten ins Rohr geschoben“, erzählt Darja, als wir den Schweinsbauch mit knuspriger Kruste und flaumigen Knödeln überschwänglich loben. Er ist zart, würzig und mit einem feinen Safterl so gelungen, wie es nur noch die Oma kann. Kompliment. Zum großen Wiener Schnitzel gibt‘s einen Berg knuspriger Pommes, ebenso zur großen Portion Backhendl. Nur der Reis zum Zwiebelrostbraten ist gewöhnungsbedürftig, Erdäpfel wären wohl die bessere Option. Mit Butter oder wahlweise Grammerln und Schnittlauch werden die Kärntner Nudeln serviert. Auch geröstete Knödeln mit Salat könnte man bestellen.

Das Backhenderl
Das Backhenderl © KLZ / Elisabeth Tschernitz-Berger

Darja kocht meist das, was frisch am Markt zu bekommen ist, die Karte wechselt abseits der Standardgerichte ständig, was sehr positiv ist, da man ständig mit neuen Gerichten überrascht wird.

Schöner Anblick: Die Kärntner Nudeln
Schöner Anblick: Die Kärntner Nudeln © KLZ / Elisabeth Tschernitz-Berger

Bei den Desserts ist allerdings noch viel Luft nach oben. Die Mehlspeise des Tages, die zugekauft wird, ist beileibe kein Glücksgriff. Der Apfelkuchen wirkt künstlich und staubtrocken, hingegen ist der Fruchtsalat mit frischen Früchten eine gelungene Alternative.

Die offenen Weine, vor allem der Merlot sind süffig und gut zu trinken. Zur Verdauung kredenzt Darja wahlweise Marillen- oder Birnenschnaps direkt vom Bauern. Beide rinnen wie Öl.