Über dem Projekt schwebt ein großer Name. „Ilija war ein grenzgenialer Koch“, erinnert sich Golfplatzbesitzer Reinhard Krämmer an seine Zeiten als Gast. „In seine Fußstapfen zu treten ist unser Ziel.“ Starkoch Ilija Pejic, Mastermind des Golfplatzrestaurants in Tarvis, verstarb 2021 auf einer Skitour. Golfplatz und Restaurant standen vor dem Aus, bis im Vorjahr die Villacher Unternehmer (und Golfspieler) Petra und Reinhard Krämmer beschlossen, dem 18-Loch-Platz mit Dreiländerblick neues Leben einzuhauchen. Um Restaurantchef Mario Sourek und die Kanaltaler Kochlegende Enzo Tropiani wurde zu Saisonstart 2025 eine neue Küchenbrigade rekrutiert.

Enzo ist dabei der Lehrmeister, der seinen Schützlingen Michele, Maicol und Massimiliano den letzten Feinschliff beibringt. Und das gelingt auf Anhieb schon ganz ausgezeichnet. Die Linguine Carbonara, perfekt al dente, frühlingshaft mit Spargel verfeinert, sind ein Gedicht. Der rohe Meeresfrüchteteller für 29 Euro überzeugt mit Tartar von Thunfisch, Jakobsmuscheln und Lachs sowie blauen Garnelen und Scampi. Die Tagliata vom Chianina-Rind (28 Euro) oder die Strozzapreti mit Sauce Bolognese (13 Euro) würden Altmeister Ilija wohl ebenso gefallen.

Fisch ist der kulinarische Schwerpunkt im neuen „Ristorante Senza Confini“. Den Branzino, also den Wolfsbarsch, gibt es als Filet mit Rosmarin und Knoblauch (28 Euro) oder im Ganzen (8 Euro für je 100 Gramm), in der Salzkruste oder im Ofen gebraten. Wer in größerer Runde feiern will, kann sich auf Vorbestellung auch einen mehrere Kilo schweren Wolfsbarsch, Steinbutt oder Rochen in den Ofen schieben lassen. Oder man bestellt gleich die Ein-Kilo-Portion Riesengarnelen mit Knoblauchbrot (58 Euro oder 17 Euro für nur 250 Gramm), die stilgerecht im Reindl serviert werden, um sich dann noch am letzten Tropfen Olivenöl delektieren zu können.

180 Weine auf der Karte

„Wir kochen nur mit den besten Produkten“, gab Krämmer die Linie vor. Der Marketing-Profi balanciert dabei geschickt zwischen den Wünschen feinsinniger Gourmets, entdeckungsfreudiger Ausflügler und durstiger Golfspieler. Das kleine Villacher Bier (0,2 Liter für 1,90 Euro) oder das Haus-Achterl (1,90 Euro) erleichtern es, eine Runde zu schmeißen. Für Weinprofis organisierte Freund und Wein-Guru Hannes Tschemernjak die Weinkarte mit 180 verschiedenen Tröpfchen. Tignanello (149 Euro), Sassicaia und Ornellaia lagern dabei neben Franz Hirtzberger und Edi Simčič. Denn getreu dem Alpe-Adria-Gedanken will man kulinarisch das Beste aus Italien, Slowenien und Österreich miteinander vereinen. Bar-Legende Rainer Husar komponierte mit dem „Il Presidente“ (4 cl Remy Martin, 2 cl Cointreau und 6 cl Franciacorta) sogar einen eigenen Cocktail für die neue Golfklub-Präsidentin Petra Krämmer.