Viele Schulen nehmen heuer am „Handyfasten“ teil, so auch die 2C-Klasse der Mittelschule Völkermarkt. 15 Schülerinnen und Schüler haben am 4. März ihr Smartphone abgegeben und werden es erst am 24. März wieder zurückbekommen. Die Handys werden in dieser Zeit von den Eltern verwahrt, einige Schüler wissen gar nicht, wo ihre Eltern die Handys versteckt haben.

Wieder mit Knetmasse gespielt

Am 5. März besuchte die Kleine Zeitung die Klasse, um zu erfahren, wie der erste Tag und die erste Nacht ohne Handy verlaufen sind. „Ich habe nach langer Zeit wieder mit Knetmasse gespielt und Osterdeko aus Holz gebastelt“, erzählt Silvio Vidounig. Amelie Grill hat Freundinnen getroffen, im Freien Fußball gespielt und ist E-Roller gefahren: „Meine Freundinnen hatten natürlich ihr Handy dabei und konnten Snapchat nutzen, da habe ich mich schon ein bisschen geärgert, dass ich das jetzt nicht kann.“

Amelie Grill und Cheyenne Sollhart (von links) zeigen auf die Bilder, die ihre Handys „im Urlaub“ zeigen
Amelie Grill und Cheyenne Sollhart (von links) zeigen auf die Bilder, die ihre Handys „im Urlaub“ zeigen © Simone Jäger

Silvio Vidounig und seine Klassenkameradin Chelsea Kuster haben ein altes Tastenhandy für Notfälle von ihren Eltern bekommen – mit dem sei aber außer Telefonieren nichts anzufangen. Internet und Apps? Fehlanzeige. „Snapchat und Musikhören mit dem Handy fehlen mir am meisten“, sagt Chelsea Kuster. Doch sie hat bereits ein CD-Radio aus dem Keller geholt und will es nun damit versuchen.

Aufkommende Langeweile

Am zweiten Tag der Fastenaktion sind noch alle guten Mutes, dass sie die Herausforderung bewältigen werden. „Ich glaube nur, dass mir langweilig werden wird“, befürchtet Kevin Podertschnig. Hier bieten aber gleich Klassenvorstand Mark Possegger und Lehrerin Martina Jahn – die sich übrigens ebenfalls am „Handyfasten“ beteiligen – Alternativvorschläge, wie man sich beschäftigen könnte.

Die Schüler haben in der Klasse auch einen Kalender gezeichnet, auf dem sie jeden absolvierten Fastentag durchstreichen. Zudem haben sie vor dem Beginn der Aktion mit der Hilfe von ChatGPT Bilder entworfen, die das Smartphone quasi „im Urlaub“ zeigen, zum Beispiel liegt ein Handy, gezeichnet als eine Art Comicfigur, auf einer Sonnenliege mit einem Cocktail in der Hand.

Die Kleine Zeitung wird die 2C-Klasse bis zum Ende der Aktion begleiten und immer wieder berichten, wie es den Schülern geht.