Gemeinde legt Beschwerde gegen Lithiumabbau ein
„Wir sind nicht gegen die Ansiedlung eines Betriebes und nicht gegen einen Abbau sondern wir sind für Transparenz. Wir werden alles tun, um die Bevölkerung zu schützen“, sagt Günther Vallant (SPÖ), Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud. Konkret geht es um den Lithium-Abbau auf der Weinebene, bei dem keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden muss. Sobald der Bescheid vom Land vorlag, wurde die Argumentation von der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud geprüft, warum das Projekt nicht UVP-pflichtig sein soll. „Die Flächeninanspruchnahme betreffen 9,8 Hektar, ab 10 Hektar ist eine UVP notwendig. Die Trasse für die Stromversorgung- sowie die Gasleitung und die Rodungen werden nicht zum Projekt hinzugezählt“, so Vallant und führt weiter aus: „Erst jetzt — nach dem Landesbescheid — werden erstmalig die Informationen vor Ort von uns als Standortgemeinde eingeholt. Das Almhüttendorf Weinebene mit allen Herbergs- und Gastronomiebetrieben sowie die Weinebene Ski GmbH wurden bei der UVP nicht berücksichtigt — diese Betriebe befinden sich in unmittelbarer Nähe“. Nun wurde die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) gegen den Feststellungsbescheid der Kärntner Landesregierung einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Die Naturschutzorganisation „Alliance For Nature“ (AFN) sowie die Umweltschutzorganisation „Global 2000“ , erhoben ebenfalls Beschwerde. Die vorgegebene Vier-Wochen-Frist für Beschwerden läuft am 27. Dezember 2024 ab.
Nach Vollbrand der Lebek-Halle haben Mieter neue Quartiere gefunden
Ein verheerender Großbrand vernichtete in der Nacht auf den 28. September die 8000 Quadratmeter große Lebek-Halle in Wolfsberg, in der eine Woche später die Indoor-Spielewelt „Jump and Play“ vom Gastropärchen Josef und Eva Berglitsch eröffnet hätte. „Mitansehen zu müssen, wie in kürzester Zeit ein hart erkämpfter Lebenstraum kurz vor der Eröffnung komplett zerstört wird, ist unbeschreiblich. Mit Herzblut, hunderten Stunden voll Hingabe und mit Mitwirkung aller Freunde, Bekannten und Professionisten errichteten wir einen Ort für unsere kleinsten Mitbürger. Nun ist alles zerstört. Aber nicht nur unser Traum wurde zerstört, leider gibt es mehrere Betroffene“, spielte das Gastro-Ehepaar Berglitsch auf die weiteren Mieter der Halle an, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Wie es mit der abbruchreifen Halle in der Lagerstraße am Stadtrand weitergehen wird, könne Unternehmerfamilie Lichtenegger von der Firma Lico noch nicht sagen, da die Schadensabwicklung mit der Versicherung noch läuft. Ein Teil der dort untergebrachten Firmen hat jedenfalls schon signalisiert, dass sie an diesem Standort weitermachen wollen würden. Auch wenn die Halle neu aufgebaut werden sollte, wird das dauern. Und so haben die Mieter teils schon Ersatzquartiere gefunden.
Nicht nur weitere Chalets sollen am Klippitztörl gewidmet werden
2008 wurden die ersten Widmungen für Freizeitwohnsitze am Klippitztörl durchgeführt. „Auch eine bestehende Widmung für ein Hotel und ein Kaufgeschäft oder Kaffeehaus gibt es“, so Bürgermeister Dieter Dohr (Liste Dohr). Bis heute sind dort 82 Chalets entstanden – zwei Drittel davon sind Zweitwohnsitze. Im Bad St. Leonharder Gemeinderat wurden in diesem Jahr wieder die Pläne der Althofener Tilly Forstbetriebe GmbH, das bestehende „Klippitzdorf“ zu erweitern, diskutiert. Dohr: „Konkret wurden durch Stadtrat Gerhard Penz ein Hotel mit rund 200 Betten plus ein Hoteldorf von 18 Chalets, 20 Hütten für reines Kurgebiet zur touristischen Vermietung, 32 Bauparzellen für Freizeitwohnsitze und 300 Parkplätze auf 7,8 Hektar ausverhandelt.“ Ursprünglich waren 92 neue Chalets geplant. „Für mich ist es ein vertretbarer Kompromiss zum Erhalt des Skigebietes“, so Dohr. Durch einen Abänderungsantrag von Vizebürgermeister Heinz Joham (Liste Dohr) stimmte der Gemeinderat einer Vorprüfung des Projekts durch die Kärntner Landesregierung einstimmig zu.
Lavanttaler Firma investiert 25 Millionen Euro in Neubau
Im Sommer fiel der Startschuss für den Neubau von „K industries“ in St. Andrä. Rund 25 Millionen Euro sollen in den Bau einer neuen Produktionshalle sowie eines Bürotraktes für den Anlagenbauer mit 140 Mitarbeitern fließen, hinter dem die Wolfsberger Unternehmerfamilie Kreuzer steckt. Dafür wurden 30.000 Quadratmeter bei der Industriezone entlang der Packer Straße gekauft und der ehemalige Gasthof „Huaf“ abgerissen. In einem anonymen E-Mail an die Kleine Zeitung kreideten Anrainer Wochen nach dem Baustart den „illegalen Bau“ an. Zu den Vorwürfen sagte Familie Kreuzer: „K industries baut im Einklang mit allen behördlichen Auflagen und im Rahmen der erteilten Baugenehmigung. Im Hinblick auf die anstehende gewerberechtliche Verhandlung war mit der Gewerberechtsbehörde vereinbart worden, noch notwendige Unterlagen mit Ende September einzureichen.” Bezirkshauptmann Georg Fejan: „Wir haben die komplexe rechtliche Lage mit der Oberbehörde abgecheckt, also mit der Abteilung 7 des Landes. ,K industries‘ darf das Bürogebäude weiter errichten, die Produktionshalle jedoch nicht, obwohl dieser Bereich schon ausgehoben wurde. Für das Bürogebäude reicht im Rahmen einer Bewilligungsfreistellungsverordnung die Baugenehmigung der Gemeinde, für alles weitere muss die gewerbebehördliche Genehmigung abgewartet werden.“ Mit der Erteilung der gewerbebehördlichen Genehmigung Ende des Jahres konnte weitergebaut werden.
Schwere Vorwürfe gegen Lavanttaler Mittelschule
Als „untragbare Zustände“ beschrieb die Mutter eines Schulkindes die Vorkommnisse, die sich an einer Wolfsberger Mittelschule zugetragen haben und nach wie vor aktuell sind. Ein Fall, der die Mutter – und ihr zufolge auch die Mitschüler – seit bald einem Jahr belastet und für sie die Zustände und die fehlende Kommunikation an der Schule bestätigen, war ein Vorfall, der sich im Vorjahr auf einem mehrtägigen Schulausflug vor den Sommerferien ereignete. „Mein Kind kam sehr verängstigt von diesem Ausflug zurück und meinte, dass die Polizei an die Schule kommen würde, da es einen Fall von sexuellem Übergriff unter zwei Schülern gab. Wir Eltern wurden ohne jegliche Informationen in die Sommerferien entlassen und meinem Kind wurde sogar gesagt, dass es nichts zu dem Vorfall sagen darf. Aber auch danach wurden wir Eltern nicht aufgeklärt“, beklagte die Mutter, die zum Schutz ihres Kindes anonym bleiben möchte.
Lavanttaler baut Windrad auf seinem Hof
Der Landwirt Franz Dorner (66) aus Kamp in der Marktgemeinde Frantschach-St. Gertraud errichtete rund 150 Meter über seiner Hofstelle ein Windrad. Das 30 Meter hohe Windrad mit einem 16 Meter langen Rotordurchmesser ging am 10. Oktober in Betrieb. „Es ist die erste Kleinwindkraftanlage in Österreich mit einer Leistung von 25 kW“, sagte Dorner, der in rund 1300 Metern Seehöhe einen Geflügelmastbetrieb führt. Mit dem Kleinwindrad könne er künftig 100 Megawattstunden (MWh) Strom pro Jahr – der Energiebedarf von 30 Haushalten – erzeugen. „Solche Windräder könnten auch in Städten oder entlang von Skipisten gebaut werden“, so der Lavanttaler.
Die Saualpe im Visier der Windparkbetreiber
Die Saualpe ist für ihr sanft-touristisch genutztes Almgebiet und die zahlreichen Hütten bekannt. Der höchste Gipfel ist der Ladinger Spitz, der sich im Gemeindegebiet von Wolfsberg befindet. Gerade dort wollte ein Investor zwei Windräder errichten. Daher ergriff die Stadt Wolfsberg rechtliche Maßnahmen. „Wir haben ein Gutachten erstellen lassen, welche Möglichkeiten wir als Gemeinde haben, um ein Bauverbot von Großprojekten durchzusetzen. Wir sind nicht gegen Windräder, aber bitte nur dort, wo es schon aufgeschlossene Flächen, also eine Infrastruktur und eine Straße gibt. Wir werden sicher nicht dulden, dass in einem unberührten Naturgebiet hinter der Wolfsberger Hütte eine Straße gebaut und Leitungen verlegt werden, weil ein Investor findet, dass der Wind dort günstig ist und deshalb zwei Windräder aufstellen will“, stellte Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) fest. Die Begründung: Mit den bereits errichteten und den noch geplanten Windparkanlagen im Bereich des Koralpenzuges werden große Teile des kärntnerischen Teiles der Koralpe mit Windindustrieanlagen, Zufahrtswegen, Ableitungstrassierungen und dergleichen verbaut. Denn im Lavanttal befinden sich derzeit rund 50 Windräder in den verschiedensten Phasen - jedoch auf der Koralpe. Der Windpark Steinberger Alpe mit sechs Windkraftanlagen sowie Soboth mit zwei Windkraftanlagen wurden bereits umgesetzt.
Mehr aus der Region: