Im Sommer fiel der Startschuss für den Neubau von „K industries“ in St. Andrä. Rund 25 Millionen Euro sollen in den Bau einer neuen Produktionshalle sowie eines Bürotraktes für den Anlagenbauer mit 140 Mitarbeitern fließen, hinter dem die Wolfsberger Unternehmerfamilie Kreuzer steckt. Dafür wurden 30.000 Quadratmeter bei der Industriezone entlang der Packer Straße gekauft und der ehemalige Gasthof „Huaf“ abgerissen.

In einem anonymen E-Mail an die Kleine Zeitung kreideten Anrainer Wochen nach dem Baustart den „illegalen Bau“ an. Zu den Vorwürfen sagte Familie Kreuzer: „K industries baut im Einklang mit allen behördlichen Auflagen und im Rahmen der erteilten Baugenehmigung. Im Hinblick auf die anstehende gewerberechtliche Verhandlung war mit der Gewerberechtsbehörde vereinbart worden, noch notwendige Unterlagen mit Ende September einzureichen.” Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) Wolfsberg hieß es dazu: „Mit der Gewerbebehörde wurde die Ergänzung und Vorlage der Projektunterlagen für September abgestimmt, um das noch laufende Verfahren abschließen zu können, nicht die Umsetzung von Baumaßnahmen“, so Leonhard Paulitsch, Leiter der Gewerbeabteilung: „Neben der Baubewilligung seitens der Gemeinde ist auch die gewerberechtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft nötig und die rechtliche Grundlage dafür, um mit dem Bau starten zu dürfen. Und in diesem Fall liegt noch keine gewerberechtliche Genehmigung vor.“ Somit wurde der „illegale Bau“ bestätigt, „wir werden nun ein Strafverwaltungsverfahren veranlassen und nach dem Gewerberecht prüfen, welche Maßnahmen anzuordnen sind“, so Paulitsch.

So soll die neue Firmenzentrale von „K industries“ in St. Andrä aussehen
So soll die neue Firmenzentrale von „K industries“ in St. Andrä aussehen © K industries

Inzwischen sind knapp drei Wochen vergangen und die Bauarbeiten schreiten weiter voran. Wie das sein kann, erklärt Bezirkshauptmann Georg Fejan: „Wir haben die komplexe rechtliche Lage mit der Oberbehörde abgecheckt, also mit der Abteilung 7 des Landes. ,K industries‘ darf das Bürogebäude weiter errichten, die Produktionshalle jedoch nicht, obwohl dieser Bereich schon ausgehoben wurde. Für das Bürogebäude reicht im Rahmen einer Bewilligungsfreistellungsverordnung die Baugenehmigung der Gemeinde, für alles weitere muss die gewerbebehördliche Genehmigung abgewartet werden“, so Fejan. Wann er mit dem Bescheid rechnet? „Die gewerberechtliche Verhandlung findet Anfang November statt. Wenn laut Sachverständigen alle Unterlagen vollständig sind und seitens der Anrainer keine Einwendungen passieren, kann der Bescheid relativ schnell fertig sein“, so Fejan, der die Bezeichnung „relativ schnell“ nicht näher definieren könne. Und wie es mit dem Strafverfahren aussieht? „Die Verwaltungsstrafanzeige ist fertig erstellt und wird jetzt versendet“, so Fejan.

Nach Insolvenz von „Kresta“

Warum „K industries“ überhaupt neu baut? Am jetzigen benachbarten Standort ist „K industries“ als Nachfolger der damals insolventen Firma „Kresta“ seit dem Jahr 2017 nur eingemietet. Sobald die neue Firmenzentrale fertig ist, soll gesiedelt und der alte Standort verlassen werden. Die beiden Geschäftsführer Martin und Philipp Kreuzer rechnen mit der Inbetriebnahme zu Ostern 2025.

Gegenüber von der OMV-Tankstelle in Framrach bei St. Andrä wird gebaut
Gegenüber von der OMV-Tankstelle in Framrach bei St. Andrä wird gebaut © Bettina Friedl