„Wir sind nicht gegen die Ansiedlung eines Betriebes und nicht gegen einen Abbau sondern wir sind für Transparenz. Wir werden alles tun, um die Bevölkerung zu schützen“, sagt Günther Vallant (SPÖ), Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud. Konkret geht es um den Lithium-Abbau auf der Weinebene, bei dem keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden muss. Sobald der Bescheid vom Land vorlag, wurde die Argumentation von der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud geprüft, warum das Projekt nicht UVP-pflichtig sein soll. „Die Flächeninanspruchnahme betreffen 9,8 Hektar, ab 10 Hektar ist eine UVP notwendig. Die Trasse für die Stromversorgung- sowie die Gasleitung und die Rodungen werden nicht zum Projekt hinzugezählt“, so Vallant und führt weiter aus: „Erst jetzt — nach dem Landesbescheid — werden erstmalig die Informationen vor Ort von uns als Standortgemeinde eingeholt. Das Almhüttendorf Weinebene mit allen Herbergs- und Gastronomiebetrieben sowie die Weinebene Ski GmbH wurden bei der UVP nicht berücksichtigt — diese Betriebe befinden sich in unmittelbarer Nähe“. Nun wurde die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) gegen den Feststellungsbescheid der Kärntner Landesregierung einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Die Naturschutzorganisation „Alliance For Nature“ (AFN) mit Sitz in Wien, erhob bereits Beschwerde. Die vorgegebene Vier-Wochen-Frist für Beschwerden läuft noch bis 27. Dezember 2024.

Der Fokus des Projektes

Das Unternehmen ECM Lithium AT GmbH erhielt Ende November von der Kärntner Landesregierung den Bescheid, dass für das Vorhaben keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist. Dietrich Wanke, CEO sowohl von ECM Lithium AT GmbH als auch von European Lithium über den Bescheid: Die Feststellung, dass unser Lithiumprojekt auf der Weinebene, für das alle komplexen Vorarbeiten und die Projektentwicklung über mehr als eine Dekade von uns vollumfänglich vorfinanziert wurden, keine UVP benötigt, beruht auf der Prüfung durch unabhängige und hocherfahrene Sachverständige aus verschiedensten umwelttechnisch relevanten Fachgebieten.“ Nun liege der Fokus des Projekts darauf, den Beginn des Abbaus zu finanzieren und die Genehmigung der Anlage und des Gewinnungsbetriebsplans weiter zu betreiben. Die Entscheidung, dass keine UVP durchzuführen ist, könnte sich positiv auf die Finanzierung auswirken. Im Sommer bezifferte Wanke im Interview mit der Kleinen Zeitung den Finanzierungsbedarf mit 500 Millionen Dollar. In die Exploration und Vorbereitung seien bisher über 70 Millionen Australische Dollar (rund 43 Millionen Euro) geflossen. Bisher habe das Projekt keine Förderungen für den Abbau erhalten. Trotz der positiven finalen Machbarkeitsstudie und zahlreicher Gespräche hätten sich europäische Banken bisher hinsichtlich einer Finanzierung zurückhaltend gezeigt.