Als der einstige Chefredakteur und heutige Herausgeber Hubert Patterer seine Vision über die neue Rubrik im Kreise der Redakteurinnen und Redakteure kundtat, machte sich Skepsis breit. Ein paar Monate gab man dem „Kärntner des Tages“, mehr sicher nicht. Am 1. März 1996 war es dann so weit. Auf der Aufmacherseite des Bundeslandteils erschien der erste KdT, wie die Rubrik intern seither abgekürzt wird. Es ist ein Porträt über Kärntnerinnen und Kärntner, die mit ihrem Tatendrang, Können, Wissen und Leistung die menschliche Vielfalt des Landes abbilden.

Auch wenn das Foto damals noch in Schwarz-Weiß erschien, war das Format alles andere als farblos, ganz im Gegenteil. Aus der prophezeiten Eintagsfliege entwickelte sich ein fixes Format, das auch 30 Jahre später nichts an seiner Strahlkraft verloren hat. Viele porträtierte Menschen sind in der Zwischenzeit verstorben. Selten, aber doch, wurden Verstorbene zum KdT. So etwa am 5. Jänner 2008 mit Hemma von Gurk, zum 70. Jahrestag ihrer Heiligsprechung. Auch die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann und der Chemiker und Erfinder Carl Auer von Welsbach waren schon 30 beziehungsweise 74 Jahre tot, als die beiden kurzporträtiert wurden. Die Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung hatten die beiden im Jahr 2003 zu den „größten Kärntnern“ aller Zeiten gewählt.

Viel öfter geht es bei den KdTs um das Leben. Zur lieben Tradition wurden in der Kleinen Zeitung die Neujahrsbabys, die Jahr für Jahr am 2. Jänner die Leserinnen und Leser entzücken. Regelmäßig werden auch Heldinnen und Helden, Helferinnen und Helfer, die abseits des Rampenlichts agieren und im Stillen Leben retten, vor den Vorhang geholt.

Und wer meint, im Laufe der Jahrzehnte einen Namen nicht nur einmal in dieser Rubrik gelesen zu haben, der irrt nicht. Manche Personen werden mehrmals zum KdT. Sie sind entweder auf mehreren journalistisch attraktiven Gebieten unterwegs oder blieben einem Gebiet über Jahrzehnte ohne Abstriche treu oder legten sogar noch nach.

Die Kärntner online

Das Format selbst entwickelte sich mit der Zeit. Der Artikel wurde länger, dem Foto wurde mehr Raum gegeben und dem Online-Auftritt der Kleinen Zeitung sei Dank, können die Porträts der Frauen, Männer und jungen Leute auch rund um den Globus gelesen werden. Besondere Persönlichkeiten wurden über Jahre im Rahmen einer „Kärntner des Jahres“-Gala ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2021 ehrt die Kleine Zeitung die „Köpfe des Jahres“.

Und nein, Osttiroler sind von diesem Format natürlich nicht ausgeschlossen. Um deren Leistungen zu würdigen, wird die Rubrik kurzerhand zum „Osttiroler des Tages“ umbenannt. Ebenso wenig werden „Zugereiste“ ausgegrenzt. Menschen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland, die sich in Kärnten niedergelassen haben und sich hier beruflich oder privat engagieren.

Dank des Engagements der Kärntnerinnen und Kärntner sind wir zuversichtlich, dass dieses Format auch weiterhin ein fixer Bestandteil in der Berichterstattung der Kleinen Zeitung sein wird.