Seit Jahren sind Windkraftanlagen in der Gemeinde Gnesau im Gespräch. Und es scheint, dass sich auch nach der Volksbefragung nichts geändert hat. Zur Erinnerung: Das Unternehmen „Ecowind“ wollte insgesamt 17 Windkraftanlagen auf der Schön und auf der Lichteben errichten. Es wurde informiert, demonstriert, diskutiert und auch gestritten. Die Bevölkerung war gespalten. Vom Land wurde eine Zonierung präsentiert, außerhalb dieser Zonen dürfen keine Windkraftanlagen gebaut werden. Gnesau schien nicht in der Zonierung auf, „Ecowind“ wandte sich ab. Nach der Volksbefragung im Jänner artikulierten die Gemeindebürgerinnen und -bürger ein klares Zeichen. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,26 Prozent. Die Gemeinde hatte damit die höchste Wahlbeteiligung in ganz Kärnten. 78,60 Prozent sprachen sich für ein Verbot der Windkraftanlagen aus.

Im Mai 2025 wurde bekannt, dass der amerikanische Konzern „ContourGlobal Management Europa GmbH“ seinen Windmessmast errichten wollte und bekam dafür einen positiven Baubescheid. „Passiert und aufgestellt wurde aber noch immer nichts“, erklärt Bürgermeister Erich Stampfer (ÖVP) gegenüber der Kleinen Zeitung.

Der Gnesauer Bürgermeister Ericht Stampfer
Der Gnesauer Bürgermeister Ericht Stampfer © Kk/Övp Gnesau/frank Lampl

Nun erreichte ein anonymes Schreiben die Kleine Zeitung. Ein Grundeigentümer aus Feldkirchen meinte, dass die Windkraftfirma Püspök in Gnesau unterwegs ist. „Man möchte auf der Schön das Ruder herumreißen und die Windkraft forcieren“, ist zu lesen und dass der Angestellte, der die Gespräche führt, „als Konkursler einer Firma bekannt ist und die Bauern in Gnesau von Windkraft überzeugen will“.

Errichtung derzeit gesetzlich nicht möglich

Das Land und Energielandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) halten weiterhin an der Auskunft von November, in der eine Errichtung von Windkraft nicht möglich ist, fest. „Die Auskunft vom November ist immer noch aufrecht. Die Windkraftzonierung des Landes wurde im Februar 2026 im Kärntner Landtag einstimmig beschlossen. Die Gemeinde Gnesau ist in dieser Zonierung nicht enthalten. Außerhalb der Zonierung ist die Errichtung von Windparks damit gesetzlich nicht möglich“, heißt es vom Büro des Landesrates.

Püspök: „Langfristiger Prozess“

Doch viele Anrainerinnen und Anrainer stellen sich die Frage: Was will der Konzern nun in der kleinen Kärntner Gemeinde? Auf Anfrage teilte der Konzern Püspök mit: „Wir führen laufend Gespräche mit Grundstückseigentümern, um mögliche Standorte für erneuerbare Energieprojekte frühzeitig zu prüfen. Die Entwicklung von Energieprojekten ist grundsätzlich ein langfristiger Prozess, der oft viele Jahre in Anspruch nimmt. Daher ist eine langfristige Vorgehensweise erforderlich. Solche Gespräche sind ein üblicher Schritt in der Projektentwicklung und lassen noch keine konkreten Rückschlüsse auf eine tatsächliche Umsetzung zu.“

Der Konzern fügt an, dass man in Gnesau schon vor dem Beschluss der Zonierung Gespräche führte: „Auch in der Gemeinde Gnesau wurden bereits vor Festlegung der aktuellen Windkraftzonierung in Kärnten Gespräche geführt, die auch weiterhin fortgesetzt werden. Wir sind hierbei nicht der einzige Akteur, sondern einer von mehreren, die entsprechende Potenziale prüfen.“ Somit werden nicht nur von Püspök Optionsverträge ausgearbeitet. Obwohl es gesetzlich derzeit nicht möglich ist, Windräder in Gnesau zu errichten: „Uns ist bewusst, dass das betreffende Gebiet derzeit nicht Teil der geltenden Zonierung ist. Daher sind auch keine Aussagen über die Anzahl von Windkraftanlagen oder ähnliche Details möglich“, heißt es abschließend von Püspök.

Auch Rennweg betroffen

In dem anonymen Schreiben ist auch zu lesen, dass der Energiekonzern in der Gemeinde Rennweg unterwegs ist und Verträge aushandelt. „Auch ich habe dieses Schreiben bekommen. Und ja, die Vertreter haben vor der Fixierung der Zonen bei uns in Rennweg Verträge abgeschlossen. Jedoch ist das Thema Windkraft bei uns vom Tisch und kein Thema, da auch wir nicht in der Zonierung des Landes liegen“, erklärt der Bürgermeister von Rennweg, Franz Aschbacher (ÖVP).

Der Rennweger Bürgeremister Franz Aschbacher
Der Rennweger Bürgeremister Franz Aschbacher © Kk/privat