Gnesau, eine Gemeinde, die seit Jahren ein Hin und Her erlebt. Kommen Windkraftanlagen oder nicht, das war immer die Frage. Es wurde informiert, demonstriert, diskutiert und auch gestritten.
Konkret hätten 17 Windräder in der Gemeinde entstehen sollen, fünf auf der „Lichteben“ und zwölf auf der „Schön“. Hinter dem Projekt standen Energiepionier Franz Dorner und die Firma „Ecowind“. Nachdem die Zonierung für Windkraftanlagen vom Land Kärnten veröffentlicht wurde, waren die Pläne aber vom Tisch.
Das Land Kärnten bestätigte gegenüber der Kleinen Zeitung im Dezember, dass in Gnesau keine Windkraftanlagen gebaut werden. „Diese Untersuchungsgebiete sind fixiert und werden nicht mehr ausgeweitet. Auch mögliche Pläne eines Anbieters in Gnesau haben darauf keinen Einfluss. Das Land wird in Gnesau definitiv keine Windkraft-Zone ausweisen. Das Land legt damit zum Schutz der Landschaft klare Regeln für Energiekonzerne fest. Allfällige Planungen einzelner Betreiber haben bei der Festlegung der Gebiete keinen Einfluss.“ Und auch der Projektinitiator zog sich zurück.
Gespannt konnte man am Sonntag, 12. Jänner, auf das Ergebnis der Volksbefragung blicken. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,26 Prozent. Die Gemeinde hat damit die höchste Wahlbeteiligung in ganz Kärnten. 78,60 Prozent sprachen sich für ein Verbot der Windkraftanlagen in Gnesau aus.
„Ich muss gestehen, ich wollte so eine Befragung auch schon vor einiger Zeit machen. Hätte mir aber nicht gedacht, dass es in der Gemeinde zu so einem klaren Ergebnis kommen wird. Auch die Nachbargemeinden haben dafür gestimmt, dass in den Nockgebieten keine Windkraftanlagen errichtet werden sollen“, erklärt Bürgermeister Erich Stampfer (ÖVP).
Ist das Thema Windkraft in der Gemeinde nun endgültig abgehakt? „Ich denke schon. Ich nehme nicht an, dass bei uns noch jemand etwas versucht. Schließlich steckt hinter den ganzen Projekten Wirtschaftlichkeit. Das Ergebnis der Volksbefragung hat wirklich einen Strich drunter gesetzt.“
Doch noch erneuerbare Energie aus Gnesau
Doch Gnesau könnte doch noch ein Erzeuger erneuerbarer Energie werden. Albeck, Gnesau, Himmelberg und Steuerberg arbeiten nämlich schon seit geraumer Zeit an Plänen für ein Wasserkraftwerk. „Aber hier hängt alles vom Land ab. Wir würden gerne eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, ob ein Wasserkraftwerk bei uns Sinn macht. Auch unsere Nachbargemeinden sind dafür. Doch das Land sagt, es sollen alte Kraftwerke adaptiert werden und keine neuen gebaut. Das ist für mich unverständlich. Irgendwas werden wir tun müssen“, erklärt Stampfer. Für ihn lässt sich ein Wasserkraftwerk leichter in das Landschaftsbild einbauen, als eine Windkraftanlage.