FinanzstrafverfahrenErmittlungen gegen Bischof Alois Schwarz eingestellt

Die WKStA hatte gegen sieben natürliche Personen und zwei Verbände ermittelt. Bischof: Klar gewesen, "dass an Vorwürfen nichts dran war."

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Er habe die Ermittlungen "entspannt verfolgt", reagierte Schwarz
Er habe die Ermittlungen "entspannt verfolgt", reagierte Schwarz © APA/HANS PUNZ
 

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat die Ermittlungen im Finanzstrafverfahren gegen den ehemaligen Kärntner und mittlerweile St. Pöltener Diözesanbischof Alois Schwarz eingestellt. "Mangels hinreichender Verdachtslage", berichteten die "Salzburger Nachrichten". Es war um den Verdacht der Hinterziehung von Körperschaftssteuer gegangen. Er habe die Ermittlungen "entspannt verfolgt", reagierte Schwarz.

Es sei ihm von vornherein klar gewesen, "dass an den Vorwürfen nichts dran war. Ich freue mich, dass die Korruptionsstaatsanwaltschaft das jetzt bestätigt hat", sagte der Bischof am Samstag zur APA. Da alle Ermittlungen final eingestellt seien, "wurde hier ein offizieller Schlussstrich gezogen und wir blicken motiviert nach vorne".

Die WKStA hatte gegen sieben natürliche Personen und zwei Verbände ermittelt. Es ging um die Geldflüsse rund um den Verkauf von mehreren Wohnungen in Pörtschach am Wörthersee im Jahr 2013. Das Bistum Gurk, das Mensalgut des Diözesanbischofs, hatte 2012 die Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus direkt am See für 1,38 Millionen Euro gekauft. Ein Jahr später wechselten die Immobilien wieder den Besitzer. Käufer war eine Stiftung des Waffenproduzenten Gaston Glock, die 1,5 Millionen bezahlte. Parallel dazu ging von einer anderen Stiftung aus dem Glock-Imperium eine Spende von 600.000 Euro an das Bundesdenkmalamt, das die Renovierung des Stiftes Gurk und die Einrichtung eines neuen Diözesanmuseums betreute.

Selbstanzeige

Das Bistum erstattete 2019 nach dem Wechsel von Schwarz nach St. Pölten Selbstanzeige. Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger und das Domkapitel hatten sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem der Verdacht auf Steuerhinterziehung in dem Immobiliengeschäft aufgekommen war. Besteht nämlich ein Zusammenhang zwischen dem Kauf und der Spende von 600.000 Euro, wären 25 Prozent Steuer fällig gewesen, somit 150.000 Euro. Ab der Wertgrenze von 100.000 Euro ist Steuerhinterziehung auch strafrechtlich relevant.

"In der Diözese St. Pölten sehen wir überall positive Aufbruchsstimmung dank der Reformen und der Arbeit der vergangenen Monate", betonte Schwarz am Samstag zudem. "Wir haben mehrere Positionen mit engagierten Menschen sehr gut nachbesetzt, unser junger Generalvikar (Christoph Weiss, Anm.) entfacht mit seinem Team missionarische Kraft in den Pfarren." Außerdem, so der Bischof weiter, würden mehrere junge Priester aktiv nach St. Pölten wechseln - "und pünktlich zum Uni-Start werden wir ein modernes Team von Studentenseelsorgern an unseren Hochschulstandort Krems holen, damit wir als Kirche vermehrt auch wieder junge Menschen ansprechen". Das alles erfülle ihn mit Freude, erklärte Schwarz.

Kommentare (7)
zill1
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Kirche

Alois Schwarz war kein heiliger und hat auch ohne Gericht viel verbrannte Erde hinterlassen! Aber er wurde kriminalisiert obwohl kein Gericht noch geurteilt hat! Auf der anderen Seite laufen weltweit tausende Katholische Pfarrer frei rum die unserer Jugend viel schlimmeres angetan haben u d nie dafür verurteilt wurden

robertpustritz
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Gott

sei Dank!

auer47
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In froher Erwartung

Und jetzt?
Kirchenkreise und Medien haben Bischof Schwarz seit drei Jahren zu kriminalisieren versucht und ihn heftigst attackiert. Jetzt sind die Verfahren eingestellt. Was werden jetzt Guggenberger und Co in Klagenfurt, die Journalisten in ihren Schreibstuben und die Amtskollegen in der Bischofskonferenz tun? Schuld einzugestehen, bereuen und um Verzeihung bitten sind zwar eine christliche Tugend, wir werden wohl vergeblich darauf warten

auer47
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UNd jetzt?

Was spielt sich heute in den Köpfen jener ab, die in der Kirche selbst, vor allem aber in den Medien schwerste Angriffe gegen Schwarz geritten sind und jetzt ziemlich schmähstad dastehen. Wohl keiner so viel sein, sich hinzustellen und eventuell sogar um Vergebung bitten . Auch nicht in der Kirche. Von medialer Seite ist das ohnedies nicht zu erwarten.
Es menschelt sehr stark, auch bei den Fußtruppen des Herrn. Ich bin sehr gespannt

hakre
20
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!

wenn das Verfahren eingestellt wurde, warum noch weiter alles in Frage stellen?

joschi41
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Moral von der Geschicht

`Na gut, strafrechtlich ist somit alles vom Tisch. Was bleibt ist die kircheninterne Visitation, von der EB Lackner meinte, es müsse wohl Konsequenzen geben. Weit gefehlt, Seither ist heilige Ruhe eingekehrt. Ruhe im Sinne von Totschweigen, unter den Tisch kehren, Aussitzen und die Menschen für blöd halten. Bischof Schwarz wird im restlichen Verlauf seine aktiven Zeit niemals wieder eine glaubwüwrdige kirche repräsentieren.

anda20
4
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Das Selbstbild von Hrn. Schwarz

und die Stimmungslage in Niederösterreich gehen diametral auseinander.

Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Schäfchen irren.

Vielen Dank