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Wanderin von Kühen getötetHöchstgericht bestätigt Urteil gegen Bauern

Deutsche Urlauberin war 2014 auf Wanderweg in Tirol von Kühen attackiert und getötet worden. Oberster Gerichtshof stellte nun fest: Der Landwirt haftet. Er muss Hinterbliebenen Schmerzensgeld bezahlen. Wanderin trifft Mitschuld.

Der Wanderweg, auf dem es zu dem Unglück kam, wurde von Touristikern besonders beworben
Der Wanderweg, auf dem es zu dem Unglück kam, wurde von Touristikern besonders beworben © APA (Sujetfoto)
 

Es war ein Urteil, das österreichweit für Aufsehen gesorgt hat: Im Februar 2019 wurde am Landesgericht Innsbruck ein Tiroler Landwirt zu Schadenersatzzahlungen an einen Deutschen und dessen Sohn verurteilt. Kühe des Bauern hatten im Juli 2014 eine deutsche Wanderin, die Ehefrau und Mutter der Kläger, attackiert und getötet. Die Urlauberin war mit ihrem Hund auf einem markierten Wanderweg unterwegs.

Kommentare (41)

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Landbomeranze
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Die Antwort wird sein,

Stacheldraht statt glattem Draht, keine Durchgänge und keine Überstiege mehr und übersprühen aller Wegmarkierungen mit Granit oder Baumfarbe. Zu verdenken wäre es den Bauern nicht, denn eine Versicherung wird alles tun um im Schadensfall nicht zu zahlen. Überstiege und nicht abgesperrte Gatter sind eine Einladung, Weiden zu begehen aus Versicherungssicht. Ist wie das unversperrte Auto mit an gesteckten Startschlüssel im Falle eines Autodiebstahls.

martinx.x
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dieser Massen-wandertourismus

mitsamt der Tatsache, dass jeder 2. einen Hund dabei haben muss, ist hirm-los.

Hanst99
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Ein tragischer Unfall

Die arme Frau hat leider mit Ihrem Leben für den Leichtsinn bezahlt und der Landwirt ist hoffentlich Haftpflicht (hat jeder Häuslbauer) versichert.
Wenn alle 160 000 Landwirte nur 10 € (ergibt 1,6 Mio) in eine Versicherung einzahlen und alle sonstigen Nutznießer (z.B. Tourismus und Alpenverein) etwas dazu zahlen wäre zumindest das finanzielle Risiko gedeckt und die Schreierei um die Schließung der Almen hätte ein Ende.

crawler
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Das dürfte auch nicht

DIE Lösung sein. Bekanntlich streiten ja Versicherungen jede Leistung einmal grundsätzlich ab und suchen dann mit einer Armada von Anwälten und eigenen "Sachverständigen" Lösungen zur Leistungsminimierung. Und wenn's jahrelanger Rechtsstreit ist.

tenke
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Wo liegt das Problem,

einen einfachen Zaun aufzustellen, wo Bedarf ist?!

ad93994a74a32b7eb4632a6e357a2262
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@tenke, ............

die Wanderer "sollten und müssten" sich immer bewusst sein das sie sich nicht auf öffentlichen Flächen bewegen und dadurch auch ihrem Verhalten und Tun viel mehr Wert beimessen müssen, es würde sich vile Ungemach verhindern und vermeiden lassen wenn die sensationsüchtige "Ich-Gesellschaft" da und dort den Gegebenheiten anpasst und nicht rücksichtslos und von Sensationslust getrieben bewegen würde, es muss jeder seinen unmittelbaren Beitrag leisten um solch Vorkommnisse nicht ignorant oder auch fahrlässig zu provozieren !!

wollanig
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Aufgrund der Konstellation

des Falles das einzig logische Urteil. Die ganzen Kritiker sollten sich nur mal die Mühe machen, die genauen Umstände und die Begründung nachzulesen. Dann würden sie es - vielleicht - kapieren. Da geht's nicht um eine Viehweide.

fon2024
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andaman

wollanig hier geht es einfach das man mit Hirn und Hund wandert.

natchen
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traurig

das ein österreichisches Gericht so ein Urteil fällt. Jeder weiß, dass man mit Hunden nicht auf die Almen gehen soll. Den gerade in der Zeit wo die Kühe ihre Kälbchen bekommen, wollen jene diese verteidigen, wie es jede Mutter tut. Unmöglich diese Richter.

gberghofer
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Die Schilder sind an Eindeutigkeit nicht zu überbieten.

Ich bin schon neugierig wie das ausgeht. Der muss ja dann Insolvenz anmelden. Kann mir nicht vorstellen, dass sein Einkommen dazu reicht.

marobeda
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Der Bauer hatte das Pech

dass es sich um eine bedingt öffentliche Straße handelt, wo sich alle frei bewegen können und es dort schon vorher einige Vorfälle mit diesen Kühen gegeben hatt und somit der Bauer von einer gewissen Aggressivität der Tiere gewußt haben muss und somit ein Teilverschulden vorlag. Allgemein bin ich dafür, dass Hunde auf geschlossenen Almen insbesondere innerhalb der Gatter überhaupt nichts zu suchen haben und dies durch ein Gesetz geregelt werden sollte. Ansonsten ist es ein Zivilrechtsweg unter Einschaltung eines RA und es von Beweismittel (Zeugen, Fotos etc.) bedarf, was die Bauern sich oft nicht antun wollen.

SagServus
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Der Bauer hatte das Pech, dass es sich um eine bedingt öffentliche Straße handelt

Das OGH hat die Straße gar nicht mehr behandelt sondern nur mehr nach der Tierhaltung und dem Verhalten der Tiere geurteilt:

"Im Almgebiet müssen Weideflächen im Allgemeinen nicht abgezäunt oder eingefriedet werden. Bei besonderen und örtlich eingegrenzten Gefahren sind auch im Almgebiet die Anforderungen an die erforderliche Verwahrung und Beaufsichtigung von Tieren erhöht und zumutbare zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zu fordern. Entsprechende Warnschilder aufzustellen reicht dabei nicht generell aus, im Einzelfall müssen auch Wanderwege abgezäunt werden.

Einen Wanderer, der sich mit seinem angeleinten Hund den Tieren einer Herde auf ein bis zwei Meter näherte, obwohl er mit einem Schild gerade davor gewarnt worden war, und die Leine noch dazu so führte, dass er sich vom Hund nicht jederzeit lösen kann, trifft ein Mitverschulden an den Verletzungen, die er durch eine Kuhattacke erlitt."

Helgut
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... den Hunf

sofort freizulassen..

stprei
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Verkürzt

Leider wird das Urteil hier stark verkürzt dargestellt. In der Pressemeldung des OGH (ogh.gv.at) zeigt sich, dass der OGH deutlich mehr Abwägungen getroffen hat und sich sehr intensiv mit dem (betonten) Einzelfall beschäftigt hat.
Er hat sogar Abwägungen zu den Kosten des Zauns in der Umgebung des Unfallortes und derlm Arbeitsaufwand getroffen.
Man muss allerdings schon auch an die Eigenverantwortung appellieren. Oder das Fleisch aus Argentinien importieren.

Landbomeranze
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Fleisch aus Argentinien?

Wer frisst dann das Gras auf den Almen und hält diese offen? Die Richter werden es nicht tun und damit gehen Verwaltung und alpine Artenverdrängung einher.

Landbomeranze
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Korr.

Verwaldung

Helgut
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Barbara12

Warum Ausländer? ÖsterreicherInnen lassen die Hunde auf der Alm nie frei laufen? Außerdem gibt's die Empfehlung bei einem Kuhangriff sofort freizulassen...

SANDOKAN13
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Ja aber die Leute machen was?

Sie nehmen ihre Hunderl in den Arm!!!!!

zafira5
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Urteil ein Fehler

Ich empfehle jeden Almbauern wenn die Weide sein
Privatbesitz ist die Wanderwege zu sperren und das betreten
des Grundstückes zu verbieten.

Und wie sagen sehr viele Hundeexperten:

Das Fehlverhalten ist am anderen Ende der Leine zu suchen.

unfassbar
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Und immer wieder...

... die ach so schrecklich aggressiven Kühe... !
Hat es sich noch immer nicht durchgesprochen, dass
Kühe in Hunden eine Bedrohung sehen ?

seinerwe
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Stupide Juristen

Es ist ein Problem, wenn Juristen Urteile fällen, ohne einen Gesamtüberblick zu haben. Eigenverantwortung ade, Hausverstand ade.

Karl_Bucho
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hier ist der Gesetzgeber gefragt rasch zu handeln!

Ihr brauchts über die Gerichte nicht schimpfen - die Urteilen nur nach bestehender Gesetzeslage und erfinden nicht irgend einen Rechtsbestand - das gibts nur im Angloamerikanischem Rechtssystem wie bekannt von US-Filmen.
rückwirkend kann man da nun eh nix mehr machen, aber für die Zukunft die passenden Gesetze erlassen, die hier den Bauern aus der Pflicht nehmen für das was auf seiner Alm in Verbindung mit Tierhaltung und Wanderaktivitäten passiert.

ErichGolger
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Keine Reputation für den Anwalt...

So tragisch der Vorfall auch ist, Hund & Kuh vertragen sich nicht. Dieses Wissen sollte von jedem Hundehalter vorausgesetzt werden können! Mir fehlt auch der Glaube, dass die Kühe dieses Bauern aggressiver sind als jene anderer Landwirte.

Leider ist in diesem Fall das Recht ziemlich weit von der Gerechtigkeit entfernt...

Windstille
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Na geh,

als Bauer musst Du deine Kühe schon kennen und wissen, welche aggressiv ist, welche lieber kuschelt, welche mehr und welche weniger Milch gibt ...
IRONIE AUS! Die ganze Sache ist ein Trauerspiel - und einmal mehr gibt es immer wieder die gleichen Sieger: Die Anwälte ...

Miraculix11
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Der Hund auf der Alm ist für die Kuh..

..ein böser Wolf. Bitte sperrt die Almen für die Trottel aus ihren Betonburgen die keine Ahnung von der Natur haben. Sollen im Stadtpark spazieren gehen.

Barbara12
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Hund freilaufend

wir erleben es immer wieder das Ausländer ihre Hunde am Berg oder auf der Alm frei laufen lassen

 
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