Dass das Land auch im Gesundheitsbereich sparen muss, haben zuletzt das Krankenhaus Friesach und das Elisabethinen-Krankenhaus in Klagenfurt erfahren. Der Wegfall der Allgemeinchirurgie hat da wie dort für Proteste gesorgt. Trotz Sparzwangs hat die Landesregierung am Montag auch zahlreiche Neuerungen präsentiert. So werden unter anderem eine bessere wohnortnahe Versorgung bei kürzeren Wartezeiten und schnelleren Terminen versprochen. „Es wird in Kärnten fünf neue Kassenstellen geben. Und im Unterschied zu anderen Bundesländern können wir diese auch besetzen“, kündigt Gesundheitsreferentin, Landesrätin Beate Prettner (SPÖ) an. Einen Ärztemangel gebe es in Kärnten nicht. Im Gegenteil: „Wir haben so viele Ärzte, wie noch nie“, sagt Prettner. Mehr als 3000 seien aktuell registriert.

Die lange angekündigten Primärversorgungszentren - seit Jahren gibt es nur eines in Kärnten - sollen nun auch tatsächlich kommen. Zehn Stück bis 2030, in jeder Bezirkshauptstadt mindestens eines, sieht der Regionale Strukturplan Gesundheit vor, der nach Fertigstellung jetzt auch dem Landtag übermittelt wird. „Von jungen Ärztinnen und Ärzten kommt oft der Wunsch nach planbaren Arbeitszeiten. In den Gesundheitszentren gibt es diese“, sagt Prettner. Weiters soll es in Kärnten noch eigene Ambulatorien mit Schwerpunktsetzung wie Augenheilkunde, Diabetes oder Frauengesundheit geben.

Spezialisierungen und Kooperationen

Schließungen von Krankenhäusern sind weiterhin ausgeschlossen. Das Land hat einmal mehr eine Standortgarantie ausgesprochen. „Die wohnortnahe Versorgung muss unser Leitprinzip sein. Weil die Budgetmittel aber nicht in den Himmel wachsen, gehen wir den Weg von Spezialisierungen und Kooperationen“, sagt Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber (ÖVP).

Einheitliche Gehälter

Das Team Kärnten fordert, dass diese Ankündigungen nicht nur auf dem Papier stattfinden, sondern auch tatsächlich umgesetzt werden. Man pocht vor allem auf die rasche Umsetzung der versprochenen neuen Primärversorgungseinheiten bzw. Gesundheitszentren. In der Diskussion über die Kosten des Gesundheitssystems fordert Klubobmann Gerhard Köfer im Spitalsbereich bundesweit einheitliche Ärztegehälter. „Kärnten droht sonst im Personalwettbewerb weiter ins Hintertreffen zu gelangen.“