Die Aufregung im Bezirk St. Veit war groß: Mitte September wurden von Gesundheitsreferentin und Landesrätin Beate Prettner (SPÖ) Einsparungsmaßnahmen bei den Kärntner Krankenhäusern präsentiert. Hart getroffen hat der Plan das Krankenhaus des Deutschen Ordens in Friesach. Die Allgemeinchirurgie soll geschlossen werden. Im Spital herrschte Entsetzen, rund 1000 Operationen würden durch diesen Einschnitt wegfallen. Die Polit-Spitze der Stadt wollte daraufhin eine Krisensitzung mit allen Bürgermeistern des Bezirkes einberufen.
Man wollte nicht kampflos aufgeben, deshalb kam es am Donnerstag der Vorwoche zu einem Gespräch mit der Gesundheitsreferentin, an dem Ernst Benischke, Geschäftsführer und ärztlicher Leiter des Krankenhauses, Pflegedirektorin Petra Präsent, Bürgermeister Josef Kronlechner (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Ursula Heitzer (SPÖ) teilnahmen. Bei diesem Treffen kam es zu einer überraschenden Einigung. Wie im Entwurf des Regionalen Strukturplanes Gesundheit (RSG) 2030 vorgesehen, wird die Allgemeinchirurgie/Tageschirurgie am Deutsch-Ordens-Krankenhaus Friesach mit 1. Juli 2027 geschlossen. Allerdings kam man überein, dass eine chirurgische Ambulanz von Montag bis Freitag weiterhin mit vollem Leistungsumfang betrieben werden kann – auch über die Jahresmitte 2027 hinaus. Dies schließt die Leistungen der Wundambulanz mit ein.
„Standort Friesach gesichert“
„Das ist eine gute, und laut Krankenhausleitung auch eine richtige Lösung“, sagt dazu Bürgermeister Kronlechner. Die geplante Krisensitzung mit den Bürgermeistern wurde daraufhin wieder abgeblasen. Prettner betont, dass „der Standort Friesach gesichert ist“. Von der Krankenhausleitung selbst war nach dem Gespräch niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Auf wenig stößt die Einigung bei der FPÖ. „Es handelt sich leider nur um eine Scheinlösung. Die Schließung der Allgemeinchirurgie bedeutet nichts anderes, als einen Tod auf Raten für die regionale Gesundheitsversorgung. In der Medizin nennt man so etwas einen qualvollen Sterbeprozess durch lebensverlängernde Maßnahmen. Wir kämpfen daher weiter für den Erhalt der Gesundheitsstrukturen, insbesondere in den ländlichen Regionen“, erklärten FPÖ-Chef Erwin Angerer und Klubobmann Josef Ofner, Bürgermeister von Hüttenberg.
Rede von Josef Ofner vor dem Landtag:
Dass Prettner „schon nach kurzer Zeit zurückrudern muss“, sei ein klarer Beweis dafür, dass sie den Strukturplan Gesundheit zuvor dem Landtag zur Beratung vorlegen hätte sollen, „und vor allem mit allen Betroffenen reden hätte müssen – bevor sie an die Öffentlichkeit geht“.