„Ich habe das Pferd eingefangen wie ein Cowboy am Moped“, schildert Jannik Domaingo, Reitstallbesitzer aus Maria Saal. Er half entscheidend dabei mit, ein ausgebüxtes Pferd auf einer Schnellstraße nördlich von Klagenfurt einzufangen.
Retter kam ohne Vignette
Als Betreiber des größten Reitstalls der Umgebung wurde Domaingo schon öfter bei derartigen Vorfällen kontaktiert. „Bei Pferden auf Feldern oder Radwegen. Aber ein Pferd, das auf der Schnellstraße entlang galoppiert, das gab es meines Wissens noch nie. Das kenne ich nur aus dem Fernsehen.“ Nachdem er informiert wurde, schwang er sich sofort auf sein Moped und fuhr los. „Ohne Vignette“, wie er zugibt, „aber darum geht es im Ernstfall ja nicht.“
Auf der Schnellstraße angekommen, sah Domaingo schon viele herumstehende Pkw mit Warnblinkanlage – und dann: Ein Pferd: „Es galoppierte der Leitplanke entlang. Ich habe dann am Moped versucht, es weiter zur Planke zu drängen und es hat funktioniert. Es blieb stehen und alles war gut.“ Zu diesem Zeitpunkt war dann auch bereits die Polizei vor Ort. „Wir sind zur Unterstützung gekommen, haben beim doch ungewöhnlichen Fall assistiert“, so Polizei-Pressesprecher Werner Pucher.
„Mama, da galoppiert ein Pferd“
Eine, die das Spektakel live als Passantin live miterlebt hat, ist Ursula Meyer: „Ich kam mit meiner Tochter selbst aus einem Reitstall in St. Veit. Da stand dann eine Autokolonne kurz vor der Kreuzung bei der Auffahrt Klagenfurt Nord und meine Tochter rief, dass dort ein Pferd galoppiert“, schildert sie.
Als Fachkundige stieg Meyer aus, als plötzlich ein Moped an ihr vorbeiraste: „Das war Jannik Domaingo, der das Pferd stoppen konnte.“ Gemeinsam sicherten sie das Pferd folglich. Parallel dazu fingen sie gemeinsam mit der Polizei an, sämtliche Reitställe in der Umgebung durchzutelefonieren, ob jemand ein Pferd vermisst.
Verängstigt, aber brav ließ sich das Tier einfangen, zu Schloss Mageregg bringen – wo es nach relativ kurzer Zeit bereits von dessen mittlerweile ausfindig gemachten Besitzern abgeholt werden konnte. Und auch für Jannik Domaingo gab es anscheinend ein Happy End: „Die Polizei meinte, ich bekomme keine Strafe, weil ich ohne Vignette auf die Schnellstraße gefahren bin.“