„Volks-Landeshauptmann“ Herbert Kickl? Wenn man Gerüchten aus diversen (insbesondere natürlich freiheitlichen) Kreisen Glauben schenken möchte, dann könnte das eines der Ziele des FPÖ-Bundesparteichefs sein: ein Antreten als blauer Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2028 in Kärnten. Während sich prominente Vertreter der Kärntner Politik dazu offiziell gar nicht äußern möchten, wird im Online-Forum der Kleinen Zeitung heftig darüber diskutiert.
Will Kickl in Kärnten antreten?
SPÖ und ÖVP ohne Kommentar
Kickl, gebürtiger Radentheiner, könnte – sollte er tatsächlich kandidieren – entweder auf SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Daniel Fellner oder auf SPÖ-Klubobmann Philip Kucher treffen. Beide möglichen Kontrahenten äußern sich auf Anfrage jedoch nicht zu den Gerüchten. Kucher ist ja schon derzeit Kickls direkter Gegenspieler im Nationalrat.
Auch die Kärntner ÖVP vermeidet eine Stellungnahme. Barbara Wedenig, Pressesprecherin von ÖVP-Chef Martin Gruber, lässt knapp wissen: „Von uns gibt’s zu diesem Gerücht keinen Kommentar.“
„Ja, es war Thema“
Innerhalb der FPÖ wurde der Artikel der Kleinen Zeitung vom Dienstag intern intensiv diskutiert. Ein Partei-Insider bestätigt: „Ja, es gab die Debatte, ob Herbert Kickl in Kärnten in den Ring steigen soll. Meines Wissens hat man sich aber gegenwärtig dagegen entschieden.“ Der Grund: Das Risiko sei aktuell zu groß – sowohl für die Landespartei als auch für Kickl selbst. „Was ist, wenn plötzliche vorzeitige Neuwahlen im Bund ausgerufen werden und Kickl in Kärnten gebunden ist?“
Offiziell äußert sich jedoch kaum jemand bei den Freiheitlichen. Der Nationalratsabgeordnete Wendelin Mölzer - seines Zeichens im Bund (wieder) sehr hoch im Kurs, schweigt. Gernot Darmann – selbst als möglicher Spitzenkandidat genannt – erklärt hingegen: „Dieses Gerücht ist der Sommerhitze geschuldet, Herbert Kickl hat sich klar dazu geäußert. Ich gehe davon aus, dass Erwin Angerer unser Spitzenkandidat wird, wenn er das möchte.“
FPÖ-Chef Angerer selbst hat sich bereits zuvor geäußert: Er hält das Ganze ebenfalls nur für ein Gerücht und betont, selbst als Spitzenkandidat zur Verfügung zu stehen.
Heftige Debatte im Forum
Während sich die Politik bedeckt hält, wird im Leserforum der Kleinen Zeitung umso emotionaler diskutiert. Einige Stimmen zeigen sich alarmiert: „Lieber Herrgott, beschütze uns [vor Herbert Kickl]“, schreibt ein User. Ein anderer sieht das Ganze humorvoll: „Lei, Lei. Und dann kann er den ganzen Tag mit der Landesfahne um den Lindwurm tanzen.“
Skepsis herrscht auch bezüglich Kickls Motivation. Ein Leser vermutet Eifersucht auf seinen Parteikollegen Mario Kunasek, der in der Steiermark den Landeshauptmann-Sessel erobern konnte. „Kärntner Landeshauptmann? Na bravo! Da ordne ich aber die Kärntner schon als intelligentes Völkchen ein, um das zu verhindern“, ordnet ein User ein. Andere halten eine Landeskarriere für unter Kickls Ambitionen: „Er will doch Bundes- und nicht Landesliga spielen.“
Manche sehen in der Arbeit der Sozialdemokratie eine ungewollte Steilvorlage für Kickl: „Die SPÖ arbeitet auf einen Landeshauptmann Kickl hin“, heißt es sinngemäß. Ein User argumentiert hingegen strategisch: „Ein Wechsel nach Kärnten könnte Sinn ergeben – dort hätte er womöglich einen gesicherteren Posten als im Bund.“ Wieder andere halten die Spekulationen für „Wunschdenken der Koalitionsparteien“.
Doch es gibt auch ganz andere Stimmen. „Es ist überhaupt bemerkenswert, dass er sich für dieses Land immer noch einsetzt.“ Schließlich sähe ein User in einem Wechsel sogar eine Win-win-Situation:„Kärnten bekäme endlich den Landeshauptmann, der ihm gebührt. Und im Parlament in Wien könnte Susanne Fürst mehr in den Vordergrund rücken.“