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Klar für MaskenpflichtVirologin Puchhammer über Patienten-Anstieg besorgt

Einen "richtigen" Lockdown mit Schulschließungen kann sich die Virologin "nicht vorstellen". Sie spricht sich klar für die Maskenpflicht und gegen ein "Freitesten" nach fünf Tagen aus.

Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl © APA/Helmut Fohringer
 

Die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl sieht den starken Zuwachs an Corona-Patienten, die im Spital aufgenommen werden müssen, mit Sorge. "Die Zunahme ist schon besorgniserregend", vor allem müsse man den Zeitablauf bedenken, sagte sie am Dienstagabend in der "ZiB 2". Denn: "Die Intensivbetten und die Belegung der Spitalbetten entspricht ja der Infektion, die vor zwei bis drei Wochen stattgefunden hat und reflektiert noch gar nicht die Zahlen die wir heute haben."

Es sei daher anzunehmen, dass die Fälle "noch deutlich ansteigen" werden - "und das ist schon besorgniserregend". Gefragt, ob man daher umgehend weitere Maßnahmen verhängen müsste, sagte die an der MedUni Wien tätige Expertin, die jüngsten Schritte seien ja erst am Wochenende gesetzt worden. Jetzt sei es "eher daran, die Bevölkerung irgendwie zu motivieren, oder zu erklären, warum man das einhalten soll" - und dann gelte es abzuwarten, ob die Maßnahmen auch funktionieren.

"Schulen sollten immer offen bleiben"

Angesprochen auf einen möglichen Lockdown, den Experten ja auch für die Nachbarländer Schweiz und Deutschland mittlerweile für notwendig erachten, sagte die Expertin: "In diesen Ländern ist das wahrscheinlich so. Ich glaube, es ist schwer vorauszusagen. Ich hätte im Sommer nie gedacht, dass wir in diese Situation jetzt so schnell kommen. Auch in den anderen Ländern nicht. Derzeit versucht man es ohne Lockdown, auch ohne Schulschließungen." Einen "richtigen" Lockdown mit Schulschließungen könne sie sich "nicht vorstellen - Schulen sollten immer offen bleiben, das ist so ein Konsens". "Ich glaube, man sollte abwarten, wie sich die Zahlen in den nächsten Tagen verhalten."

Zu ihrem am Sonntag publik gewordenen E-Mail, das an mehrere Personen der Task-Force des Gesundheitsministeriums gerichtet war und in dem sie davor warnte, dass die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren gehen könnte, sagte Puchhammer-Stöckl, dies sei als "Information" gedacht gewesen - nicht als "große Warnung". Es gehe darum, dass man bei den kleinen Clustern in Familien nicht mehr nachvollziehen könne, woher diese kommen, es werde mit der Nachverfolgung der Infektionen immer schwieriger. Wenn dieses Contact Tracing nicht mehr funktionieren sollte, dann müsse man in weiterer Folge "ganz stark in den Schutz der vulnerable Gruppen gehen".

Wirksamkeit der Masken

Zweifel am Maskentragen, wie sie am Wochenende Franz Allerberger, Infektiologe der staatlichen Gesundheitsagentur AGES, geäußert hatte, teilt Puchhammer-Stöckl keinesfalls. "Es kommt in den letzten Tagen wirklich Studie um Studie um Studie heraus, die die Wirksamkeit von Masken belegt. Wir wissen alle, das ist kein hundertprozentiger Schutz. Wir können aber einen Teil der Infektionen verhindern." Und es gehe auch darum, dass man bei Verwendung der Maske die Virusmenge an der "Eintrittspforte" reduziere. "Ich bin nirgends ohne meine Maske unterwegs", so Puchhammer-Stöckl.

Allerbergers Aussage, wonach jeder Corona bekommen werde, sofern er nicht vorher stirbt, kommentierte sie zurückhaltend. Das Problem bei COVID-19 sei ja nicht nur die Erkrankung selbst, sondern "das Problem ist die Gleichzeitigkeit". "Wenn nur eine Million das gleichzeitig hat, kann man sich ausrechnen, was das für die Intensivstationen bedeutet." Dann würden nämlich auch für andere Fälle keine Intensiv-Betten mehr zur Verfügung stehen.

Absage für "Freitesten"

Dem von Teilen der ÖVP geforderten "Freitesten" aus der Quarantäne schon nach fünf Tagen erteilte die Expertin eine klare Absage. Das gebe die Wissenschaft nicht her. "Die Inkubationszeit dauert fünf bis sechs Tage, es kann auch sein, dass man erst am siebenten oder achten Tag Symptome entwickelt." Man könne von den derzeit zehn Tagen Quarantäne vielleicht noch ein bis zwei Tage runtergehen, "aber kürzer würde ich es auf keinen Fall sinnvoll empfinden".


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (19)
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FelixMeinung
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unglaubwürdige Statistik von TürkisGrün

doch sinnlos die positiv getesteten zu erfassen , erzeugt nur Angst u Panik!

die tatsächlich Kranken müssen erfasst werden !

Die Grüne Anschober Corona Amper zerstört wahrscheinlich die Wirtschaft die Arbeitsplätze die Gesundheit und die Demokratie in Österreich !?

FelixMeinung
3
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Masken als Geschäft ?

In Österreich erkranken je nach Saison ca. 150000 - 400000 Personen an Grippe ! ca 1200 bis 4000 Personen sterben jährlich an der Grippe !

und kein der unfähigen PolitikerInnen u Gesundheitsminister ruft nach Maske u Lockdown ??
Warum wohl ? jeden Wurscht ? oder nicht Verhältnismäßig !

Österreich wird mit Covid19 genauso leben lernen müssen wie mit der Grippe !

Lodengrün
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Die Dame

weiß schon, wovon sie spricht. Man sollte sich zu Herzen nehmen was sie empfiehlt. Zum Beispiel Maske. Täglich kommen neue wissenschaftliche Untersuchungen die beweisen, dass sie ein Schutz ist. Nicht 100%ig, aber was ist schon 100%ig. Vielleicht hören einmal diese Ärzte, die sich als Möchtegern Wissenschaftler entpuppen einmal auf sie madig zu machen.

onyx
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Besseres Netwerken vonnöten

Ich finde all die Virologen, Epidemiologen, Mediziner... müssten sich besser koordinieren und absprechen bevor sie im TV und Rundfunk sprechen.
Es ist mMn höchst unprofessionell wenn jeder "sein eigenes Süppchen kocht" - also mit tlw. völlig konträren Standpunkten und Empfehlungen an die Öffentlichkeit tritt.

samro
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mit

kontraeren standpunkten rueckt man in die oeffentlichkeit!!!

gut finde ich das nicht.

checker43
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Es

soll jeder das Recht haben, sich zum Deppen zu machen im TV. Als seriöser Sender würde ich aber solchen, die immer nur unbelegten oder widerlegten oder substanzlosen Blödsinn von sich geben, irgendwann nicht mehr einladen.

peter80
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..

Tjo.. Wenn die intensievbett anstiegsrate jetzt mit 2-3 Wochen verzögerung ansteigt, wovon auszugehen ist, denn die Dame hat hier 100% recht, dann viel spass wenn man ein Intensiev bett braucht, egal wegen was für einer Krankheit!! . Weil wir haben dann keine freien Betten mehr. Was dann?.. Aber klar.. Alles sicher halb so schlimm in den Augen jeder 1500 die am Montag ohne Maske Demonstriert haben..

fans61
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Irgendwie ist man schon ratlos.

Ich und mein Umfeld, Freunde und Bekannte, halten sich an sämtliche Regeln und Vorschriften, besuchen keine Veranstaltungen, außer den Arbeitsplatz und trotz alledem gehen die Infektionen nach oben.
Auch einem 2. lockdown, in welche Form auch immer, sehe ich sehr skeptisch entgegen, da es keine Garantie gibt, dass dieser Virus sich nicht trotzdem verbreitet bzw. wieder kommt und der wirtschaftliche Schaden für uns alle enorm wäre.
Wir werden wohl damit leben lernen müssen. Leider.

checker43
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Der

erste Lockdown hat die Ausbreitung sehr gut nach unten gebracht. Aber klar, man wird diesesmal genau hinschauen müssen, ob es Umgehungsversuche gibt.

peter80
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Falsche Einstellung!!!

Nur weil man es nicht bis impfung und medikament dagegen aushält beschlisst man jetzt, leben lernen und drauf pfeifen weil bringt eh nix.. .. . Durchhalten ist jetzt mehr den je angesagt sonst wirds bitter den Winter

Kirby
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Sehr logisch.

Ich darf meine eigene Mutter im Pflegeheim nicht mehr besuchen, aber unsere Mitbürger aus den Ost-Ländern fahren wöchentlich bunt durch die EU zum Heimatbesuch und wieder zurück

checker43
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Gefährden

die Ihre Mutter?

Kirby
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Checker,

Wenn ich weiß, dass ich gesund bin, dann sollte man mir nicht den Kontakt mit einer alten Frau, die meine geliebte Mutter ist und uns für ihr Herzenswohl braucht, verbieten. Wenn die Rumänen, Slowenen und Kroaten meinen, in oder durch rote Länder fahren zu müssen, ist das wesentlich gefährlicher und nicht tolerierbar geschweige denn von uns zu bezahlen!

Barni1
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@checker

Sie sollten dringend Ihren Nick wechseln, Sie checken nämlich gar nix!
Die Menschen in den Pflegeheimen haben größtenteils keine Angst vor dem Virus, sondern davor ihre letzten Tage, Wochen oder Monate alleine und isoliert ohne ihre Familie verbringen zu müssen. Und genau diese Angst bringt sie um!

checker43
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Wie

viele sind an Angst verstorben und wie viele wegen Covid? Und Besuche waren nicht verboten seit den Lockerungen im Mai. Geht es um das Heim in Gleisdorf? Da sind Besuche eingeschränkt möglich.

"Vom 19. bis zum 22. Oktober wurde vorsichtshalber ein Besuchsverbot für das gesamte Haus ausgesprochen. Nach Erhalt der offiziellen Ergebnisse sind Besuche für die Stockwerke 2 bis 4 im Schillercafe unter Voranmeldung von 13:45 - 16:30 für max. 30 Minuten möglich. Ein Termin kann unter der Woche von 08:30 – 11:30 unter 03112/2212-40 vereinbart werden. Das Schillercafe umfasst 7 Besuchertische, welche mit einer Glaswand getrennt sind. Alle Besucher haben sich beim Empfangspersonal zu registrieren und werden über Maskenpflicht und Hygienevorgaben aufgeklärt."

Auch in Bad Radkersburg sind Besuche wieder möglich.

In beiden Heimen gab es Covid-Fälle. Es heißt "die Alten schützen", das wird damit gemacht.

Kirby
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Checker,

Du hast keine Ahnung von der Thematik und vergleichst Äpfel mit Birnen und erwartest Orangensaft

checker43
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Kirby

Dem Obstargument kann man nichts entgegensetzen. Wofür sind Sie dann? Ältere schützen oder nicht schützen?

Popelpeter
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Jetzt ist klar

warum China so wenig Fälle hat! Symptomlose Infektionen werden nicht als bestätigte Fälle gewertet, im Gegensatz zu unserer Fallauswertung!

checker43
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Das

sind nur 15 % der Fälle. Machen das Kraut nicht fett. China setzt die Maßnahmen halt bekannterweise hart durch.