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Sorge vor Lockdown in DeutschlandBrandbrief der Gastronomen: "Uns droht der Kollaps"

Das deutsche Gastgewerbe und die Reisebranche warnen eindringlich vor weiteren Einschränkungen und betonen: "Einem Drittel der 245.000 Betriebe droht bei einer erneuten Schließung das Aus."

Cofee Shop in Berlin
Cofee Shop in Berlin © AFP/Stefanie Loos
 

In der Coronapandemie haben das deutsche Gastgewerbe und die Reisebranche vor weiteren Einschränkungen für die Branche und einem damit einhergehenden "Kollaps" gewarnt. "Es kann nicht sein, dass wir wieder die Leidtragenden sind", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Guido Zöllick, am Dienstag mit Blick auf Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch. "Einem Drittel der 245.000 Betriebe droht bei einer erneuten Schließung das Aus."

Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigten, dass die Branche kein relevantes Infektionsgeschehen aufweise. Wenn Hotellerie und Gastronomie zeitweise geschlossen werde, müssten die politisch Verantwortlichen "schnell und vollumfänglich für den Schaden aufkommen", forderte Zöllick.

"Nie ein Infektionsherd"

Zudem veröffentlichten rund 30 führende Vertreter der Gastrobranche einen "Brandbrief" an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder, in dem sie drohende weitere Einschränkungen der Öffnungszeiten bis hin zur vorläufigen Schließung als unverhältnismäßig und falsch darstellten. Die Gastronomie stehe unter strengen Auflagen, betonten sie. "In der aktuellen zweiten Welle der Coronapandemie war die Gastronomie nie ein Infektionsherd", heißt es in dem Brief, den unter anderem Vertreter der Cafe- und Restaurantketten L'Osteria, Hans im Glück, Nordsee, Block House und Coffee Fellows unterzeichneten. Auch der Koch Tim Mälzer war dabei.

Die Gastronomen warnten davor, dass bei einer Schließung Menschen aus den sicheren Restaurants ins private Umfeld verdrängt würden - das aber sei der "Hotspot" der Infektion. Zudem könnten Schließungen dazu führen, dass die Menschen frustriert werden und ihre Aufmerksamkeit bei Schutzmaßnahmen nachlasse. Die Branchenvertreter zeichneten ein düsteres Bild für den Fall der Fälle: "Einen zweiten Lockdown überleben viele Betriebe der Branche nicht."

"Werden grundlos zum Bauernopfer der Pandemie-Politik"

Der Deutsche Reiseverband (DRV) rechnet für den Zeitraum von März bis zum Jahresende mit einem Umsatzeinbruch von mehr als 28 Milliarden Euro bei Reiseveranstaltern und Reisebüros. Das entspreche einem Rückgang von rund 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Durch Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften erlebt die Reisewirtschaft bereits jetzt einen zweiten Lockdown", kritisierte der Verband. DRV-Präsident Norbert Fiebig forderte eine entsprechende wirtschaftliche Unterstützung der Branche. Um auf die Lage der Unternehmen aufmerksam zu machen, ist für diesen Mittwoch gemeinsam mit der Veranstaltungswirtschaft eine Kundgebung in Berlin geplant.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) warnte: "Wenn Restaurants dicht gemacht und Veranstaltungen verboten würden, würden einmal mehr insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen der Tourismusbranche grundlos zum Bauernopfer der Pandemie-Politik."

Kanzlerin konferiert mit den Ministerpräsidenten 

Wegen der angespannten Coronalage beraten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder bereits an diesem Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen. Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag gesagt.

Das Kanzleramt will nach "Bild"-Informationen bei der Bund-Länder-Runde für weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. Im Gegensatz zum "Lockdown" im Frühjahr, bei dem die Wirtschaft und das öffentliche Leben weitestgehend heruntergefahren wurden, sollten Schulen und Kitas jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen.

Kommentare (11)
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ronin1234
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Reaktion

Alle Räumlichkeiten wo viele Leute sind, sind potenzielle Brandherde und wenn dann noch infizierte ohne Maske sitzen....dann ist es völlig egal ob um 1.00 oder 23 Uhr Sperrstunde ist.

Amadeus005
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Nein, ist es nicht

Je später der Abend, desto geselliger und unvorsichtiger dank Alkohol. Wenn das anders wäre, dann gäbe es keine alkoholisierten Autofahrer.

GanzObjektivGesehen
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Man sollte nicht glauben...

...wie viele Menschen in Österreich schon am Vormittag “gesellig” sind und nach dem Mittagessen kein Fahrzeug mehr steuern sollten. Fahrräder inklusive....

Tingel
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Hm

Von China-Restaurants hört man nichts wegen einer Schieflage aufgrund Corona. Aber die großen, bekannten deutschen, internationale Ketten sind am Jammern. So wie in Graz nach einer Woche Stimmen vom Kastner aufkamen. Stützen ja-aber dann bitte auch mit Gewinbeteiligung!

HB2USD
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Falls es irgendwan

für die übriggebliebenen wieder Gewinne gibt sorgt schon das Finanzamt dafür das sie nicht zu hoch ausfallen.

Balrog206
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Der

Vergleich mit dem China Resturante is a Hit ! Ich vermute da geht es um ein ganz anderes Geschäftsmodell !

FelixMeinung
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Corona Ampel zerstört Österreich

die sinnlose Grüne Anschober Corona Ampel zerstört die Wirtschaft die Arbeitsplätze und die Gesundheit der Österreicher
so einen unfähigen Gesundheitsminister hat es in Österreich wahrscheinlich noch nie gegeben

GanzObjektivGesehen
13
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Bla, Bla, Bla, Politgefasel.

Ampeln regeln den Verkehr. Funktioniert seit vielen Jahrzehnten weltweit. Wenn sich die Leute daran halten und nicht noch bei Gelb oder Rot in die Kreuzung einfahren...

Weder ein Anschober noch eine Ampel zerstören die Wirtschaft, Querulanten tun das. Direkt oder indirekt.

FelixMeinung
82
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Corona Ampel zerstört Österreich

die sinnlose Grüne Anschober Corona Ampel zerstört die Wirtschaft die Arbeitsplätze und die Gesundheit der Österreicher
so einen unfähigen Gesundheitsminister hat es in Österreich wahrscheinlich noch nie gegeben

Gelernter Ösi
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Das Wirtesterben ist in die Pandemiehysterie eingepreist.

Ebenso wie das Theatersterben, das SchauspielerInnensterben, das MusikerInnensterben, das KleinkünstlerInnensterben, das VeranstalterInnensterben, das Discothekensterben, das Sportvereinsterben....
Aber dafür sind wir vorbildlich beim social distancing, distance learning, home schooling, contact tracing, superspreader detecting, upskirting not allowing... Gott, was sind wir für ein fortschrittliches Land!

GanzObjektivGesehen
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Ein gelernter Ösi also.

Wir sagen “Deutscher” dazu. Klingt nicht so schön, beschreibt es aber besser. Wie geht es dem Fortschritt im Heimatland ?