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Commerzialbank MattersburgVerdacht: Falsche Bilanzen schon länger als ein Jahrzehnt

Im mumaßlichen Bilanzfälschungsskandal in der Commerzialbank Mattersburg kommen weitere Details ans Tageslicht. Die Malversationen dürften sogar schon länger als ein Jahrzehnt gedauert haben. Polizei verstärkt Präsenz.

© APA/Robert Jäger
 

Die burgenländische Polizei hat im Bilanzskandal um die Mattersburger Commerzialbank ihre Präsenz im Bezirk Mattersburg erhöht. Die Wohnorte betroffener Personen sowie die Bankfilialen selbst würden derzeit verstärkt überwacht, teilte die Landespolizeidirektion Burgenland am Montag auf APA-Anfrage mit.

Die Filialen der Commerzialbank, die sich in Mattersburg, Hirm, Krensdorf, Draßburg, Zemendorf, Baumgarten, Schattendorf und Forchtenstein befinden, würden vor allem deshalb überwacht, weil in den kommenden Tagen aufgrund der Einlagensicherung mit einem vermehrten Andrang zu rechnen sei, betonte ein Polizeisprecher.

Fingierte Guthaben

In der Commerzialbank Mattersburg sollen die Malversationen weit länger als ein Jahrzehnt angedauert haben, dabei sollen Kredite und Einlagen fingiert worden sein. Laut "Standard" (Montag) soll das kleine Institut bei fünf Großbanken je 40 bis 65 Millionen Euro liegen gehabt haben, tatsächlich hätten die echten Einlagen einmal 300.000 und einmal 100.000 Euro betragen.

Bei angeblich 800 Millionen Euro Bilanzsumme im Jahr 2018 sollen die Einlagen bei Kreditinstituten wie berichtet in Summe 315 Millionen Euro betragen haben. Möglicherweise sei ein Drittel bis zur Hälfte der Bilanzsumme erfunden, die Überschuldung könne bei 400 bis 500 Millionen Euro liegen. Die "erfundenen" Einlagen bei anderen Instituten hätten das zentrale Hilfsmittel dargestellt, Saldenbestätigungen seien gefälscht worden - es gilt die Unschuldsvermutung. Der Aufsichtsrat habe nichts davon gewusst.

Gefälschte Bestätigungen

Solche Saldenbestätigungen müssten an sich vom Wirtschaftsprüfer bei den jeweiligen Banken selbst eingeholt werden, bei der Commerzialbank Mattersburg sei das anders gelaufen, heißt es in dem Bericht. Die Burgenländer hätten die meist gefakten Bestätigungen auf Briefpapier der jeweiligen Bank an den Wirtschaftsprüfer TPA geschickt, dort sage man, man habe stets korrekt gearbeitet. TPA prüft die Bilanzen seit 2006 und meinte vorige Woche, man sei Opfer, das "Vertrauen in die Korrektheit der zur Verfügung gestellten Unterlagen" sei missbraucht worden.

Zudem seien Kredite fingiert worden, um Zinseinnahmen zu suggerieren, so der "Standard". Bei existenten Krediten seien die Zinsen auf bis zu 20 Prozent hochgeschraubt worden. Es gebe den Verdacht, es seien Kredite an Kunden ungerechtfertigterweise (ohne Bonität) vergeben worden, die das Geld als Sponsoring dem Fußballclub SV Mattersburg weitergeleitet hätten. "Die Kunden gab und gibt es zwar tatsächlich, die Kredite in Millionenhöhe aber nicht", hatte am Wochenende dazu schon das "profil" geschrieben: "Einige dieser Phantomkredite waren obendrein mit bis zu 20 Prozent Effektivverzinsung versehen, wodurch das Zinsergebnis mehrerer Jahre geschönt worden sein dürfte."

Prüfer bekamen Hinweis

Aufgeflogen ist der Schwindel im Zuge einer turnusmäßigen "Vor-Ort-Prüfung" der Commerzialbank Mattersburg durch die Oesterreichische Nationalbank im Auftrag der Finanzmarktaufsicht (FMA). Die OeNB hat im März mit der Untersuchung begonnen, ehe der Lockdown den Prozess unterbrach. Erst kürzlich, im Juli, wurde die Prüfung wieder aufgenommen und hat Unglaubliches zutage gefördert.

Der Finanzaufsicht sei heuer im Wege ihrer "Whistleblower-Hotline" ein anonymer Hinweis auf Ungereimtheiten zugegangen. Laut "Standard" soll dieser im Februar auf seltsame Kredite aufmerksam gemacht haben.

Kommentare (14)

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walterkaernten
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NATIONALABANK und FINZMARKTAUFSICHT

1.
Die NATIONALBANK angestelltInnen haben sehr hohe gehälter und SUPERPRIVILEGINEPENSIONEN.
Vermutlich auch die bei der FMA

SOFORT auf mindestpension laut ASVG umstellen.
Auch die aktuellen geälter.
Sonst werden die nie was lernen.
Haben schon bei der HYPO zugesehen.

2.
Der Steuerzahler zahlt sehr viel an beide obige institutionen.
Da MUSS der FINANZMINISTER sofort was unternhemen.

3.
Auch die AK und GEWERKSCHAFT sollte sich rühren und wenigstens das fehlverhalten beider von den steurzahlern finanzierten Institutionen kritisch kommentieren.
60 000 geschädigt und AK und GEWERKSCHAFT schweigen......

Peterkarl Moscher
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Aufsicht

Zur Wertigkeit kann man nur sagen " Blind und terrisch !

Simunek
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NATIONALABANK und FINZMARKTAUFSICHT

Und ei Widerspruch. Ich bin kein Angestellter der OeNB, ich betone das ausdrücklich aber die Bankenprüfer unterliegen dort Großteils dem Dienstrecht 5. Und da sind die Gehälter bei Weiten nicht so gut dotiert wie Sie annehmen. Also immer aufpassen, bevor Sie alle vorverurteilen. Außerdem der Steuerzahler zahlt was??????????? an die OenB. Wenn Sie mehr Expertise hätten, dann würden Sie wissen, dass die OenB sich selbst erhält und Dividenden an den Staat abführt. Lesen Sie einmal eine Bankbilanz oder viel mehr versuchen Sie es wenigstens bevor Sie ihre Aggression ablassen.

VH7F
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Für wieviel haftet der Wirtschaftsprüfer maximal?

10 Jahre schlecht geprüft mal 20 Millionen?

Simunek
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Für wieviel haftet der Wirtschaftsprüfer maximal?

Wenn das Geld auch so von der Versicherung der TPA kommen würde. Aber dem ist nicht do. Die Berufshaftpflicht, der TPA zahlt dies nie. Also was bleibt den Geschädigten? Ich meine, die die über staatlichen Einlagensicherung Guthaben bei der Bank haben. TPA hat grob fahrlässig agiert. Auch die FMA und auch die Prüfer der OeNB haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.

Mezgolits
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Aufgeflogen ist der Schwindel im Zuge der turnusmäßigen ...

Vielen Dank - ich meine: Aufgeflogen ist auch der Schwindel von der
zufallsbedingten + ungespeicherten = WERTLOSEN = unbrauchbaren
= extrem steuergeld- und umweltschädlichen Solar- + Wind-Strom-
Produktion. Stefan Mezgolits, staatmitfinanzierter Erfinder.

Simunek
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Aufgeflogen ist der Schwindel im Zuge der turnusmäßigen ...

Herr Kollege das ist Themenverfehlung. Also bitte etwas genauer lesen. Wir sind hier kein Spaßverein. Es soll ja zum Thema geschrieben werden.

Mezgolits
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Vielen Dank - Herr Kollege - ich bitte um Entschuldigung für meine

Themenverfehlung = ich wollte den viel größeren Schwindel ankündigen.

haumioh
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DAS ENDE NAHT

das wars dann mit dem SV Mattersburg - zum Glück für Innsbruck

Simunek
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DAS ENDE NAHT

Höchstwahrscheinlich aber arten wir ab. Vielleicht springt ja eine andere Bank ein. Dann beginnt das Spiel von vorne. Nur sollte der Bankenprüfer nicht TPA sein, ach Gott, die gibt es dann ja nicht mehr. Dann bleiben eben die BIG FOUR. Ernst & Young Deutschland könnte ja die anderen Schwestergesellschaften in das Elend mitreißen. Dann haben wir noch KPMG, PWC und Deloitte. Die KPMG hat ja auch die HYPO überlebt und das sehr gut. Man hat da nicht viel gehört. DIE KPMG hat einen guten Draht zur Presse. Kranebitter (ehemals KPMG Prüfer) wurde da noch in den Vorstand der Bank gehievt, um alles wegzuräumen. Das war ja der größte Witz an der Sache. Ein ehemaliger Prüfer der Hypo Alpe Adria wurde in die Bank zur Sanierung gerufen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

joe1406
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für WSG Tirol - Wattens

Wacker Innsbruck spielt ind er 2. Liga

haumioh
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LIEBER ROTDRÜCKER

manche verstehen die Wahrheit nicht - dazu gehören auch Sie

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Wahnsinn Hoch 4 und der Haupttäter und seine Mitwisser
laufen alle noch frei herum, können sich absprechen und
Unterlagen vernichten ! Das ist eigentlich der Wahnsinn in
dieser Betrugs Geschichte.

Simunek
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Wahrheut tut weh

Wieso das ist doch üblich. Wer sind denn die Haupttäter. der alte Mann aus Mattersburg Martin Pucher sine Vorstandskollegin, die Prüfer von TPA und einige angestellte der Bank, denn alleine geht das nicht. Ja vielleicht auch Personen anderer Banken, bei denen das Bankhaus So hohe Luftguthaben hatte. Pucher ist ja schwer krank, ja gewiss er hatte schon zwei Schlaganfälle. Ja und jetzt treten wie immer die super Anwälte der Beschuldigten auf. Das ist wie bei Wirecard. Ich verweise auf die Anwälte von Herrn Braun, die er bestellt hat. Unterlagen werden geschreddert. Absprachen mündlicher Art werden getroffen. Haben wir schon etwas von Hausdurchsuchungen gehört??????????? Konzertierte Aktion des BKA, der Finanzpolizei, der wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, NEIN