Mit Stand Ende Juli waren 36.353 Personen als arbeitslos beim AMS Steiermark vorgemerkt, gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Anstieg um neun Prozent. Einschließlich der 7411 Teilnehmenden an einer Schulung sind damit 43.764 Steirerinnen und Steirer ohne Arbeit (plus 6 Prozent). Die Arbeitslosigkeit stieg bei den Frauen mit 9,7 Prozent etwas stärker als bei den Männern mit 8,4 Prozent.

Die geschätzte unselbständige Beschäftigung in unserem Bundesland bleibt stabil bei 555.000 Personen, die geschätzte Arbeitslosenquote beträgt 6,1 Prozent. Damit liegt die Arbeitslosenquote in der grünen Mark unterhalb des Bundeswertes von 6,7 Prozent. Momentan haben die steirischen Unternehmen dem AMS 11.247 offene Stellen gemeldet, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang von 12,3 Prozent.

Während die Anzahl älterer Arbeitsloser (über 50 Jahre) mit 10 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen ist, war die Zunahme bei jüngeren Arbeitslosen mit plus 6,1 Prozent unterdurchschnittlich stark. „Wenn Betriebe wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Personal abbauen müssen, achten sie verstärkt auf die Kosten, und ältere Mitarbeiter sind tendenziell teurer“, sagt dazu AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe. Auch ein Zeichen länger anhaltender Rezession: Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg im Juli um 17 Prozent.

Als Industrieland ist die Steiermark vor allem von den Einbrüchen im produzierenden Bereich betroffen, stärker zeigt sich das im Bundesländervergleich nur noch in Oberösterreich mit einem Plus von 9,4 Prozent bei der Arbeitslosigkeit. Der Österreich-Schnitt liegt bei plus 5,5 Prozent. Was eine Trendumkehr anlangt, ist Snobe für heuer pessimistisch. Wenn nächstes Jahr, wie prognostiziert, ein schwaches Wirtschaftswachstum einsetzt, könnte im ersten Quartal 2026 allerdings ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen erkennbar sein.

Der Fachkräftemangel hat sich in der aktuellen Situation auf jeden Fall „merklich entschärft“. Auf dem Lehrstellenmarkt ist das Angebot (1800 offene Stellen) derzeit etwas größer als die Zahl der Suchenden (1600), was, wie Snobe sagt, bedeutet, dass es etwas länger dauert, bis der gewünschte Lehrplatz in der gewünschten Region gefunden wird. Dass sich heuer weniger Personen in AMS-Schulungen befinden als vor einem Jahr, liegt, wie der Fachmann erklärt, am Umstand, dass ältere Arbeitslose, speziell Frauen, schwerer für Umschulungen zu motivieren sind als jüngere Personen. Eine AMS-Kampagne im August soll hier gegenwirken.

Was die gerade viel diskutierte Teilzeitarbeit anlangt, lautet Snobes Befund: „Ein Großteil der Firmen bietet beides an: Vollzeit und Teilzeit.“ Habe das vor ein paar Jahren noch mit dem Arbeitskräftemangel zu tun gehabt, liege es nun vor allem am Kostendruck: „Wenn eine Vollzeit-Beschäftigte in Pension geht, wird sie häufig mit einer Teilzeitkraft nachbesetzt.“