Im Jänner haben Politiker aus Algerien, Tunesien, Italien, Deutschland und Österreich eine Absichtserklärung zur Entwicklung des südlichen Wasserstoffkorridors unterzeichnet. Diese 3300 Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline soll den Import von Wasserstoff nach Italien, Österreich und Deutschland ermöglichen und den steigenden Bedarf an grünem Wasserstoff langfristig decken. Und sie soll durch Kärnten führen, weshalb die Pipeline auch Thema des dritten Wasserstoffgipfels war, zu dem Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) am Mittwoch geladen hat.

Trassenführung der Wasserstoff-Pipeline
Trassenführung der Wasserstoff-Pipeline © South2

Die Achse nützt Kärnten nämlich wenig, wenn es keine Auf- und Abfahrten, keine Abzweigungen gibt. Zwar laufen bereits die Planungen für ein regionales Wasserstoff-Verteilnetz entlang dieser internationalen Trasse. An den Standorten jener Betriebe in Kärnten, die das Thema Wasserstoff stark betrifft, sind laut Economica-Institut 7300 Personen beschäftigt, die zusammen einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro erwirtschaften und somit drei Milliarden Euro an Wertschöpfung in Kärnten generieren. „Daher ist die Kärntner Industrie besorgt über die bisher fehlende Priorisierung Kärntens im Nationalen Infrastrukturplan. Wasserstoffversorgung ist Voraussetzung für die Dekarbonisierung. Ohne eine Aufnahme in das Startnetz des Infrastrukturplans droht Kärnten bei der Zuteilung von Bundesmitteln leer auszugehen“, warnt Claudia Mischensky, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung. Auch Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer sagt: „Nach vielen Absichtserklärungen gilt es jetzt, Nägel mit Köpfen zu machen - es geht um Wettbewerbsfähigkeit.“

50 Experten aus Politik, Wirtschaft und Industrie tagten beim Wasserstoffgipfel in Klagenfurt
50 Experten aus Politik, Wirtschaft und Industrie tagten beim Wasserstoffgipfel in Klagenfurt © LPD