Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am Dienstag, dem 29. April, der Startschuss für das ambitionierte Zukunftsprojekt „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“ gegeben. Auf dem Gelände der „Kärntner Restmüllverwertungs GmbH“ in Arnoldstein errichtet die Kelag eine hochmoderne Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Mit einer Investition von 16 Millionen Euro möchte das Energieunternehmen ein Zeichen Richtung klimafreundliche Mobilität setzen.
Die neue Anlage wird vom Land Kärnten gemeinsam mit den Partnern Gutmann, Postbus, Verkehrsverbund und Kelag umgesetzt. Ziel ist es, ab Mitte 2026 eine vollständig mit Wasserstoff betriebene Busflotte im Raum Villach einzusetzen. Insgesamt sollen 36 Busse mit dem emissionsfreien Treibstoff versorgt werden. Für die Betankung der 36 Busse mit Wasserstoff wird am Standort der Österreichischen Postbus AG in Villach vom „Projektpartner Gutmann GmbH“ eine öffentliche Betankungsanlage errichtet und vom Tankstellenbetreiber Wolftank betrieben. Die Fertigstellung ist für Anfang 2026 geplant.
Jährlich sollen 140 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden
Herzstück des Projekts ist eine 2-Megawatt-Elektrolyseanlage, die ausschließlich aus erneuerbaren Quellen betrieben wird. Sie wird jährlich rund 140 Tonnen grünen Wasserstoff liefern. Die Inbetriebnahme ist nach einer intensiven Testphase mit Mai 2026 geplant. Die Anlage entsteht am bestehenden Industrieareal der KRV, das bereits jetzt Strom und Fernwärme aus Müllverbrennung gewinnt.
„Wir schaffen damit die Grundlage für einen emissionsfreien Nahverkehr und setzen einen weiteren Meilenstein in unserer Energiestrategie“, sagte Kelag-Vorstand Danny Güthlein. Der Standort Arnoldstein soll durch das Projekt zum Vorreiter für Kreislaufwirtschaft werden. Neben der Wasserstoffproduktion ist auch die Nutzung der bei der Elektrolyse entstehenden Abwärme für das Fernwärmenetz geplant. Der bei der Wasserstoffgewinnung entstehende Sauerstoff soll in die Müllverbrennungsprozesse integriert werden. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel, wie interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann“, erklärt Arnoldsteins Bürgermeister Reinhard Antolitsch (SPÖ).
„In der Industrie und bei der Energieerzeugung erlangt Wasserstoff immer größere Bedeutung. Die nun gestartete Erweiterung um die Produktion von grünem Wasserstoff ist ein wirtschaftlich sinnvoller Schritt. Besser kann man den Standort in Arnoldstein nicht nutzen“, ist Villachs Bürgermeister und „Geschäftsführer der Kärntner Entsorgungsvermittungs GmbH“ vom Projekt begeistert.
Kärnten soll zum Innovationsstandort werden
Wirtschafts - und Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig sieht im Projekt einen wesentlichen Schritt zur Umsetzung der Kärntner Wasserstoffstrategie. Er spricht von einem Leuchtturmprojekt, dessen Kreislaufwirtschaft Vorbild für weitere Projekte sein soll. „Das Projekt ist klug gemacht und nutzt die Synergien am Standort. Es ist ein wichtiges Zeichen für die heimische Industrie“, sagt Schuschnig beim Spatenstich. „Mit DeCarB sichern wir 28 Millionen Euro an Förderungen und machen Kärnten zum Innovationsstandort für Wasserstoffmobilität.“ Die kommenden zehn Jahre sollen genutzt werden, um die Praxistauglichkeit der Technologie im öffentlichen Verkehr umfassend zu testen.