In einem aktuellen Interview mit dem„The Hollywood Reporter“ hat Regisseur James Cameron, der mit Titanic (1997) einen der erfolgreichsten Filme aller Zeiten schuf, hypothetisch darüber gesprochen, wie man das historische Schiffsunglück von 1912 tatsächlich hätte überleben können.
Cameron, der sich seit Jahrzehnten mit der „Titanic“ beschäftigt und das Wrack mehrfach erforscht hat, spielt immer wieder „Was-wäre-wenn“-Szenarien durch. Er erklärte, dass der entscheidende Moment für Überlebenschancen nicht etwa darin bestehe, verzweifelt so lange wie möglich an Bord zu bleiben, sondern rechtzeitig und strategisch in die eiskalte See zu springen.
„Spring ins Wasser, sobald ein Rettungsboot ausläuft“
Seiner Ansicht nach wäre es für Passagiere, die keinen Platz in einem Rettungsboot bekommen hätten, am besten gewesen, an der Seite des Schiffes zu stehen und zu warten, bis ein Boot gerade ins Wasser gelassen wird. In diesem Moment sollte man vom Deck springen und zum Boot schwimmen. Wenn der Abstand nicht zu groß sei und die Passagiere im Boot aufmerksam wären, hätte man sehr gute Chancen, an Bord gezogen zu werden – selbst bei der 28-Grad-kalten Wassertemperatur im Nordatlantik.
Cameron betonte, dass viele Menschen damals wahrscheinlich nicht den Mut gehabt hätten, direkt in das eiskalte Wasser zu springen. Viele konnten bis zuletzt nicht glauben, dass das Schiff wirklich untergehen würde – ein psychologischer Faktor, der Überlebenschancen minderte.
Was Film und Realität unterscheidet
Der Regisseur unterscheidet klar zwischen der dramatischen Erzählung seines Films und den historischen Tatsachen: In der „Titanic“-Geschichte opfert sich die Figur Jack Dawson, gespielt von Leonardo DiCaprio, damit seine Partnerin Rose überlebt. Kritiker und Fans diskutieren seit Jahren, ob beide hätten überleben können. Cameron ließ sogar wissenschaftliche Studien durchführen, um diese Debatte zu entkräften: Dabei zeigte sich, dass nur eine Person realistische Chancen gehabt hätte, auf einem Holzstück im Wasser zu überleben, und nicht beide zusammen.
1500 Menschen starben
Der Untergang der Titanic im Jahr 1912 kostete mehr als 1.500 Menschen das Leben, weil zu wenige Rettungsboote vorhanden waren und die Evakuierung chaotisch verlief. Passagiere waren oft oberhalb von Deck, während dritte Klasse weitgehend eingesperrt blieb. In der Realität war der Sprung in das eiskalte Nordatlantik-Wasser ohne Sicherheiten eine lebensgefährliche Option, auch ohne die schwierigen Umstände des sinkenden Schiffs.