Mit dem legendären Leinwand-Epos „Titanic“ schrieb Regisseur James Cameron 1997 Filmgeschichte. Der Film wurde mit elf Oscars ausgezeichnet, spielte weltweit über zwei Milliarden US-Dollar ein und war ein Booster für die Karrieren von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio. Doch was auf der Leinwand nach inniger Liebe und Romantik aussieht, war am Set oft purer Stress – insbesondere die ikonische „Ich fliege“-Kusssequenz am Schiffsbug.

In einem Video für das US-Magazin „Vanity Fair“ beschrieb Winslet kürzlich, wie sich die Szene wirklich abspielte. Sie - damals 22 Jahre alt - habe in dem engen Korsett kaum atmen können und prallte immer wieder gegen die Schiffsreling, während ihr Schauspielpartner Leonardo DiCaprio kaum ernst bleiben konnte und immer wieder lachen musste. „This was a nightmare“, zitiert die Zeitung die Schauspielerin. Viermal musste die Szene wiederholt werden, bis sie im Kasten war.

Make-up-Flecken in den Gesichtern

Hinzu kam das abenteuerliche Make-up‑Drama. Beide Darsteller trugen stark kontrastierendes Make‑up: Winslet war „porzellangleich bleich“, DiCaprio hingegen sonnengebräunt. Und so sorgte der Kuss für Flecken in den Gesichtern: Sie habe ausgesehen, als hätte sie an einem „Karamell‑Schokoriegel gelutscht“, während er einen großen blassen Fleck im Gesicht hatte. Da das Schiffsdeck-Set isoliert und nur über eine Leiter erreichbar war, avancierte Kate kurzerhand selbst zur Visagistin: Sie steckte Make‑up und Pinsel in ihr Kleid und retuschierte beider Gesichter zwischen den Aufnahmen.

Technische Herausforderungen machten den Dreh zusätzlich schwierig: Die Kameras brauchten exakt das richtige Licht zur goldenen Stunde, sodass mehrere Nachdrehs nötig waren – DiCaprios unkontrollierbare Lachanfälle machten es nicht gerade leichter. Hinter der romantischen Fassade verbarg sich also improvisierende Notroutine, Stress und jede Menge Adrenalinschübe.

Der große Erfolg des Films führte zu intensiver Medienberichterstattung und persönlicher Belastung für Winslet.  Sie wurde später ein Opfer von „Bodyshaming“ - also wegen ihres Aussehens kritisiert -, was sie als „schrecklich“ empfand.