Der Krieg im Nahen Osten lässt die Spritpreise in Österreich explodieren. Slowenien reguliert seit Ausbruch des Ukraine-Krieges und dem damaligen Anstieg der Treibstoffpreise Benzin, Diesel und Heizöl. Die staatlich festgelegten Preise werden alle vierzehn Tage angepasst, die letzte erfolgte am 24. Februar. Am Montag kostete ein Liter Diesel noch 1,46 Euro an einer slowenischen Tankstelle, die Preise für Benzin lagen zwischen 1,42 und 1,46 Euro. Vor der kommenden Erhöhung am Dienstag kam es schon seit dem Wochenende immer wieder zu Engpässen, der Sprit ging mancherorts aus.

Tanktourismus nach Slowenien
Tanktourismus nach Slowenien © Rosina Katz-Logar

Der Tanktourismus nach Slowenien zahlt sich für viele Kärntner wieder aus. Am Montag war der Andrang an der Tankstelle im slowenischen Prevalje, knapp 15 Autominuten von Bleiburg entfernt, dementsprechend enorm. Die Abfertigung der zahlreichen Tankgäste erfolgt in vier Bahnen für den Autoverkehr und weiteren zwei Bahnen für Lastkraftwagen. Auffallend viele Autos mit Kärntner Kennzeichen warteten am Montag geduldig, um sich bis zu 43 Cent pro Liter zu sparen.

Tankausflug von Kärnten nach Slowenien

Für Kärntner, die nahe an Slowenien wohnen ist es einfach, kurz über die Grenze zu fahren und dort zu tanken. Sogar vor der Preisexplosion in Österreich konnte man sich beim regelmäßigen Tankausflug einiges sparen. Außerdem verbinden viele den Tankstopp mit anderen Besorgungen, zum Beispiel Einkaufen oder einen kurzen Ausflug. Jetzt lohnt sich die Fahrt für viele noch mehr.

Maria Rautz aus Eberndorf
Maria Rautz aus Eberndorf © Rosina Katz-Logar

„Ich kaufe hier Diesel für den Traktor ein, weil dieser wesentlich günstiger ist als in Kärnten. Danach werde ich eine gute Konditorei besuchen und mir eine Cremeschnitte gönnen. Der Preisruck in Österreich ist ärgerlich und belastet unser Budget“, erzählt Maria Rautz. Sie kam am Montag aus dem 26 Kilometer entfernten Eberndorf zur Tankstelle in Prevalje.

Josefine Jahrer aus Völkermarkt
Josefine Jahrer aus Völkermarkt © Rosina Katz-Logar

Josefine Jahrer aus Völkermarkt ist verärgert über die Untätigkeit der Regierung in Österreich, angesichts der Spritpreiskrise: „Was unsere Politiker machen, ist nicht mehr normal. Wie soll man als Alleinverdiener mit 1500 Euro über die Runden kommen? Diese Leute sollen es selbst einmal versuchen. Die Preise sind in Österreich einfach zu hoch.“ Derzeit lohnen sich für Jahrer trotzdem die gut 35 Minuten Autofahrt in eine Richtung.

Sonja Gfatter aus Kühnsdorf
Sonja Gfatter aus Kühnsdorf © Rosina Katz-Logar

Auch Sonja Gfatter fährt extra wegen der günstigen Spritpreise über die Grenze. Von Kühnsdorf braucht sie dafür etwas mehr als eine halbe Stunde: „In Österreich ist der Sprit ja nicht mehr zu bezahlen, was ich nicht verstehen kann, da die Lager alle voll sind. Die Preise steigen und steigen. Die Frage ist, wer sich hier bereichert.“  

Daniela Robnik aus Loibegg
Daniela Robnik aus Loibegg © Rosina Katz-Logar

Knapp 25 Minuten brauchte Daniela Robnik mit dem Auto aus Loibegg zur Tankstelle nach Slowenien. Sie nutzte die Gelegenheit zu einem Ausflug mit Vorteilen: „Ich tanke nicht wegen der Preise hier, sondern weil ich einfach unterwegs bin. Wenn ich auf dem Weg bin, dann kann ich mir auch etwas gönnen. Ich werde in Slowenien auch einkaufen.“

Preiserhöhung kommt am Dienstag

Ob sich die Fahrt zum Tanken nach Slowenien auch am Dienstag noch lohnen wird, wird sich zeigen, denn Experten erwarten einen deutlichen Preisanstieg. Obwohl auch erwartet wird, dass die slowenische Regierung den Preis mit einer Senkung der Mineralösteuer etwas abfedern wird. Sicher ist aber, dass der Preis erneut um 14 Tage eingefroren wird und steigt der Preis in Österreich im selben Tempo weiter, wird sich der Tanktourismus wohl auch weiterhin für Kärntner Grenznähe lohnen.