Es geht alles ziemlich schnell für Johanna Gußmagg alias Jo The Man The Music: Im Sommer 2025 hat sie ihren ersten Song „Skinny Dipping“ veröffentlicht und wurde damit zum Dauergast in den Radiostationen FM4 und Radio Soundportal, was sich auch mit guten Platzierungen in den Jahrescharts niederschlug. Ebenfalls erst vor einem Jahr gegründet wurde ihr anderes Bandprojekt „Dreamboys the Band“, ironischerweise eine reine Frauengruppe aus vier Musikerinnen. Die vier zählen am Samstag zu jenen neun Kandidatinnen und Kandidaten, die Deutschland beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten wollen.
Wie es dazu kam? „Wir kannten uns teilweise flüchtig und haben uns in Berlin bei einem Songwriting Circle zusammengeschlossen“, erzählt Gußmagg, die momentan in Berlin und Wien lebt, aber „hauptsächlich im Zug“ unterwegs ist. Wie gut sie zu viert harmonieren, hat eine gemeinsame Coverversion zu „Dreams“ von Fleetwood Mac gezeigt, das Video dazu ging im Netz viral. „Im Herbst wurden wir dann für ein Songwriting-Camp zum Songcontest in Frankreich angefragt“, so die Musikerin. Inspiriert von der kreativen Atmosphäre, entstand am dritten Tag der dritte gemeinsame Song, der Ohrwurm „Jeanie“ – er kam dort so gut an („Alle haben getanzt“), dass er für den Vorentscheid eingereicht wurde.
Am Samstag treten die Vier vor einem Millionenpublikum im Fernsehen (ARD, 20.15 Uhr) auf, die Proben laufen seit Tagen. Seit sie weiß, wie alles ablaufen wird, ist sie wesentlich weniger nervös, sagt die Oststeirerin, die in Pischelsdorf aufgewachsen ist: „Wir fühlen uns total wohl, wichtig war uns, dass wir uns treu bleiben können.“ Ob sie als Österreicherin dann „unserem“ Kandidaten Cosmó Konkurrenz machen wird, weiß man dann am späten Samstagabend, wenn feststeht, wer Deutschland beim Song Contest vertritt.
Schließlich haben alle vier Frauen ihre eigenen Musikprojekte: Philippa Kinsky, Villforth, Nina Caroline und eben Jo The Man The Music. Die wird im Frühjahr auch wieder in Graz auftreten, wo sie vier Jahre lang Informationsdesign an der FH studiert hat: Beim Styrian Sounds Festival, der Leistungsschau der steirischen Musikszene, stellt sie mit Band ihre erste EP „Soft Skin“, die im Jänner bei Ink Music erschienen ist, vor. Live-Erfahrung hat sie jedenfalls in den letzten Wochen reichlich gesammelt: Als Vorband von Benjamin Amaru trat sie zuletzt im Jänner und Februar u. a. in Paris, Amsterdam, Prag und in deutschen Städten auf.