Vor 20 Jahren schlug die Stunde von Rajiv Bajaj. Der heute 58-Jährige stieg zum Geschäftsführer von Bajaj Auto auf, zentraler Teil jenes indischen Unternehmenskonglomerats, für das einst sein Urgroßvater, der legendäre Jamnalal Bajaj, 1926 den Grundstein gelegt hatte. Eine seiner ersten großen Transaktionen war bereits im Jahr 2007 ein Einstieg bei Stefan Pierers KTM AG. Sukzessive wurden die Anteile aufgestockt, mittlerweile ist Bajaj – über die niederländische Tochter Bajaj International – mit 49,9 Prozent an der „Pierer Bajaj AG“ beteiligt, die wiederum 74,9 Prozent an der KTM-Mutter Pierer Mobility hält. Dass die Inder bei KTM eine Schlüsselrolle spielen, ist also nicht neu. Mit den dramatischen Entwicklungen der vergangenen Monate wird der Einfluss aber weiter zunehmen. Bajaj sorgt für die Erbringung jener fast 600 Millionen Euro, die für die Rettung des Motorradherstellers bis Freitag notwendig sind. Am Lenkrad: Rajiv Bajaj, Teil einer Familie, die laut dem Magazin Forbes mit einem Vermögen von rund 23,4 Milliarden Dollar zu den zehn reichsten Clans Indiens zählt. Bajaj selbst wurde von „India Today“ zu den 50 einflussreichsten Persönlichkeiten Indiens gekürt.
Im Porträt
Rajiv Bajaj: Wer ist der einflussreiche KTM-Retter aus Indien?
Die indische Bajaj-Gruppe steht hinter der spektakulären 600 Millionen Euro teuren Rettung von KTM. Der Chef des Konzernflaggschiffs, Bajaj Auto, ist seit 20 Jahren Rajiv Bajaj (58) – er ist Teil einer der reichsten und einflussreichsten Familien Indiens.
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