Seit Montagfrüh steht das Werk des insolventen Motorradherstellers KTM in Mattighofen (Oberösterreich, Bezirk Braunau) erneut für drei Monate still. Es fehlt an Bauteilen. Mit 1. Mai tritt für die Arbeiter und Angestellten eine Betriebsvereinbarung in Kraft, die mit Gehaltseinbußen verbunden ist.

Allerdings zeigen sich sowohl Management als auch Gewerkschaft zuversichtlich, dass es für das Werk im Innviertel eine Zukunft geben wird. Bis Mitte Mai müssen 600 Millionen Euro aufgebracht werden, um den Sanierungsplan der KTM AG, der KTM Components GmbH und der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH zu erfüllen.

Verfrühte Sommerpause

Die Betriebsvereinbarung sieht einerseits vor, dass die bei KTM übliche Sommerpause von August auf Juli vorverlegt wird. Zum anderen enthält sie eine Regelung zur Reduktion der Vollzeitarbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche mit aliquoter Anpassung der Lohn- und Gehaltsbezüge für Mai bis Juli. Ziel sei es, die Arbeitsplätze zu erhalten.

Der Stillstand liegt laut KTM-Chef Gottfried Neumeister an einem Engpass durch Lieferverzögerungen: Aufgrund des Sanierungsverfahrens beziehungsweise fehlender Liquidität habe man produktionsnotwendige Teile nicht bestellen können. Man habe nur auf Lagerbestände im Haus und bei Zulieferbetrieben für 4200 Motorräder zurückgreifen und keine neuen Verpflichtungen eingehen können. Zulieferbetriebe sollen auf Vorkasse bestehen. Neumeister zeigt sich aber zuversichtlich, dass das Werk im August wieder im Vollbetrieb auf vier Bändern produzieren könne.

Für die 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lief die Produktion seit Jahresbeginn damit nur von Mitte März bis Ende April.