Im vergangenen Herbst war das 1420 erstmals urkundlich erwähnte Stüblergut in Kleinlobming (Gemeinde Lobmingtal) im Grenzgebiet der Bezirke Murtal und Voitsberg bundesweit im Gespräch. Das 1720 Hektar große Revier, in dem bis vor wenigen Jahren ein Gasthaus betrieben wurde, und sich auch eine eigene Kapelle befindet, war Schauplatz einer umstrittenen Jagd: Ein Foto zeigte nämlich einen erlegten Hirschen. Um das Tier hatten sich unter anderen der Tiroler SPÖ-Politiker Georg Dornauer, gegen den ein aufrechtes Waffenverbot bestand, und der gescheiterte Unternehmer René Benko, dessen Signa-Imperium zum größten Insolvenzfall in der heimischen Geschichte wurde, aufgestellt. Dornauer trug zudem einen Hut mit dem in Jagdkreisen üblichen Jagdbruch – dieser Zweig soll anzeigen, auf wessen Konto der Abschuss geht.
120 Stück Rotwild
Noch immer tollt sich übrigens ausreichend Wild in dem Revier rund um Stüblergut, als Abschuss angeführt sind 40 Stück Rotwild, davon drei Hirsche der Klasse I, zwölf Stück Gamswild sowie 24 Stück Rehwild. Im Winter wird das Rotwild innerhalb eines Wintergatters an einer neu errichteten Rotwildfütterung gefüttert, der aktuelle Fütterungsbestand liegt bei rund 120 Stück Rotwild. Das geht zumindest aus dieser Verkaufsannonce eines renommierten Wiener Immobilienhändlers hervor, der den „Gutsbesitz Stüblergut“ nun als „einmalige Gelegenheit“ zum Kauf anbietet. 1270 Hektar Grund und Boden gehören zu dem Gut, der aus zwei arrondierten, aber rund zehn Kilometer voneinander entfernten Forst- und Jagdrevieren besteht. Diese reichen von 850 bis 2000 Meter Seehöhe am Rappoldkogel.
Zum Forstbesitz gehören auch das große Gutshaus mit schönen Jagdstuben und Gästezimmern, in denen bis vor wenigen Jahren ein Gasthaus betrieben wurde. Auch eine eigene Kapelle, ein Forsthaus, ein Gästehaus, ein Betriebsgebäude und mehrere Jagdhütten sind aufgelistet.
Der Preis wird Interessenten vom Immobilienhändler nur auf Anfrage genannt. 2020 hatten die damaligen Besitzer von der Familie Morassutti das Gut verkauft, es soll zum Bieterwettstreit zwischen Dietrich Mateschitz und René Benko gekommen sein. Letztlich sicherte sich der inzwischen in Untersuchungshaft befindliche Benko das Stüblergut um kolportierte 30 Millionen Euro.
Exklusiver Einblick
Zuletzt wurden die Tore vom Stüblergut für einen Dreh der Reihe „Hoagascht“ für Servus TV geöffnet. Damals bekam auch die Kleine Zeitung einen bis dato letzten, exklusiven Einblick in das Stüblergut. In dem historischen Gebäude gibt es eine weithin bekannte Rauchkuchl. Passend zum Zentrum des großen Jagdreviers zieren zahlreiche Trophäen von Hirschen, Rehen, Birkhühnern und Auerhähnen, aber auch Eichhörnchen und Murmeltiere die Wände.