Verbale Gewalt, (Cyber-)Mobbing, körperliche Übergriffe oder auch häusliche Gewalt gegenüber Schülern: Nach dem Amoklauf in Graz mit elf Toten rückten solche Ereignisse ins Zentrum der Landespolitik. Am Montag traf in Graz erstmals der „Beirat zur Gewaltprävention“ zusammen.
„Lassen uns nicht treiben“
Die Erwartungshaltung ist groß, weshalb Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Bildungslandesrat Stefan Hermann mehrfach betonten, „keine Effekthascherei“ zu betreiben, sondern nachhaltige Lösungen suchen zu wollen. Dafür werden mehrere „Clustergruppen“ mit jeweils bis zu zehn Experten eingerichtet.
Infrastruktur und Sicherheit (bei Marco Triller, FP): Das Sicherheitsgefühl an Schulen müsse wieder steigen. Aktuelles Problem: „Wir haben die steigende Zahl von Drohungen und Ankündigungen von Amokläufen. Wie ist damit umzugehen? Wie ist darüber innerhalb des Hauses zu informieren?“, skizzierte Vize-LH Khom die Fragen. Eine Antwort könnten Notknöpfe unterm Lehrertisch sein.
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Unterstützungssysteme für Bildungssysteme (bei Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner): Angebote würde es einige geben, so Landesrat Hermann. Aber die „müssen wir ausbauen und bekannter machen“. Aktuelles Problem: Die Zahl der Suspendierungen steige – „Lehrer können das nicht mehr alleine bewältigen.“
Elternbildung und Lebensumfeld Familie (bei Khom, VP): Auch da müsse man das Rad nicht neu zu erfinden, so der Tenor, aber die Angebote stärker unter die Leute bringen. „Ich bin der Meinung, einen Elternbildungspass aufzulegen, man wird dafür aber Anreize benötigen“, so Khom.
Prävention und außerschulische Jugendarbeit (bei Hermann, FP): Da wolle man mehr auf Intervention und Prävention setzen, die Angebote „besser sichtbar und effizienter gestalten“. Im Gespräch sei eine Koordinierungsstelle, angesiedelt bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft.
Sicherheit im digitalen Raum (bei Landesrat Karlheinz Kornhäusl, VP): Aufbauend auf dem „Aktionsplan zum Umgang mit Suchtverhalten im Internet“ soll dieser Cluster auf Jugendliche abgestimmte Rezepte gegen Fake-News, Spielsucht usw. entwickeln.
„Wir machen keine Sommerpause“, betonte Bildungslandesrat Hermann. Bis Mitte August müsste die Zusammenstellung der Cluster geklärt sein; bis Ende September müssten die Gruppen mindestens einmal tagen. Anfang Oktober wird der „Beirat zur Gewaltprävention“ erneut zusammenkommen.