Am Sonntag startet die Formel 1 mit dem Großen Preis von Australien (5 Uhr) in eine neue Ära. Selten zuvor war ein neues Reglement so umstritten. Vor den Trainings in der Nacht auf Freitag lohnt sich ein Blick auf die derzeitigen Kräfteverhältnisse nach den Testfahrten in Bahrain.
Platz elf: Aston Martin
Es ist wenig überraschend, dass Aston Martin nach dieser Vorbereitung am Ende des Feldes landet. Bereits bei den Tests in Bahrain hatten die Briten Probleme mit der Antriebseinheit aus dem Hause Honda. Diese dürften so schlimm sein, dass Fernando Alonso und Lance Stroll aus gesundheitlichen Gründen in Melbourne einen Gang zurückschalten. Teamchef Adrian Newey gab bereits bekannt, dass man in Australien nur wenige Runden absolvieren wird, da die Vibrationen im Auto zu stark sind. Bekommt man das in den Griff, ist ein Schritt nach vorne möglich.
Platz zehn: Cadillac
Der Neuling aus den USA wäre wohl an letzter Stelle gelandet, hätte Aston Martin zum Saisonstart nicht mit solch großen Problemen zu kämpfen. Zwar geben sich die Routiniers Sergio Perez und Valtteri Bottas optimistisch, doch ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die US-Amerikaner beim Debüt gleich um die Spitzenplätze mitfahren. Zu viele Herausforderungen gilt es davor noch zu meistern.
Platz neun: Williams
Langsam aber sicher geht es in Richtung Mittelfeld. Am Ende dieses umkämpften Bereichs in der Weltmeisterschaft rangiert nach den Testfahrten Williams. Viele prophezeiten dem britischen Rennstall eine starke Saison aufgrund der Antriebseinheit aus dem Hause Mercedes. Probleme bei der Entwicklung des Autos sorgten aber für Verzögerungen, weshalb man den ersten Shakedown in Barcelona auslassen musste. Derzeit ist man wohl noch ein gutes Stück von den Spitzenteams entfernt.
Platz acht: Audi
Zu Beginn der Testfahrten noch eines der ganz großen Sorgenkinder in der Formel 1, mauserten sich die Deutschen in der Premierensaison zu einem soliden Mittelfeldteam – zumindest deutet die Performance der letzten Testtage darauf hin. Die Antriebseinheit scheint gut zu funktionieren, obwohl noch Luft nach oben besteht.
Platz sieben: Racing Bulls
Das Motorenprojekt von Red Bull dürfte wohl schon nach den offiziellen Testtagen als Erfolg bezeichnet werden. Davon profitiert auch das Zweierteam Racing Bulls, wie man an den Leistungen von Arvid Lindblad und Liam Lawson sehen konnte. Noch gilt es das perfekte Arbeitsfenster zu finden, das Auto hat aber großes Potenzial.
Platz sechs: Haas
Von einem Nachzüglerteam entwickelte sich Haas in den vergangenen Jahren zu einem gefährlichen Überraschungskandidaten. Mit Motorenpartner Ferrari scheint die Zusammenarbeit optimal zu funktionieren und das Auto der neuen Generation fuhr sich bei den Testtagen mit einer gewissen Leichtigkeit. Vor allem Oliver Bearman ist im zweiten Jahr bei Haas einiges zuzutrauen.
Platz fünf: Alpine
Im Vorjahr teilweise überhaupt nicht konkurrenzfähig, zahlte sich der frühe Fokus auf das 2026er-Auto bei Alpine aus. Darauf deutet die überraschend starke Vorstellung der Franzosen in den Testfahrten hin. Kaum jemand hätte dem Team, das ab diesem Jahr nicht mehr mit eigenen Motoren an den Start geht, diesen Schritt zugetraut. Der Rennstall dürfte jedoch zum Saisonauftakt das zweitstärkste Mercedes-Kundenteam sein.
Platz vier: Red Bull Racing
Auch unter dem neuen Reglement zählt Red Bull Racing zu den Spitzenteams der Formel 1 – trotz der erstmaligen Produktion eigener Motoren. Die Partnerschaft mit Ford scheint sich auszuzahlen, spulte die Antriebseinheit aus Milton Keynes bei den Testfahrten viele Kilometer ab. In den Händen eines Max Verstappen sah der RB22 auch teilweise pfeilschnell aus. Mit dem Niederländer ist also erneut zu rechnen.
Platz drei: McLaren
Nur ganz knapp vor den Bullen liegen zum Saisonstart die Weltmeister der abgelaufenen Saison. McLaren, im Vorjahr das dominanteste Team der Formel 1, ist auch 2026 das stärkste Kundenteam von Mercedes und stellte dies bei den letzten Testtagen auch unter Beweis. Weltmeister Lando Norris geht mit jeder Menge Selbstbewusstsein an den Start, Teamkollege Oscar Piastri will es allen zeigen.
Platz zwei: Ferrari
Ist es endlich das Jahr der Scuderia? Saison um Saison leiden eingefleischte Ferrari-Fans bereits unter der chronischen Erfolgslosigkeit der Mannen aus Maranello. Zumindest die Tests in Bahrain dürften aber Euphorie ausgelöst haben. Charles Leclerc brannte die Bestzeit in den Asphalt und die Innovationen am Auto beschäftigten die Konkurrenz. Die Scuderia dürfte die ersten Jäger der klaren Nummer eins sein.
Platz eins: Mercedes
Seit Monaten gelten die Silberpfeile als klarer Favorit für die erste Saison unter neuem Reglement. Daran änderten auch die Testfahrten nichts. Mercedes spulte die meisten Kilometer ab und kann Motorendaten von drei Kundenteams auswerten. Die Antriebseinheit dürfte die beste des Feldes sein und möglicherweise hat man sich in Bahrain sogar noch zurückgehalten. Der Titel führt wohl nur über George Russell und Kimi Antonelli.