Ein Meer aus Lichtern, die im dunklen Bunker auf der Tribüne tanzten, empfing die 99ers zum ersten Spiel des Kalenderjahres. Ferencváros war zu Gast und musste nach fulminantem Start und langem erfolgreichen Dagegenhalten letztlich geschlagen vom Eis ziehen. Die Grazer feierten letzten Endes einen klaren 6:1-Sieg vor 3899 Zusehern.

Geschlagene neun Sekunden vergingen, bis die Budapester im ersten Spiel des Kalenderjahres führten und im Bunker wurde es schnell ruhig. Die Verteidiger Nick Bailen und Kasper Aleksanteri Kotkansalo waren zu weit auseinander und Marcus Vela nach dem verlorenen Bully eine Nuance zu weit vorne. Gordon Green nutzte nach einem feinen Pass ins Zentrum den „Tag der offenen Türe“ und bezwang Nico Wieser. Vor allem die Linie Lukas Haudum, Paul Huber, Tim Harnisch zeigte sich in den Ausgleichsbemühungen sehr aktiv, doch so richtig wollte der 99ers-Zug am Neujahrstag nicht ins Rollen kommen. Denn die Ungarn verteidigten geschickt und eng am Mann. Dennoch gelang der Ausgleich, denn Manuel Ganahl (19.) zauberte. Erst gewann er das Bully im Angriffsdrittel und zog zum Tor. Anders Koch nutzte den ersten Kontakt für einen scharfen Pass und der Vorarlberger fälschte die Scheibe ins Tor. Wenn es genau so geplant war, war es ein superber Spielzug.

Es sollte im zweiten Drittel einige Minuten dauern, bis die Grazer eine leichte Dominanz auf dem Feld aufbauten, wie sie in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zu sehen war. Erst war aber noch Glück dabei: Auf einen Stangenschuss von Dávid Molnár (27.) folgte eine Überzahl der Ungarn, in der sich Wieser auszuzeichnen wusste. Es gelang zusehends besser, die Ungarn schon im Spielaufbau zu stören und die Scheibe zu erobern. Ein Schuss von Kotkansalo sorgte dann für die Verwirrung, die es manchmal braucht. Keeper Kristóf Nagy wusste nicht, wo die nicht zu fangende Scheibe lag. Ganahl (35.) schon und er stand auch genau richtig für seinen zweiten Treffer. Und Graz setzte erfolgreich nach. Wieder einmal leitete Bailen aus rechter Position einen Treffer mit einem Schuss von der Blauen Linie aus ein. Lukas Haudum (39.) legte die Schaufel seines Arbeitsgeräts perfekt in den Schuss. Es war Präzisionsarbeit, denn die Flugbahn bis zum Tor war da noch eine weite. Der Zug hatte richtig Fahrt aufgenommen und den Versuch von Michael Schiechl aus halblinker Position konnte Nagy noch abwehren, den Nachschuss von Josh Currie (40.) allerdings nicht mehr.

Ein Powerplay für Graz eröffnete den Schlussabschnitt und der zweite „Anzug“ war erfolgreich. Erst verzögerte Haudum mit der Scheibe, die zu Huber kam. Er versuchte es und Chris Collins (43. PP) staubte ab. Danach kam wieder der Auftritt von Bailen (48.), der die Powerplays an der Blauen Linie durchspielt und immer wieder seine gefährlichen Schüsse abgibt. Ein Flacher fand den Weg zum 6:1 ins Tor. „Unser Bunker, unser Bunker“, skandierten die Fans auf der Tribüne.