Er ist kein Mann großer Worte, sondern überzeugt mit Leistung. Das stellt Kärntens Kickbox-Ass Erik Zimmermann aktuell bei den World Games im chinesischen Chengdu eindrucksvoll unter Beweis. Der 22-Jährige schickte in der Klasse bis 74 kg, normalerweise startet er in der 69-Kilo-Klasse, den Niederländer Carvin Burke nach drei Runden mit 15:10 in den Kampf um Bronze. Der Veldener bereitete seinen Gegner ordentlich Probleme mit seinen Kicks.

„Es hat schon gut gepasst, jetzt werd‘ ich schauen, dass ich gewinne“, sagt Zimmermann, der zu den klassischen „Kickern“ im Kickboxen zählt – sein Stil lebt von Dynamik, Distanzgefühl und präzisen Beintechniken. Der Finalkampf (ab 13.30 Uhr per Live-Stream auf der World Games-Webseite) bedeutet nicht zuletzt, dass Zimmermann bei diesem Event der erste Goldcoup für Österreich gelingen könnte. Er muss schließlich noch Jose Santiago Bendfeldt aus Guatemala aus dem Weg räumen.

„Verzichten muss ich aus meiner Warte auf nichts“

Zimmermann, der sechsmal pro Woche trainiert – sofern es sein Job als Medizintechniker zulässt, wandelt auf den Spuren seines Trainervaters Gerald, selbst vierfacher Weltmeister. Bereits vor mehreren Jahren meinte er, dass sein Sohn besser tritt als er. Die mentale Stärke habe er übrigens von ihm. „Bei der Anzahl an WM-Titeln ist er mir voraus, deshalb ist die Weltmeisterschaft Ende November in den Vereinigten Arabischen Emiraten das ganz große Ziel. Dieser Titel fehlt mir nämlich noch. Darauf arbeite ich schon sehr lange hin.“ In China ist der Europameister und WM-Bronzene so oder so in guten Händen, denn dass er gut regeneriert, darauf achtet der Papa, der als Masseur dabei ist. „Am Abend durchkneten, dann bin ich bereit“, sagt Zimmermann, der Sport und Job problemlos unter einen Hut bringt.

Die Faszination am Kickboxen sei für ihn die Geschwindigkeit, denn im Pointfighting geht es schließlich darum, „schneller zu sein als der Gegner“. Und worin liegt die Kunst? Ein breites Repertoire, Tagesform und Taktik.

Eine Erfolgsmeldung gab es bereits am Mittwoch – Österreichs Faustball-Herren jubelten über Bronze.