„Ich hatte nie Angst vor Pferden, auch nicht, als ich noch ganz klein gewesen bin. Ich fand es immer schon cool. Mit drei Jahren habe ich zu reiten begonnen, aber eigentlich bin ich ja schon mit der Mama im Bauch vorher mitgeritten und danach im Sattel vorne draufgesessen. Lieblingspferde hatte ich keins, ich habe alle sympathisch gefunden“, erzählt Dressurreiterin Hannah Dearing-Schumach, die am Gut Muraunberg, einem idyllischen Fleckchen Erde in Kärnten, wo rund 40 Pferde „all-inclusive“ verwöhnt werden, aufgewachsen ist.

Die ersten Ponybewerbe in der Führzügelklasse ließen nicht lange auf sich warten – und da war sie gerade einmal vier Jahre alt. „Drei Jahre später war ich dann bei den ‚First Ridden‘, wo man bereits frei reitet, aber noch ohne Bahnfiguren.“ Mit neun Jahren absolvierte die Kärntnerin den sogenannten Reiterpass, „und dann ist man so richtig turnierberechtigt“. Anschließend kam die Reiternadel sowie diverse Lizenzen. „Ende 2024 habe ich die höchste Lizenz, die RD4, abgeschlossen und darf somit alles reiten.“

Hannah Dearing-Schumach in ihrem Element
Hannah Dearing-Schumach in ihrem Element © Pictures by Helene

Das heurige Jahr war mit ihrer 19-jährigen Hannoveraner-Stute „Sanibel“, die nach der Saison in die „Pferdepension“ geht, erfolgsgekrönt. So qualifizierte sich die Tanzenberg-Schülerin für die Europameisterschaft in Frankreich – beim Abschlussturnier im tschechischen Brünn ließ sie ihr großes Potenzial aufblitzen. Mit zwei zweiten und einem dritten Platz inklusive eines „Personal-Best“ in der Mannschaftsprüfung wurde der Europameisterschafts-Traum in Le Mans (U14) Wirklichkeit. „In der Einlaufprüfung ist mir eine persönliche Bestleistung von 78 Prozent gelungen und ich bin Siebente von 56 Startern geworden. Ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung“, verdeutlicht die 14-Jährige, die künftig mit ihrer zweiten Stute, der achtjährigen „Forever Frida“, für Furore sorgen will. „Aktuell arbeiten wir an den Aufgaben, die uns in der U18-Klasse, den Junioren, erwarten.“

Andere Art von Kommunikation

Mitgefühl sei im Reitsport ein essenzieller Faktor, wie sie erklärt: „Wenn man keine Verbindung zum Pferd hat, dann machen sie auch nichts für uns. Es ist wichtig ein Gespür zu bekommen, wie sie sich fühlen, da wir ja nicht mit ihnen sprechen können. Das ist dann eine andere Art von Kommunikation. Dass Sanibel gar keine Lust hat, gibt es gar nicht, sie kämpft immer für einen. Sie weiß, wann sie liefern sollte“, sagt Dearing-Schumach, die sich als empathisch und geduldig beschreibt.

Angesprochen auf ihre erfolgreichen Eltern Stephanie Dearing und Christian Schumach, verriet die St. Veiterin, „dass Mama die Strengere ist, wenn es um den Unterricht geht, aber das ist das Beste, was mir passieren kann. Mit Papa trainiere ich eher auf den Turnieren, da er auch in der Prüfungssituation ruhiger bleibt und das brauche ich“, meint Dearing-Schumach, die Ende September die Staatsmeisterschaften in Angriff nimmt.