„In den letzten Jahren bin ich immer knapp an Gold vorbeigeschrammt. Dass es jetzt geklappt hat, ist unglaublich, ich habe so hart darauf hingearbeitet. Damit ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Vor allem noch dazu in Österreich, wo die Familie und viele Freunde dabei gewesen sind. Das war ein Extra Boost, wobei ich aber doch nervöser als sonst gewesen bin. Ich wollte niemanden enttäuschen“, strahlt Wasserski-Akrobat Luca Rauchenwald (Wasserskiclub Wörthersee), der sich darüber hinaus über Teambronze freuen durfte. Trotz aller Euphorie spricht er diesbezüglich an, dass eine ganz bestimmte Person bei seinem Goldcoup gefehlt hat: „Meine Eltern hatten letzte Woche einen Autounfall, war Glück im Unglück. Meinem Vater geht es schon wieder ziemlich gut. Die Mama ist noch am Erholungsweg. Wir haben direkt telefoniert und sie war überglücklich, sie hat es per Livestream verfolgt. Gold war nach diesem Unfall irgendwie Karma“, verdeutlicht der Krumpendorfer, der aus einer Wassersportfamilie stammt und seine ersten Versuche mit drei Jahren absolvierte.
„Ich will unbedingt in die Chirurgie“
Rauchenwalds Talent blieb nicht lange unerkannt. Es folgten die ersten Kinderbewerbe bis hin zu internationalen Erfolgen, ehe er für fünf Semester das Abenteuer USA wagte und in Lafayette (Louisiana) ein Stipendium erhielt. „Das war eine megacoole Erfahrung und hat mir extrem geholfen, mich weiterzuentwickeln. Wir waren fast das ganze Jahr am Wasser und haben mit dem Team zweimal den Uni-Staatsmeistertitel gewonnen.“
Der Kärntner macht kein Geheimnis daraus, dass man den Sport nicht deshalb ausübt, um Geld zu verdienen. „Vor Jahren war Wasserski schon präsenter, das ist leider etwas zurückgegangen. Von dem her versuchen wir unser Bestes, um das Image wieder dorthin zu bringen, wo es schon einmal gewesen ist“, erzählt Rauchenwald, der im siebenten Semester in Wien Medizin studiert. „Ich will unbedingt in die Chirurgie, aktuell reizt mich die Unfallchirurgie und Orthopädie.“
„Platz vier will ich toppen“
In den Sommermonaten trainiert der 24-Jährige in Kärnten, alternativ „trickst“ er auf dem Wasserskisee in Raasdorf, knapp außerhalb von Wien: „Ich bin zirka sechs Stunden am Wasser, fünf bis sechs Mal pro Woche. Eine Session dauert 15 Minuten, viermal am Tag bin ich am Wasser, dazu kommt Kraft- und Ausdauertraining.“
Nach der EM ist übrigens vor der Weltmeisterschaft, die in der letzten Augustwoche in Italien in Szene geht. „Wir haben dort heuer ein paar Tage trainiert und ich habe mich ziemlich wohlgefühlt.“ Rauchenwald meint darauf angesprochen, „dass es schon noch eine andere Nummer ist. Der Wasserskisport hat in den USA doch einen viel höheren Stellenwert. Orlando, Florida ist ein absoluter Hotspot. Aber eine Medaille ist nicht unmöglich. Bei der letzten WM bin ich überraschend Vierter geworden, das will ich toppen.“