KinderkostenstudieLob und Kritik: "Soll der Staat die Kosten für Kinder komplett übernehmen?"

Die von Sozialminister Mückstein (Grüne) beauftragte Kinderkostenstudie zeigt erstmals, wie viel Geld Kinder pro Monat kosten. Die Erhebung stößt auf viel Zuspruch – doch es gibt auch Kritik. Familienministerin Raab (ÖVP) hat sich noch nicht geäußert.

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Dass mit der vergangene Woche präsentierten Kinderkostenstudie erstmals seit 1964 die finanzielle Situation von Familien erhoben wurde, stößt auf regen Zuspruch: Von Volkshilfe bis Caritas, vom katholischen Familienverband zum ÖGB – sie alle begrüßen die Existenz der Studie. Die Bewertung fällt allerdings unterschiedlich aus.

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krautundrüben
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Zeichen setzen

Der Staat setzt mit der Familienbeihilfe ein Zeichen, dass alle Kinder - egal wieviel die Eltern verdienen - gleich viel "wert" sind, deshalb soll man armutsgefährdete Kinder unbedingt über andere Kanäle finanziell unterstützen und Familienbeihilfe einkommensabhängig machen...

krautundrüben
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*NICHT einkommensabhängig machen

*NICHT einkommensabhängig machen

HM33
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Kinder sind unsere Zukunft

Denn Kinder lernen uns die Welt wieder aus einerdem anderen Perspektive zu sehen.
Kinder mahnen uns, unser Leben weiter zu denken als bis zum nächsten Wahltermin.
Die Kinder von heute sind die Arbeitskräfte/Steuerzahler/Träger der Gesellschaft von morgen.
Warum sollten unsere Kinder uns einmal, wenn wir alt sind, eine größere Wertschätzung entgegenbringen als wir ihnen jetzt.

Dass man sich nach über 50 Jahren!!! zum
ersten Mal Gedanken macht, was Kinder überhaupt kosten, sagt alles über die Wertigkeit von Kinde und Familien in unserer Gesellschaft aus.
Wobei ich glaube, dass diese sehr oberflächlich gemacht wurde, denn ich kenne nicht viele Alleinerzieherinnen, die überhaupt ein Einkommen von € 1.800,-- haben, wie demnach die Kosten für 2 Kinder wären.
Die Familienbeihilfe wurde vor 5 Jahren einmal erhöht - um ca. € 4--/Monat. Übrigens die einzige Wertanpassung in rund 20 Jahren.
Jeder der glaubt, dass man sich an der Familienbeihilfe bereichern kann, sollte mal überlegen, warum rund ein Drittel der Kinder in armutsgefährdeten Haushalten leben.
Mit der Familienbeihilfe lassen sich die Grundkosten (Essen, Trinken, Kleidung) wohl abdecken, doch jegliche Form der Freizeitgestaltung, vom Fahrrad bis zur Schiausrüstung, von der Musikschule bis zum Sport, sind von den Eltern zu erwirtschaften.
Urlaube (wenn nicht gerade Corona ist) sind ausschließlich in der Hauptsaison möglich.
Und die gesamte Erwerbstätigkeit der Eltern ist mit den Betreuungsmöglichkeiten abzustimmen.

Vem03
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Das

Kind als Kostenfaktor- Eigenverantwortung ist abgeschaffen

umo10
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Erziehung ist Sache der Eltern

Begleitet von Bildung und das ist auch Sache der Gemeinschaft (Staat), und das in enger Kooperation vom Kleinkind an ist der garant für Glück und Zufriedenheit

herwig67
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Familienbeihilfe

ist eigentlich eine Beihilfe = Unterstützung der Unterhaltsverpflichtung der Eltern gegenüber ihrer Kinder. Eltern betrachten die Beihilfe als Einkommen, aber das ist falsch. Als Beihilfe kann man sie, wie andere Beihilfen auch, durchaus auch einkommensabhängig ausgestalten ( nach obenhin wird's weniger). Das heißt, wenn Eltern den Kindesunterhalt aus eigenen Kräften leisten können, sollte diese Unterstützung=Familienbeihilfe ab einem gewissen Einkommen entfallen

vitruvius
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Wenn Ihnen ernsthaft was daran liegt,...

...dass möglichst alle Gesellschaftsschichten auch Nachwuchs bekommen, dann sollten Sie sich die einkommensabhängige Familienbeihilfe nochmals gründlich überlegen. Es ist ja jetzt schon so, dass karriereorientierte Besserverdiener deutlich weniger Kinder bekommen. Wo sie aber eh schon deutlich mehr Steuern leisten, dann auch noch die Familienbeihilfe runterreduzieren, da werden gerade hier noch viel mehr den Hut drauf werfen, und noch weniger Kinder bekommen.
Ist das gesellschaftlich echt wünschenswert?

Ulfi_Hautberget
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Zustimmung

Volle Zustimmung zu Ihren Vorschlag. Beim aktuellen Familienbonus geht die Ausgestaltung leider in die andere Richtung, nach oben hin wird's mehr.

lucie24
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Tz

Aber fett Steuern zahlen schon?

Dr.B.Sonnenfreund
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Eine interessante Tatsache

ist die stark steigende Zahl der Alleinerzieher/innen. Ich kann das nur damit beantworten, dass sich Paare heute viel schneller trennen als etwa noch in den 70er oder 80er Jahren. Ich bin der Meinung, dass die Jungen die Beziehungen zu schnell hinschmeißen. Denn Krisen sind da um gemeistert zu werden, und nicht immer gleich das sinkende Schiff verlassen. In der nächsten Beziehung beginnt wieder das selbe Spiel von vorne. Unter die Räder kommen dabei vor allem die Kinder, die es eigentlich verdient haben, in einer intakten Familie aufzuwachsen. Also liebe Jungeltern, reißt euch am Riemen, tut es für eure Kinder !

leli
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Die

Familienbeihilfe mit dem 24.lebensjahr begrenzt zu haben, ist eine verhöhnung studierender und deren sie unterstützender eltern. Kaum ein studium ist bei den herrschenden rahmenbedinungen in dieser zeit schaffbar. Den rest schaffen die eltern allein und die studierenden durch jobs da und dort. Das war keine glanzleistung!

EvilC
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@leli

Stimme Ihnen voll zu. Die Rotstrichler sollten mal die Statistiken, welche von den Unis selbst jährlich erhoben werden, . Immer mehr Studenten müssen nebenbei arbeiten, und das schon von Beginn an . Und nicht nicht geringfügig, denn das reicht nicht bei den Wohnungspreisen und nun auch steigenden Energiekosten. Die Statistiken zeigen auch, das Eltern immer öfter die nötige Unterstützung nicht leisten können. Und wer jetzt sagt, das ist in Ordnung, der hat nicht verstanden dass man dann ja auch länger für das Studium braucht. Und das ist nicht im Sinne des Erfinders.
Und wer mir jetzt sagt, es müssen nicht alle studieren, der soll daran denken, dass auch er/sie irgendwann einen Arzt, Rechtsanwalt, Architekten, Techniker, etc. brauchen wird.
Kinder sollen nicht Gegenstand einer Neiddebatte werden.

mahue
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Manfred Hütter, 9330 Althofen: war uns als Vollziehende auch klar

Befristung mit 26 und 27 vollendetem Lebensjahr (für Zivil- und Wehrdienstleistende war auf Grund der Mindeststudienzeit plus 2 Toleranzsemestern) für die meisten zu schaffen. Ausnahmen gab es auch bis 27 für weibliche Studierende, die während des Studiums Mütter wurden. Dann gab es noch fallweise Fälle mit Verlängerung bis 27, aber meist durch ärztliche Gutachten (nur Fachärzte, Amtsärzte) belegte. Aber oft strittig, weil Nachweise nicht erbracht wurden.
Die Idee der Verkürzung auf 24 bzw 25 vollendetem Lebensjahr war nur eine politische Entscheidung um Pummeln zu verhindern. In dieser Zeit begann auch das Studieren mit drei getrennten Studien nach anglikanischem Modell. Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium in den meisten Studienrichtungen an UNI `s und Fachhochschulen.

mahue
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Manfred Hütter, 9330 Althofen: die unzähligen verschiedenen Familienleistungen von Bund und Ländern auch Gemeinden gehört komplett vereinfacht

Derzeit ist alles undurchsichtig!!! Die Transparenzdatenbank wird von manchen Bundesländern nur mangelhaft mit Daten befüllt (Kompetenzproblem durch den Föderalismus), aus dieser könnte man Bundesländer bezogen, die unterschiedlichen Höhen der Familienförderungen erkennen.
Auch die Förderungen des Bundes (nenne nur die aus meinem Job) im FLAG 1967 und Steuerbegünstigungen des EStG 1988 sind je nach Regierung immer mehr komplizierter geworden, undurchschaubarer und ein chaotischer Fleckerlteppich, sowohl für den Bürger und vollziehenden Finanzbediensteten. Zeigt die tägliche Arbeit mit unzähligen Anfragen weil es nicht wenige externe Berater gibt, die auch in der Materie nicht sattelfest sind. Vorschläge der Praktiker zur Vereinfachung bleiben meist ungehört in der Schublade.

gm72
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Vorschlag: Familieneinkommen-Pro-Kopf-Besteuerung

Das wäre fair! Gesamteinkommen dividiert durch Personen, die von diesem Einkommen leben müssen und das wird die Grundlage der Einkommenssteuer. Aber nicht ein Modell, wo der Staat die Kindeskosten finanziert. Denn wer ist der Staat? ALLE steuerzahlenden Österreicher.

EvilC
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Immer dran denken

das es auch Menschen gibt die keine Kinder bekommen können, und leider steigen auch die Zahlen der Unfruchtbaren. Das Kinderwunschzentrum Linz der Kepler Uni berichtet das 10-15 % der Paare ungewollt kinderlos bleiben. IVF, IUI und ICSI funktionieren leider nicht bei allen und werden nur bis zu einem gewissen Alter von der Kasse übernommen.
Was wollen Sie solchen Menschen sagen? Deren Mehrkosten schlagen sich in Behandlungen und oft jahrelanger Therapie nieder.

gm72
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Aber der bloße Kinderwunsch kann ja nicht gleichgesetzt werden mit Kindern...

...die schon geboren werden.

EvilC
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Aber man kann Menschen

nicht dafür bestrafen, dass sie keine Kinder bekommen können

menatwork
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Ihre Idee kommt aber aufs selbe raus, denn

sie führt natürlich zu einer geringeren Steuerbelastung, je mehr Personen es sind.
Was im Endeffekt nichts anderes ist als dass der Staat (die übrigen Steuerzahler mit weniger oder keinen Kindern) die Kinder zum Teil finanzieren, hier halt durch Steuernachlass statt durch Direktzahlung.

Außerdem würde diese Regelung Besserverdienern erheblich mehr Vorteile bringen als den anderen.
Das halte ich daher mit Verlaub für eine Schnapsidee, wenn uns jedes Kind gleich viel wert ist.

eston
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Nur Sachleistungen

statt Geldleistungen

herwig67
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Umstellung der Familienbeihilfe

Für mich gibt es nur einen Schluss: weder Familienbeihilfe noch Familienbonus Plus kommen zielgerichtet beim Kind an. Daher wäre eine Umstellung auf ein Kinderkonto sinnvoll. Dies würde bedeuten, keine Auszahlung ohne Beleg und kostenloser Kinderkrippe, Kindergarten und Lernbeihilfen in der Schule, kostenlose Notebooks etc. Selbst eine Urlaubszuschuss wäre wohl drinnen. Damit wären viele Belastungen abgedeckt und die Mittelverwendung vor allem zielgerichtet. Allerdings werden dies viele wohl ablehnen, da es keine Barauszahlung gibt. Ebenso gehört die Familienbeihilfe und Kinderbonus dem Haushaltseinkommen angepasst ( ab z.B. € 3000,-- netto und 1 Kind gibt's keine Familienbeihilfe, bei geringen Einkommen bis zur Dreifachen).

Dr.B.Sonnenfreund
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@herwig67

Das heißt der Mittelstand würde voll durch die Finger schauen...

herwig67
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Familienbeihilfe

ist eigentlich eine Beihilfe = Unterstützung der Unterhaltsverpflichtung der Eltern gegenüber ihrer Kinder. Eltern betrachten die Beihilfe als Einkommen, aber das ist falsch. Als Beihilfe kann man sie, wie andere Beihilfen auch, durchaus auch einkommensabhängig ausgestalten ( nach obenhin wird's weniger). Das heißt, wenn Eltern den Kindesunterhalt aus eigenen Kräften leisten können, sollte diese Unterstützung=Familienbeihilfe ab einem gewissen Einkommen entfallen.

gumag26
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Fair?

Das würde wohl bedeuten, die Spitzenverdiener kriegen nichts, die Geringstverdiener bekommen Familienbeihilfe und der „Mittelstand“ zahlt die Gaude und bekommt nicht mehr oder sogar weniger als derzeit? Damit wird dann wohl wieder nicht das einzelne Kind gleich gefördert sondern wieder die Erziehungsberechtigten unterschiedlich behandelt…

Miraculix11
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Interessant

Haushaltseinkommen mehr als 3000 € und 1 Kind und will eine Förderung :-)

pescador
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"Soll der Staat die Kosten für Kinder komplett übernehmen?"

Natürlich nicht! Die Staatsschulden explodieren und "Experten" diskutieren wie man noch mehr Geld verteilen soll. Man kann nur noch den Kopf schütteln.

 
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