Corona verschärft soziale Ungleichheit Kinder in der Krise: ,,Wenn ich groß bin, werd‘ ich arm''

Jedes fünfte Kind in Österreich ist von Armut betroffen. Ein Zustand, der sich seit Jahrzehnten nicht verändert hat, kritisiert Kinderrechtsexpertin Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez. Eine Bestandsaufnahme anlässlich des „Tages der Kinderrechte“.

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Armut hat viele Gesichter. Zum Beispiel: Es geht um Menschen, für die eine kaputte Waschmaschine einer Katastrophe gleicht. Weil plötzlich das abgezählte Geld für die Winterschuhe der Tochter fehlt
Armut macht sich unterschiedlich bemerkbar. Zum Beispiel: Menschen, für die eine kaputte Waschmaschine einer Katastrophe gleicht. Weil plötzlich das abgezählte Geld für die Winterschuhe der Tochter fehlt © (c) Maria - stock.adobe.com
 

Frau Schaffelhofer-Garcia Marquez, Sie sagen, es sei eine „Mär, dass Kinderarmut nur ärmere Staaten in Europa betrifft“. Welche Gesichter hat denn Kinderarmut in Österreich?

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Danke für Ihr Verständnis.

GordonKelz
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ARME KINDER BEDINGEN ARME ELTERN...

Da beginnt das Problem, ein Kind sollte auch nicht nach genauester Prüfung bis ins letzte Detail der Finanzen entstehen dürfen...sondern auch und vor allem aus Liebe ! Wenn es danach in der heutigen Zeit zu wirtschaftlichen Problemen kommt, kann man die Eltern wohl auch nicht verurteilen !
Gordon

LaPantera69
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In erster Linie liegt es in der Verantwortung der Eltern. Es muss bereits in der Familienplanung Überlegungen geben, ob ich mir im Moment ein Kind leisten kann, oder nicht. Wenn ich selbst noch ein „Kind“ bin und mich von Apple und Co. beeinflussen lasse und mein spärliches Geld für die neuesten Hightechsachen ausgebe, wird es keinen Spielraum für ein Kind geben. Wenn ich auf eine adäquate Ausbildung verzichte, und daher von einem niedrig angesetzten Einkommen mein Dasein friste, wird es keinen Spielraum geben. Einfach draufloszuf…. und sich auf den Staat zu verlassen, ist ein Verbrechen gegenüber den Kindern.
Dank der Errungenschaften der Regierung in den 70er Jahren, hat jedes Kind die Möglichkeit der freien Schulbildung. Dieses Angebot zum Wohle der Kinder, muss auch angenommen werden.

zweigerl
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Elternverantwortung

Der harsche Appell an die Verantwortung der Eltern für eine bewusste Familienplanung trifft den Kern des Problems. Die Disproportion zwischen unreflektierter Zeugung von KIndern und Verantwortungsübernahme für deren Wohl scheint eines der großen Tabus unserer Gesellschaft, das durch den ausländischen Zuzug noch vegrößert wurde. Auch an dem hörbaren Aufatmen der Eltern, dass ihre Kinder Gottseidank in den Unterricht dürfen, tritt zutage, dass die - psychische und physische - Kinderarmut auch etwas mit der Verantwortungsbereitschaft der Eltern zu tun hat. Der "KInderführerschein" ist seit Jahren ein dringendes Desiderat. Im Zentrum steht die Frage: Wer darf Familien mit beliebiger Kinderzahl gründen?

Alfa166
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@zweigerl

Sie sprechen mir da aus der Seele, meine Frau und ich können leider keine Kinder bekommen, also haben wir eine Anfrage wegen Adoption gestellt. Worauf da alles geachtet wird: das Haushaltbudget wurd da penibelst 3x durchgerechnet, alle Eventualitäten mit eingerechnet, es wird kontrolliert, ob das Haus kindergerecht wäre, Einkommensnachweise der letzten 3 Jahre! werden berücksichtigt usw... Wer kontrolliert das bitte bei Familien, die auf natürlichem Wege 2, 3 oder mehr Kinder bekommen?

zweigerl
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Zynismus

Für mich ist die Bereitschaft infertiler Paare, fremde Kinder zu adoptieren, ein Beweis dafür, wie groß die gegenseitige Zuneigung sein muss, um nicht gleich, wie das heute beinahe Usus ist, nach neuen Partnern Ausschau zu halten. Ich halte gegen diese Einstellung die unvernünftige Handlungsweise krass überforderter Eltern, die eigene Kinderschar gleichsam nach Belieben zu erhöhen und dann nach den sozialen Auffangsystemen zu schreien. Die Akribie der Adoptionsbehörden muss angesichts dieses Missverhältnisses als nahezu zynisch bewertet werden.