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Heute kein Gastro-BesuchKickl: "Werde mich nicht der ganzen Testprozedur unterziehen"

Bei Neuwahlen bietet sich Klubobmann Herbert Kickl als FPÖ-Spitzenkandidat an – und facht erneut die Obmann-Debatte an. Kanzler Kurz wirft er Opferinszenierung vor, der U-Ausschuss habe sich zu einer "Leichenfeier" für die ÖVP entwickelt.

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FPÖ-Klubobmann Kickl: Sollte Hofer nicht bei Bundespräsidentschaftswahl kandidieren, werden Parteigremien über Obmannschaft entscheiden
FPÖ-Klubobmann Kickl: Sollte Hofer nicht bei Bundespräsidentschaftswahl kandidieren, werden Parteigremien über Obmannschaft entscheiden © Ballguide/Aufreiter
 

Sie haben erklärt, bei möglichen Neuwahlen als FPÖ-Spitzenkandidat in den Wahlkampf ziehen zu wollen – genau wie Parteichef Norbert Hofer. Droht eine Kampfabstimmung?
HERBERT KICKL: Ich habe schlicht gesagt, dass ich es mache, wenn die Partei das will. Was eine logische Konsequenz meiner Arbeit im Parlament ist, wo ich die politische Auseinandersetzung bereits führe. Wenn ich dazu Nein sagen würde, könnte ich es gleich lassen. Bei einer Wahl würde aber ohnehin der Bundesparteivorstand als Teamchef entscheiden, wie die Mannschaft aufgestellt wird.

Kapitän kann es aber nur einen geben. Bisher wünschen sich die FPÖ-Länderchefs von Tirol und Salzburg offen, dass Sie das sind. Hätten Sie den nötigen Rückhalt für eine Kandidatur?
Der Rückhalt im Nationalratsklub ist ja schon einmal offenkundig. Ich freue mich aber über jede Persönlichkeit aus unseren freiheitlichen Reihen, die glaubt, das Zeug dazu zu haben. Je mehr, desto besser.

Ihre Ankündigung hat die Obmann-Debatte in der Partei jedenfalls erneut angeheizt. Warum provozieren Sie das?
Erstens gibt es keine Obmann-Debatte…

Meinen Sie das ernst?
… und zweitens weise ich den Vorwurf der Provokation auf das Schärfste zurück. Eine Obmann-Debatte gibt es schon deshalb nicht, weil es einen Parteitag gegeben hat, auf dem Norbert Hofer zum Obmann gewählt wurde.

Warum erklären Sie dann ohne Not Ihr Interesse an Parteichefsessel und Spitzenkandidatur?
Wenn ich danach gefragt werde, gebe ich eine ehrliche Antwort. Außerdem: Die „Doppelspitze“ wurde eingerichtet, weil Hofer sich bewusst für das Amt im Nationalratspräsidium entschieden hat – im Hinblick auf eine mögliche Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl.

Wenn er nicht antritt, ist das Rennen um die Obmannschaft also offiziell eröffnet?
Norbert Hofer wird seine Entscheidung wohl im Herbst treffen. Und dann werden die weiteren Schritte in den Parteigremien zu diskutieren sein.



Vor zwei Jahren ließ Kurz Türkis-Blau nach Ibiza platzen mit der Begründung, er könne nicht mit jemandem zusammenarbeiten, gegen den ermittelt wird. Das halten Sie ihm heute vor, da gegen ihn selbst ermittelt wird. Und fordern seinen Rücktritt. Eine mögliche Anklage warten Sie nicht ab?
Die Verfehlungen in der Corona-Politik und das Festhalten an einem Finanzminister, der Akten erst auf Geheiß des Bundespräsidenten liefert, würden schon für einen Rücktritt genügen. Und nun kommt auch noch ein Auftritt im U-Ausschuss dazu, bei dem jetzt offensichtlich ist, dass man es hier mit einer Lüge zu tun hatte. Das ist eben das typisch heuchlerische Spiel der ÖVP, die mit zweierlei Maß misst.

Auch gegen Hofer wird derzeit ermittelt, der immerhin Dritter Nationalratspräsident ist. Müsste er bei einer Anklage gehen?
Man muss schon überlegen, inwieweit ein hohes Amt mit einer Anklage kompatibel ist. Bei jenem des Dritten Nationalratspräsidenten, der einer der höchsten Repräsentanten des Landes ist, halte ich das für nicht vereinbar.

Die ÖVP betitelt Ihre Angriffe als Rache-Aktion für Ihre Entlassung aus der Regierung. Sind Sie ein nachtragender Mensch?
Das ist einer der dümmsten Vorwürfe, mit denen die ÖVP je dahergekommen ist. Immer dann, wenn ihnen keine Erklärung mehr für das eigene Fehlverhalten einfällt, wird von einer Rache-Aktion gesprochen. Ich will schlicht aufzeigen, dass sich auch eine ÖVP an die Spielregeln von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu halten hat. Das scheint für manche in der Partei ein wahrer Kulturschock zu sein. Es geht hier um Gerechtigkeit und Recht, über dem auch der Kanzler nicht steht - auch wenn er sich das vielleicht einbildet.

Ihr inzwischen berühmter Satz „das Recht hat der Politik zu folgen“ gilt also nur, wenn Sie gerade in der Regierung sitzen?
Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Zudem habe ich damals den Prozess der Gesetzgebung gemeint, der nun einmal ein politischer ist. Man muss einem Kanzler aber Fehlverhalten vorwerfen können, ohne in Verdacht zu geraten, irgendwelche Rachegelüste zu befriedigen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich damals das Entlassungsschreiben des Bundespräsidenten bekommen habe. Das dient als amtliche Bescheinigung, dass ich nicht in die Machenschaften der ÖVP-Truppe involviert war.

Kann man wirklich stolz darauf sein, aus einem Regierungsamt entlassen worden zu sein?
Natürlich. Denn es hat sich dabei um einen Akt des Unrechts gehandelt, der mir bestätigt hat, dass mein Weg des Widerstandes der richtige ist.

Das Schreiben bescheinigt Ihnen aber auch, für ein Regierungsamt ungeeignet zu sein.
Für mich besteht die Frage der Amtsfähigkeit darin, ob jemand in der Lage ist, seine eigenen Versprechen einzuhalten. Und dafür muss man als Minister den Weg des Widerstandes gehen. Wenn man aber ein Minister sein will, der nur Bandln durchschneidet und internationale Kaffeekränzchen abhält, dann ist das sicher gemütlicher.

Zurück zu Kurz, dem Sie Wehleidigkeit und Opferinszenierung vorwerfen. Hat die FPÖ nicht genau von einer solchen Opferinszenierung jahrelang gelebt, Stichwort Haider?
Dass ein Kanzler in einem U-Ausschuss, der sich ohnehin zu einer Leichenfeier für die ÖVP entwickelt hat, ohne Not falsche Angaben macht und dann auch noch mit der Tränen-Geschichte daherkommt, dass seine Mutter so unter der Situation leidet, habe ich bei Jörg Haider nie erlebt. Und ich kenne auch keinen Freiheitlichen, der so wehleidig ist. Das gehört einfach zum Geschäft.

Außer Ihr langjähriger Parteichef Strache, den Sie selbst mit Kurz in Sachen Opferinszenierung verglichen haben.
Beide haben schlicht ein Bild des Geschehenen, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Hier handelt es sich wohl um einen Verdrängungsmechanismus.

Morgen öffnet das Land, die Corona-Thematik rückt in den Hintergrund. Geht Ihnen damit ein essenzielles Thema verloren?
Es wurde auch beim angeblichen Wegfallen der Asylproblematik spekuliert, dass die FPÖ ohne Ausländerthema tot sei. So ein Blödsinn. Zudem werden uns die Folgen der Corona-Politik noch lange beschäftigen.

Wird es Sie gleich wieder in die Gastronomie ziehen?
Ich werde mich sicher nicht der ganzen Testprozedur unterziehen, nur, um ein Schnitzerl essen zu gehen. Das hol ich mir zum Mitnehmen. Hin und wieder muss ich mich testen lassen, um zum Friseur zu gehen. Vielleicht nutze ich die 48 Stunden für einen Gastro-Besuch.

Kommentare (67)
Kommentieren
rand
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Esist gut

das Kickl nicht testen geht, braucht man keine Angst haben das man ihn wo trifft.

warmuthhans
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es ist gut

wenn mann ihn treffen würde vergeht einem e das essen

Rimjobber
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Achja

Weil man Politiker ja in Wien am Donaukanal zwischen den normalen Menschen ein Bier trinken sieht.

wischi_waschi
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Kickl

Danke , Sie haben vollkommen recht.
Wie immer der beste Mann weit und breit.

walter2804
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Nicht die Klügsten

unterstellt man ja üblicherweise den FPÖ-Wählern, wenn man sich allerdings die Posts hier ansieht, muss man Zweifel hegen, gell!

schteirischprovessa
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Der Gickl erinnert in seiner Selbstreflexion

ein wenig an den Donald aus den USA.
Nur dass der 48% der Stimmen bekommen hat und für einen Spitzenkandidaten Herbert Gickl wohl nicht einmal ein Drittel davon realistisch ist.
Und selbst das wäre ein trauriges Zeichen.

edug16
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Wozu testen -

die FPÖ - Abgeordneten sind ja ohnehin "was besseres" -
brauchen keine Schutzmaske tragen.

Hapi67
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Kickl regt

auf und polarisiert wie kaum ein anderer

Gleichzeitig traue ich der Fpö unter ihm locker 25% zu.

Und Kickl ist vieles, aber sicher nicht dumm.
Seine dummen Wähler werden nur von intelligenten Parteien und Ihren intelligenten Führungskräften nicht abgeholt.

Einer muss sich auch um die Dummen kümmern, nachdem es die Intelligenten nicht tun.

Vielen Dank

schteirischprovessa
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Das mit den 25% halte ich übertrieben.

Dazu hat er die FPÖ viel zu weit am ganz rechten Rand positioniert.

lombok
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Kickerl, lassen Sie sich doch einfach impfen,

dann wird das Testen für die nächsten Jahre nicht zur Tortur. Und ansonsten lassen Sie halt Beides sein ... Dann werden Sie die nächsten Jahre wohl zu Hause bleiben müssen.

Rimjobber
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Wozu?

Das ich alle 9 Monate wie ein Irrer in eine Impfstraße laufe, bei aller Liebe ned

mahue
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Manfred Hütter: Unterschied Print- und Onlineausgabe der KLZ

Habe beide. Wenn ich nicht falsch liege, ist die Onlineausgabe, bis auf ein paar Berichte der Hauptreporter, die Spielwiese neuer junger Mitarbeiter.
Nur Journalismus besteht nicht in Wiederholung von speziell politischen Themen in kurzer Abfolge, fast zwei an einem Tag, mit anderer Schlagzeile.
Würde diesen Kommentar nicht schreiben, aber auch die Kommentare wiederholen sich dazu auch schablonenhaft, und explodieren bis zu 300 Kommentare, die meisten Einzeiler mit maximal 5 Wörtern. Ich glaube weniger Berichte von den Jungen schreiben lassen, nach "brainstorming" vom Chefredakteur kontrolliert, fundiert recherchierte Berichte der Jungen in die Online-Ausgabe stellen. Habe es schon vor ein paar Wochen geschrieben.

Frohsinnig
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Hoffentlich wird Kickl Spitzenkandidat

Das wäre der beste Schritt zur Minimierung der FPÖ

Rimjobber
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Vorzugsstimmen

Komisch nur das er nach dem Gottkanzler, die meisten Vorzugsstimmen hat

Pragmatikus
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Eh besser,

wenn er zu Hause bleibt...

sev57
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Ist doch nett von ihm

Haben eh die wenigsten ein Interesse daran diesen Vogel in einem Lokal zu treffen. Mir würde der Appetit vergehen, wenn der am Nebentisch sitzt.

tomtitan
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Ich glaub' der will sich deshalb nicht testen lassen

weil er Angst hat, dass die Fragen zu schwer sind...

blackpanther
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Oder

fürchtet er sich vorm Staberl in der Nase? Ist schon äußerst mimosenhaft, sich nicht testen lassen zu wollen und somit auch nicht mitzuhelfen, dass die Pandemie raschestmöglich abklingt! Gott sei Dank hatte er in der Pandemie nichts zu sagen, sonst wären wir auf Bolsonaro-Verleugnungskurs gewesen...

Rimjobber
1
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Und?

Und wenn alle testen laufen wie die irren und sich daheim einsperren was dann? Denkt sich dann das Virus phu die testweltmeister Na da gibt's nix zu hohlen da verzieh ma sich lieber in a anderes Land

Bluebiru
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Ist eh besser,

wenn er sich weder testen noch impfen läßt.

Bis zu seiner Ansteckung, die unweigerlich kommen wird, ist man dann zumindest davor gefeit, irgendwo in einem Gasthaus auf ihn zu treffen.

JamesDean
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Bitte es interessiert doch niemanden,

ob der Jolly ins Gasthaus reitet oder nicht!
Liebe KZ, man muss echt nicht über Alles schreiben!

Lodengrün
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Warum nicht

als Abwechslung zu der ewigen Kurz Berichterstattung ist sein kurzes Erscheinen fast als befreiend zu werten. Aber das war es dann auch mit ihm für einen Zeitraum.

cockpit
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Armes Hascherl!

ich unterziehe mich dieser "Prozedur" bereits monatelang mindestens zweimal die Woche! Und Überraschung - ich lebe noch

Rimjobber
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Und?

Hab mich noch nie testen lassen und Überraschung ich schreib gerade ein Kommentar.
Also was unterscheidet uns 2 jetzt?
Richtig ich war im letzten Jahr eine kleinere Belastung fürs Steuersystem als sie.

Und wenn sie meinen testen ist wichtig, was sie unweigerlich antworten würden.
Denkens mal nach warum wir als absolute Test-und FFP 2 weltmeister schlechter aus der Krise gehen als andere die nicht testen

Stony8762
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Eh gut, wenn dieser ... keinem von uns über den Weg läuft!

ed
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Meine Güte,

die Hundepfeife ist wieder (nicht) zu hören =:)

 
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