Bedingungslose Kapitulation:“ US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Worten keine Kompromisse mit der iranischen Führung eingehen. Der Krieg ging am Samstag mit schweren Luftangriffen auf Teheran und iranischem Raketenbeschuss auf Israel und die Golf-Staaten weiter. Amerika werde im Iran „sehr hart zuschlagen“, kündigte Trump am Samstag an. Hinter den Kulissen laufen jedoch erste Bemühungen, den Konflikt zu beenden. Irans Präsident Massud Peseschkian entschuldigt sich bei den Nachbarstaaten für die iranischen Angriffe. Hardliner in Teheran warfen ihm umgehend Schwäche vor. Trotz der Entschuldigung gingen die iranischen Angriffe in der Golfregion weiter.

„Diplomatie ins Spiel bringen“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, Ankara suche nach Wegen, die Diplomatie wieder ins Spiel zu bringen. Erdoğan sprach deshalb mit Trump, mit Peseschkian, dem saudischen Thronfolger Mohammed bin Salman, dem katarischen Emir Tamim bin Hamad al-Thani und dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Zayed.

Erdoğan bringt Erfahrung als Vermittler mit. Im Ukraine-Krieg war es ihm immerhin gelungen, das Istanbuler Getreideabkommen auszuhandeln. „Die Bemühungen der Türkei, die in der Nato großen Einfluss hat, sind nicht zu unterschätzen“, sagt Thomas Volk, Abteilungsleiter Nahost und Nordafrika bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Auch die arabischen Länder bemühen sich hinter den Kulissen, Auswege aus dem Krieg zu finden. „Den Golfstaaten bricht gerade das Geschäftsmodell weg“, sagte Volk der „Kleinen Zeitung“.

Geld der Araber

Katar, Saudi-Arabien und die VAE haben Einfluss auf Trump, weil sie Milliarden in die US-Wirtschaft gesteckt und weitere Investitionen versprochen haben. Die superreichen staatlichen Investmentfonds der Araber mit ihren Anlagen in den USA seien starke Hebel, schrieb der Analyst Timothy Ash von Bluebay Asset Management. Wenn die Araber ihr Geld aus den USA abziehen sollten, „dann wird Trump vielleicht noch einmal nachdenken“, meint Ash. Auch China, das rund die Hälfte seiner Ölimporte von den arabischen Golfstaaten und dem Iran erhält, hat ein Interesse an einer baldigen Rückkehr zum Verhandlungstisch.

Rumoren in den USA

Die Hürden für die Vermittler sind hoch. Israel will nach Einschätzung von Volk „das Momentum nutzen, um das iranische Regime zu beseitigen und Unterstützer wie die Hisbollah gleich mit“. Das Rumoren in Trumps Maga-Bewegung hält auch Thomas Juneau, Nahost-Experte an der Universität Ottawa, für einen wichtigen Faktor, der den Krieg womöglich rascher als erwartet beenden könne.