Für manche mag es ein ungewöhnliches Bild gewesen sein, das sich am Samstagnachmittag unter strahlend blauem Himmel am Grazer Mariahilferplatz bot: Menschen iranischer Herkunft schwenkten die Flagge Israels und der USA, streckten Bilder von Benjamin Netanjahu und Donald Trump in die Höhe und dankten den vermeintlichen „Erzfeinden“ für ihre seit Tagen anhaltenden Luftangriffe auf den Iran.
Die Exil-Iranerinnen und -Iraner, die sich zu Hunderten zu der Kundgebung versammelten, sind freilich erbitterte Gegner des Mullah-Regimes und setzen sich für eine Rückkehr des Schahs als Oberhaupt des Staates ein. „Lang lebe der Schah!“, skandierten die Demonstranten unter anderem in englischer Sprache und bezogen sich dabei auf den im US-Exil lebenden Sohn des einstigen Schahs von Persien, Reza Pahlawi. Auch ihm wurde auf Portraits als Hoffnungsträger für einen neuen, liberalen Perserstaat gehuldigt.
„Natürlich gibt es auch eine Gruppe unter den Persern in der Steiermark, die gegen den Schah ist“, sagte Lokalbetreiber Hassan Lashani, der seit 25 Jahren in Graz lebt, im Vorfeld der Kundgebung der Kleinen Zeitung. Aber der Betreiber des „Bali“ in der Steyrergasse glaubt: „Die große Mehrheit setzt auf Reza.“
Die Demo für den Iran am Samstag war bereits die fünfte in der Landeshauptstadt, allerdings die erste seit dem Ausbruch des Krieges am Golf und der gezielten Tötung des geistigen Führers Ali Khamenei durch einen Luftschlag.