Vergangenen Samstag hat Christian Wehrschütz einen Drohnenangriff in der Ukraine nur haarscharf überlebt, am Sonntag, den 16. November ist der Kriegsreporter zu Gast in Ö3-„Frühstück bei mir“.

„Gott hat noch etwas mit mir vor“

„Die Anteilnahme im ganzen Land bewegt mich zutiefst“, sagt Wehrschütz auf Ö3. „Ich habe tausende Reaktionen auf WhatsApp, Facebook, Instagram, LinkedIn bekommen. Auch Generaldirektor Roland Weißmann hat mir gleich nach der Veröffentlichung des Videos vom Drohnenangriff eine SMS geschrieben und gefragt, ob er etwas für mich tun kann. Ich habe geantwortet: ‚Ja, eine Kerze für mich anzünden.‘ Und das hat er getan.“ Wehrschütz selbst hat auch eine Kerze als Dank angezündet. „Als Dank an Gott oder das Schicksal?“, fragt Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl. Wehrschütz in Ö3-„Frühstück bei mir“: „Ich habe Gott gedankt. Ich bin katholisch aufgewachsen und bin der Überzeugung: Gott hat noch etwas mit mir vor.“

„Ich möchte 10 Kilo abnehmen“

Zum Frühstück hat sich Wehrschütz drei Eier im Glas gewünscht und dringend gebeten: „Bitte ja kein Brot.“ Der ORF-Korrespondent sagt entschlossen: „Ich möchte 10 Kilo abnehmen. Dieses Versprechen hat mir meine neunjährige Enkelin Emilia abgenommen. Sie hat gesagt: ‚Opa, du musst aufpassen, dass du gesund bleibst. Und dafür wäre es besser, wenn du ein bissl weniger wiegen würdest.‘“ Deshalb verzichtet er jetzt weitgehend auf Kohlenhydrate und: „Ich höre um 16 Uhr zum Essen auf.“ Auch der tägliche, etwas ungewöhnliche Morgensport in Kiew gehört dazu: „Ich wohne im 8. Stock und fahre mit dem Aufzug hinunter und gehe die Stiegen dann bis zur Wohnung wieder hinauf. Das mache ich eine halbe Stunde lang und dann noch 20 Liegestütze und 20 Kniebeugen dazu.“

„Wir haben eine Lebensuhr und der Tod ist vorbestimmt“

In seinem neuen Buch „Frontlinien: 25 Jahre zwischen Krise, Krieg und Hoffnung“ bilanziert der mehrfach ausgezeichnete Journalist: „Ich habe sicher 5 bis 6 Mal lebensgefährliche Situationen erlebt. Ich glaube, wir haben eine Lebensuhr und der Tod ist vorbestimmt.“ Ende 2026 wird sich Wehrschütz in den Ruhestand zurückziehen. Ob der Ukraine-Krieg bis dahin bereits beendet sein wird? Wehrschütz im Gespräch mit Claudia Stöckl: „Meine Frau sagt immer scherzhaft: ‚Rede mit Selenskyj und Putin, wir möchten den Abschied von dir in die Pension in Kiew feiern dürfen.‘ Es müssten allerdings in den nächsten 2 bis 3 Monaten gravierende Dinge passieren, damit ein Kriegsende bis Ende 2026 tatsächlich stattfindet. Ich sehe keine Anzeichen, dass es eine grundlegende Einigung gibt.“

„Werde mit meiner Frau auf Weltreise gehen“

Um eine Verlängerung seines ORF-Vertrages wird der 64-jährige Grazer jedenfalls sicher nicht ansuchen: „Ich habe ein erfülltes Journalistenleben gehabt. Gerhard Weis, ehemaliger Generaldirektor des ORF, hat immer gesagt: ‚Der Friedhof ist voll von Unersetzlichen.‘ So einer will ich nicht sein. Ich werde meinen nächsten Lebensabschnitt optimistisch und voll Freude angehen. Als erstes werde ich mit meiner Frau auf Weltreise gehen, das habe ich ihr versprochen und auch das Zusammenräumen meiner Bibliothek ist bereits fix geplant. Ich sehe meiner Pension positiv entgegen.“