In Graz schaffen Verkehrsprojekte mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, zugleich schrumpft aber die Zahl der Autoparkplätze. Dieser Umstand verärgert die Präsidentin der Apothekerkammer Steiermark: „Apotheken haben einen Versorgungsauftrag. Es kann nicht sein, dass man den Zugang zu Apotheken erschwert, indem man Parkplätze einspart.“

Die mangelnden Park- und Haltemöglichkeiten stellen vor allem ältere oder eingeschränkt mobile Personen vor Herausforderungen, aber auch Lieferanten kämpfen mit Schwierigkeiten. Der geplante Umbau der Laimburggasse zur Fahrradstraße, bei dem ein Teil der Autoparkplätze verloren gehen würde, ist das jüngste Sorgenkind.

„Auf einen Pkw angewiesen“

Den Ärger über fehlende Parkmöglichkeiten können einige Userinnen und User nachvollziehen. Gerade bei Apotheken seien ausreichend und schnell verfügbare Parkplätze wichtig, findet altbayer: „Irgendwann brauchen sie vielleicht einmal dringend ein Medikament für ihre Familie - und dann gibt es vor der Apo keinen Parkplatz.“

Die fehlenden Parkplätze würden besonders Menschen, die auf ein Auto angewiesen sind, vor Probleme stellen, meint henoma: „Es gibt auch Ältere, die auf einen Pkw angewiesen sind und nicht so locker mal einen Garagenplatz berappen können. Ganz nebenbei gibt es auch Arbeitende, die auf einen eigenen Pkw angewiesen sind und nicht so viel verdienen - ohne Pkw wären sie ihren Job los.“

Aber auch gewisse Situationen würden die Notwendigkeit eines Pkw rechtfertigen, erklärt Criticus: „Wenn die Ideologie über die Vernunft und Notwendigkeiten siegt, kommt das heraus. Liebe Autofeinde! Es gibt einfach Situationen und Bedürfnisse, wo man auf das Auto angewiesen ist. Gefällt euch nicht - ist aber so.“

„Nicht nur Autos, auch Fahrräder werden immer größer“

Das Vorgehen der Vizebürgermeisterin wird im Forum durchaus kritisiert. Von den Umstrukturierungen betroffen und scheinbar wenig erfreut äußert sich kobingerg: „Parkplatzvernichtung allein ist halt noch kein Programm. Im Münzgrabenviertel vernichtet Vizebürgermeisterin Schwentner gerade zahlreiche Parkplätze, ohne Ersatz, ohne vorherige Information der Betroffenen. Das ganze Viertel schäumt, fühlt sich aber ohnmächtig (...).“

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer - das ist der Plan. Doch nicht nur Autos, auch Fahrräder werden immer größer, meint BIH71: „Und was ist mit Lastenfahrrädern? Brauchen die keinen Platz? (...)“

„Die Stadt muss irgendwann reagieren“

Doch nicht alle Foristen empfinden die schrumpfende Parkplatzanzahl als ein Problem. Man müsse sich erst daran gewöhnen und könne dann die Vorteile einer autofreien Straße schätzen, findet KnairoIF: „Die gleichen ‚Argumente‘, wie damals, als die Herrengasse autofrei wurde. Ältere Leute gewöhnen sich nicht gerne um, schon klar. Allerdings, so wie mit der Herrengasse werden sich auch weitere verkehrsberuhigte Straßen im Nachhinein als positiv herausstellen.“

Mia076 sieht die Situation entspannt und sagt: „Dort wo ich wohne gibt es auch zwei Apotheken in der Nähe und bei keiner kann man parken. Und? Ist auch kein Problem.“

Und Moveit empfindet das Handeln der Stadt als notwendig: „Autos werden ohne wirklichen Grund immer größer. Der Platz in der Stadt wächst da nicht mit und die Stadt muss irgendwann reagieren, was sie hier auch getan hat.“

„Wer länger bleiben will, soll zahlen“

Neben der lebhaften Diskussion über Parkplätze mischt sich BobderBademeister mit einem Lösungsvorschlag ein: „Viel vernünftiger wäre, dass man 20 bis 30 Minuten überall in der blauen Zone gratis parken darf, danach kostenpflichtig und teurer als bis jetzt. Da könnte man ohne Probleme zu einem Geschäft fahren und wer länger bleiben will, soll zahlen. Und die Kosten fürs Anrainerparken gehören stark erhöht. Ich sehe Autos, die stehen die ganze Woche in der blauen Zone und am Wochenende fährt er weg. Der Parkplatz ist fünf, sechs Tage voll belegt!“