Nach dem „Stadion-Gipfel“ von Stadt- und Landesspitze zusammen mit der Arbeitsgruppe der Grazer Stadtbaudirektion sind die ersten Grundzüge bekannt: die Kosten pendeln zwischen 90 und 150 Millionen Euro, für den Ausbau auf 20.000 oder mehr Plätze gehört der Rasen tiefergelegt, die Tribünen müssten in die Höhe wachsen. Ein neuer VIP-Klub ist gefragt, ein neues Dach wäre notwendig. Inwieweit die Nebengebäude von Sparkasse bzw. Sturm „mitspielen“, ist je nach Lesart immens wichtig oder Nebensache.
„Kein öffentliches Geld für Profifußball!“
Doch nicht nur die Stadt- und Landespolitik beschäftigt sich mit dem Thema „Stadionausbau“, sondern auch in unserem Kleine-Zeitung-Forum wird eifrig diskutiert. Ein Ausbau scheint für viele Userinnen und User, angesichts der finanziell prekären Lage des Grazer Budgets, nicht sinnvoll.
NIWO, aber auch kagag sprechen sich klar und deutlich gegen einen Ausbau des Stadions aus: „Nein. In Zeiten, wo überall gespart wird, sollte kein Geld für so etwas verschwendet werden.“ und: „Kein öffentliches Geld für Profifußball!“ Auch Melissa42 stimmt gegen den Ausbau mit öffentlichen Geldern: „Kein Steuergeld soll dafür ausgegeben werden. Sollen sich Sponsoren suchen, wie jeder andere Verein.“
„Profi-Fußballvereine sind Firmen, so sollen sie auch behandelt werden“
Die Stimmen, die sich gegen den Ausbau richten, überwiegen im Kleine-Zeitung-Forum. jg4186 spricht sich zwar für Firmen-ähnliche Förderungen aus - aber nicht mehr: „(...) Die Profi-Fußballvereine sind Firmen, so sollen sie auch behandelt werden. Förderung wie bei einem Firmenausbau, aber nicht mehr! In Zeiten wie diesen, wo überall gespart werden muss, kann der Steuerzahler unmöglich einen Stadionausbau bezahlen. Sturm ist erfolgreich, Gratulation, macht ja beachtlichen Gewinn, die werden sich wohl ihren ‚Arbeitsplatz‘ selber leisten können.“
Und henoma meint: „(...) Solange bei den Grundbedürfnissen der Grazer Bevölkerung der Sparstift angesetzt wird, ist es nicht nachvollziehbar, wieso (...) zur Gewinnmaximierung eines millionenschweren Bundesligavereins von der Stadt überhaupt Geld in die Hand genommen werden soll.“ Das Geld fehle an anderen Ecken: „(...) Der öffentliche Verkehr braucht noch sehr viel, es fehlt in weiten Teilen der Stadt an öffentlichem Grün und Kinderspielplätzen, die fußläufig erreichbar wären. Es fehlen vor allem in den Außenbezirken Verkehrsinfrastruktur für Fußgänger. Die Ausstattung mit öffentlichen WCs an Verkehrsknotenpunkten wäre auch mal eine Überlegung wert.“
Was unsere User bewegt
„Fans bringen Umsatz!“
Auch wenn die Abneigung gegen einen Stadionausbau im Forum der Kleinen Zeitung überwiegt, so gibt es doch Foristen, die einer Neugestaltung etwas Positives abgewinnen können, wie SoundofThunder: „Fans bringen Umsatz! Je mehr Fanartikel verkauft werden, desto mehr Umsatzsteuer für den Staat! Ein erfolgreiches Team lockt mehr Fans an und dazu braucht man ein Stadion, wo man auch international spielen kann (...).“
Und Bukowski versucht in der Debatte mit anderen Usern, den finanziellen Mehrwert des Fußballvereins und der Spiele aufzuzeigen: „Dass Sturm voriges Jahr fast 35 Millionen Euro an Steuern und Abgaben geleistet hat, plus das Geld, das über die Umwegrentabilität bei den Stadionbesuchen hereinkommt, ist also auch verschwendet?“