Hohe Dunkelziffer in ÖsterreichPopper: ''Impfmotor hat nicht nur gestottert, er ist zum Erliegen gekommen''

Simulationsforscher Nikolas Popper sagt gegenüber Puls4, dass es bis zu 5.000 Neuinfektionen täglich gäbe. Die Politik müsse nun entscheiden, welche Maßnahmen zu setzen sind: "Wir können nicht nichts tun."

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Viel zu niedrig sei die Impfrate in Österreich, warnen Fachleute
Viel zu niedrig sei die Impfrate in Österreich, warnen Fachleute © AFP/Patrick T. Fallon
 

"Die Impfgeschwindigkeit ist im Zuge des Sommers 2021 rapide gesunken", hat das Covid-Prognose-Konsortium in einem Policy Brief am Donnerstag festgehalten. Gleichzeitig dürfte die Dunkelziffer der Neuinfektionen massiv im Steigen begriffen sein, wie Simulationsexperte Nikolas Popper gegenüber dem Privatsender "Puls4" sagte. Er geht davon aus, dass sich täglich 4.000 bis 5.000 Österreicherinnen und Österreicher neu infizieren. Um das zu verhindern, sei es für ihn unabdinglich, dass in den nächsten Wochen eine Million Menschen geimpft werden, sagt Popper.

Sollte dies gelingen, würden nur "relativ niedrige Maßnahmen" notwendig sein, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Sollte dies jedoch nicht gelingen, müsse sich die Politik einen "Plan B" überlegen. Er glaubt, dass die Dunkelziffer jener, die immunisiert sind - geimpft oder genesen -, bei 70 Prozent liege. Aber da würden noch zehn bis 30 Prozent fehlen, um gut weiterzukommen. "Der Impfmotor hat nicht nur gestottert, sondern er ist zum Erliegen gekommen", beschreibt Popper die derzeitige Situation. Am 7. Mai seien in Österreich halb so viele Menschen geimpft worden, wie im gesamten Monat August.

Situation besser als 2020, aber ...

Die Situation sei besser als im vergangenen Jahr, weil es nun in Österreich mehr Geimpfte gebe. "Aber wir können nicht nichts tun." Impfen allein werde nicht mehr reichen, es müsse auch konsequent getestet werden. Und die Politik müsse entscheiden, wo Hygienemaßnahmen notwendig sein.

Der Schulbeginn in den kommenden Wochen im Osten und dann im Westen Österreichs werde einen Testeffekt mit sich bringen, prognostiziert Popper. Durch die vermehrten Testungen werden Fälle erkannt werden, "die wir bisher nicht gesehen haben".

Kommentare (3)
Stony8762
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Impfpflicht mit Strafen für Verweigerer! Anders werden wir einen weiteren Lockdown kaum vermeiden können! Von den Aufgehetzten wird keiner freiwillig umschwenken!

sune
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1 G Regel

Ich würde ja sagen die 1G Regel hilft. Nur hätte das zu schlimme Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt welcher eher fast quer durch alle Branchen mit Facharbeitermangel zu kämpfen hat.

lucie24
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Die Impwilligen sind bereits geimpft.

Viel wird da nicht mehr zu holen sein. Da hilft höchstens Cash, weil wegnehmen kann man gewissen Leuten nix mehr.