Ein seit längerem kritisierter Abschnitt des Drauradwegs R1 in Rosegg soll heuer entschärft werden. Betroffen ist der Bereich bei Mühlbach auf Höhe der Kreuzung zur Dolintschacher Straße vor dem Umspannwerk. Dort soll der Verlauf des Drauradwegs entlang der L55 Mühlbacher Straße verlegt werden, heißt es aus dem Straßenbaureferat des Landes.

180.000 Euro werden in die Sicherheit investiert

Derzeit laufen laut Land noch Abstimmungsgespräche zur Finanzierungsvereinbarung mit den Gemeinden Rosegg und St. Jakob im Rosental. Danach soll das Projekt ausgeschrieben werden, damit die bauliche Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgen kann. Im Straßenbauprogramm seien dafür rund 122.000 Euro reserviert worden, insgesamt werden 180.000 Euro investiert. Die Differenz bringen die beiden Gemeinden und der Tourismusverband auf. Zusätzlich ist in diesem Bereich die Verlegung der Bushaltestelle aus dem Kreuzungsbereich geplant. Außerdem soll laut Richau bis Mühlbach eine 70-km/h-Beschränkung umgesetzt werden.

Christoph Zettinig, Obmann der Radlobby Kärnten und Sprecher der AG Villach, hält die Maßnahme für dringend notwendig. Der Radweg sei dort „überspitzt gesagt, eher ein einspuriger Trampelpfad“. Umso wichtiger sei es, dass dieser Abschnitt nun angegangen werde.

Kritik an Sperre von 100 Metern Radweg

Auf der gegenüberliegenden Seite der Drau sorgt ein anderes Teilstück weiterhin für Ärger. Zwischen Wudmath und dem Kraftwerk Rosegg ist ein rund 100 Meter langer Abschnitt direkt an der Drau seit Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Leser kritisiert, dass der R1 dort mit provisorischen und zuletzt massiveren Abschrankungen unterbrochen wurde und Radfahrer auf einen Umweg über das öffentliche Straßennetz ausweichen müssen. Besonders mit Kindern seien die zusätzlichen 40 Höhenmeter belastend. Aus seiner Sicht wäre eine Sanierung durch Erneuerung der Stützkonstruktion oder eine geringfügige Verlegung der Trasse hangseitig technisch möglich.

Die Absperrungen werden immer wieder ignoriert, die Sanierung sei zu kostenintensiv, daher bleibt die Umfahrung über den Drauweg aufrecht
Die Absperrungen werden immer wieder ignoriert, die Sanierung sei zu kostenintensiv, daher bleibt die Umfahrung über den Drauweg aufrecht © KK/Privat

Richau verweist darauf, dass die damalige Verlegung des R1 von Föderlach über Wudmath nach Rosegg noch unter dem früheren Landeshauptmann Gerhard Dörfler verordnet worden sei. Eine Sanierung des kurzen Abschnitts hätte rund 700.000 Euro gekostet, was Gemeinde und Land laut Richau nicht stemmen konnten. Die Sperre sei wegen der Haftungsfrage nötig, ein Zugang etwa für den Abwasserverband Wörthersee West müsse aber möglich bleiben.

Zettinig bedauert die Sperre, weil es sich um einen wunderschönen Abschnitt entlang der Drau handle, versteht aber die Sicherheitsbedenken. Für die Attraktivität wäre eine Wiederherstellung wünschenswert. Die jetzige Führung sieht er technisch trotz kurzer Steigung nicht als größtes Problem, da sie über eine verkehrsberuhigte Straße führt.