Hätte der ORF Innsbruck zum Austragungsort des Song Contest bestimmt, wäre das ungefähr solch eine Sensation wie ein Sieg der WSG Tirol über Real Madrid gewesen. So ehrlich sollten alle Akteure im Nachhinein sein. Und noch ein Eingeständnis wirkt rückblickend wichtig: Wien ist die objektiv bessere Entscheidung aus gesamtösterreichischer Sicht und durch die ORF-Brille. Die Donau-Metropole war haushoher Favorit, die Tiroler Hauptstadt ohne besondere Unterstützung des Landes krasser Außenseiter. Dass mehrere Wochen so getan wurde, als sei der Ausgang des kommunalen Duells vollkommen offen, geschah zum Nutzen aller Beteiligten einschließlich des Publikums, das sich nicht nur in Sport und Politik per „Kopf an Kopf“ und „David gegen Goliath“ seit jeher fesseln lässt.
Der Plaikner
„Innsbruck: Contest ade, bonjour Kulturhauptstadt“
© APA / Georg Hochmuth